Müssen sich die Handballerinnen des Lüner SV bald vor den Spielen anstellen, um auf das Coronavirus getestet zu werden? Das schlägt der Handballverband Westfalen zumindest vor. © Günther Goldstein
Handball

Corona-Tests vor dem Spiel? Ein Lüner Verein hat für den Ernstfall vorgesorgt

Sollte die Saison wieder starten, hat der Handballverband Westfalen vorgeschlagen, die Spieler vor den Partien auf Corona zu testen. Nicht nur die Kostenfrage beschäftigt die Lüner Vereine.

Corona-Schnelltests vor Spielen von der Landes- bis zur Oberliga: Das hat der Handballverband Westfalen den betroffenen Vereinen kürzlich vorgeschlagen, falls die aktuell unterbrochene Saison weitergehen sollte. Vollkommen überzeugt sind die Lüner Vereine von diesem Vorschlag allerdings nicht.

„Mein erster Gedanke war: Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir so schnell im Amateurbereich wieder Sport treiben können“, sagt Sven Weber, erster Vorsitzender des Lüner SV Handball. „Wenn wir dazu verpflichtet werden, werden wir das tun.“

Und genau das wäre für die Oberliga-Handballerinnen des LSV der Fall. Denn Andreas Tiemann, Vize-Präsident Spieltechnik des Handballverband Westfalens, betonte, dass in der Aufstiegsrunde der Oberliga Männer und Frauen ein Testkonzept verpflichtend wäre. Der Grund: Teilweise handele es sich bei den Akteuren um Vertragsspieler, weshalb den Vereinen in diesem Fall besondere Pflichten zukämen.

Abmachung mit Apotheke steht

„Wir sind uns noch nicht ganz sicher. Aber wenn das die einzige Möglichkeit ist, dass wir leistungsorientiert spielen könnten, dann würden wir das tun. Die Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Wir wollen aber auch nicht zwei Monate nur Larifari-Spiele machen“, sagt Weber und hält eine Teilnahme an der Pokalrunde ohne Auf- und Abstiegsmöglichkeit gleichzeitig für sportlich nicht reizvoll genug.

Jochen Kindmann vom VfL Brambauer rechnet nicht mit einer Fortsetzung der Saison.
Jochen Kindmann vom VfL Brambauer rechnet nicht mit einer Fortsetzung der Saison. © Timo Janisch © Timo Janisch

Sollte die Spielzeit wieder starten und die Frauen-Mannschaft an der Oberliga-Aufstiegsrunde teilnehmen, hat der Verein schon vorgesorgt. „Wir wären darauf vorbereitet und haben eine Abmachung mit einer Apotheke, von der wir Tests kriegen würden“, so der erste Vorsitzende.

Für sechs Euro Corona-Schnelltests zu bestellen, wie es Tiemann vorschlug, kommt für Weber indes nicht in Frage. „Wir müssen uns darauf verlassen können. Da bestellen wir nicht irgendwo billige Tests im Internet.“

Brambauer würde die Spieler vielleicht an den Kosten beteiligen

Die Kostenfrage beschäftigt auch Jochen Kindmann vom VfL Brambauer. „Wenn die nur fünf, sechs Euro kosten, wäre das machbar. Ich glaube aber auch, dass sich manche Vereine damit schwer tun würden“, sagt der erste Vorsitzende. „Eventuell würden wir die Spieler an den Kosten beteiligen. Wir würden die Entscheidung aber den Mannschaften überlassen.“

Betroffen von dem vorgeschlagenen Testkonzept wären vom VfL die Verbandsliga-Frauen und die Männer-Mannschaft in der Landesliga. Eine Wiederaufnahme der Saison hält Kindmann unterdessen für unrealistisch. „Ich gehe davon aus, dass das aus politischer Sicht nicht möglich sein wird. Wir sollten alles streichen und im August neu starten.“

Ähnlich sieht das auch sein Pendant vom Lüner SV. „Ich habe mit Trainer Marcel Mai gesprochen, der bei der Online-Sitzung mit dem Verband dabei war. Da war der Tenor, dass nur gespielt wird, wenn das ohne große Auflagen möglich ist. Ich gehe deshalb nicht davon aus, dass wir spielen werden“, sagt der erste Vorsitzende Weber.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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