Ob und wann die unterbrochene Saison fortgesetzt wird, ist vollkommen unklar. Nun hat der Verband eine neue Idee ins Spiel gebracht. © Günther Goldstein
Handball

Corona-Schnelltests im Amateurhandball: Verband schlägt Vereinen neues Konzept vor

Ob die Handball-Saison fortgesetzt wird, steht angesichts des verlängerten Lockdowns in den Sternen. Falls ja, hat der Handballverband Westfalen einen Vorschlag: Corona-Schnelltests für die Spieler.

Dass die Spieler vor Partien im Profisport einen Corona-Test machen müssen, ist mittlerweile selbstverständlich. Im Amateursport dagegen schien das bis jetzt eigentlich utopisch. Doch der Handballverband Westfalen schlägt nun genau das vor, wenn die Teams in der derzeit unterbrochenen Saison noch einmal spielen wollen.

„Wenn wieder gespielt werden soll, muss es aus unserer Sicht ein Testkonzept geben“, sagt Andreas Tiemann, Vize-Präsident Spieltechnik des Handballverbands Westfalen. Dieses Vorgehen wurde den Vereinsvertretern der Männer- und Frauen-Mannschaften am Dienstagabend (19.1.) mitgeteilt.

„Das sind zwei Bier in der Kneipe“

Tiemann fordert von den Vereinen konkret: „Sie sollten zur Sicherheit der Spieler alles für ihre Gesundheit tun. Wer spielen will, sollte Tests machen. Das ist aber nur ein Vorschlag. Wir sind Dienstleister der Vereine. Wenn die Vereine das ablehnen, spielen sie ohne. Wenn zwei Teams sagen, dass sie die nicht brauchen, müssen sie diese auch nicht machen. Es muss auch nicht jeder spielen.“

Laut dem Vize-Präsidenten seien im Oktober, als gespielt werden konnte, viele Partien ausgefallen, weil die Spieler teilweise im Ungewissen waren. Die Folgen einer Teilnahme am Spielbetrieb seien oftmals unklar geblieben. Viele Arbeitgeber hätten den Spielern eine Teilnahme zudem sogar verboten.

Andreas Tiemann ist Vize-Präsident Spieltechnik des Handballverbands Westfalen.
Andreas Tiemann ist Vize-Präsident Spieltechnik des Handballverbands Westfalen. © Krampe © Krampe

Für Vereine, die möglicherweise sagen, dass ihnen die Kosten für die Schnelltests zu hoch seien, hat Tiemann kein Verständnis. „Ein Test kostet circa sechs Euro. Das sind normalerweise zwei Bier in der Kneipe. Wenn ihnen das die Gesundheit nicht wert ist, dann weiß ich auch nicht. Bei 20 Tests für ein Spiel wären das 120 Euro. Und in zwei Monaten sind die vermutlich deutlich günstiger.“

Tiemann rechnet indes ohnehin nicht mehr damit, dass – wie im Anfang Januar vorgestellten Konzept – schon ab dem 1. März wieder gespielt werden könne: „Wenn es überhaupt weitergeht, dann vielleicht im April oder Mai. Wir warten noch darauf, dass wir die Schutzverordnung des Landes NRW bekommen und werden diese dann auswerten. Wenn in zwei Wochen kein Licht am Horizont zu sehen ist, werden wir die Saison absagen, vielleicht auch schon früher.“

Sollte doch noch gespielt werden, gelte der Vorschlag von der Landes- bis zur Oberliga, wobei in der Aufstiegsrunde der Oberliga Männer und Frauen ein Testkonzept Pflicht wäre. „Das sind Vertragsspieler und die verdienen teilweise Geld. Der Verein ist also Arbeitgeber und hat andere rechtliche Pflichten.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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