Nicht nur beim LSV stehen erhebliche Änderungen an, bei einem direkten Konkurrenten könnte der personelle Umbruch sogar noch größer ausfallen. © Günther Goldstein
Fußball-Westfalenliga

Dank Schokobons: Drohender Ausverkauf bei LSV-Konkurrent abgewendet?

Bei einem LSV-Konkurrenten steht ein großer personeller Umbruch an. Das weckte zuletzt viele Begehrlichkeiten. Um die Spieler doch vom Verbleib zu überzeugen, wurden Schokobons eingesetzt.

Mitte Januar wurde in verschiedensten Medien über den Ausverkauf bei einem Westfalenliga-Konkurrenten des Lüner SV berichtet. In den vergangenen Wochen hat sich allerdings viel bei dem Verein getan – das hat nicht zuletzt auch mit Schokobons zu tun.

„Neben der sportlichen Perspektive haben wir die meisten Spieler letztendlich mit Schokobons überzeugen können“, wird Engin Acar auf der Vereinshomepage des VfL Theesen zitiert. Der bisherige A-Jugendtrainer des Westfalenligisten muss die erste Mannschaft früher übernehmen als eigentlich geplant war. Denn der bisherige Trainer Andreas Brandwein gab seinen Abschied bereits zum Saisonende bekannt. Ursprünglich war dieser allerdings erst zur Spielzeit 2021/22 vorgesehen.

Und auch auf dem Platz wurden immer mehr Abgänge öffentlich. Leistungsträger und Torjäger Marvin Höner sowie Memos Sözer, Philipp Kunde und Agon Beqiri verlassen den Verein im Sommer. Die letzten drei Abgänge hätten sich aber laut dem Verein schon vor dem feststehenden Abschied von Trainer Brandwein abgezeichnet. Höner wollte man zudem trotz laufenden Vertrags keine Steine in den Weg legen.

„Umbruch ja! Winterschlussverkauf nein!“

In einem Artikel mit dem Namen „Umbruch ja! Winterschlussverkauf nein!“ berichtet der Verein auf seiner Homepage nun, dass sich durch den von der lokalen Presse ausgerufenen Ausverkauf einige Vereine nach ihren Spielern erkundigt hätten. Sechs Akteure der Mannschaft seinen angesprochen worden.

„Es wird Zeit die Ellenbogen auszufahren, denn es gibt viele gute Gründe dem Verein im Bielefelder Norden die Treue zu halten, daher ist der ‚Ausverkauf‘ ausgeblieben“, steht weiter in dem Artikel, in dem der Verein die Zusagen von acht Spielern verkündete.

„Ich bin stolz, dass wir die Spieler von einem Verbleib überzeugen konnten und besonders den jungen Spielern beim VfL Theesen eine hervorragende Perspektive bieten können“, sagt der designierte Trainer Acar laut Vereinshomepage. Und neben der sportlichen Perspektive hätten sie die Spieler eben mit Schokonbons überzeugen können.

„Jeder, der bei uns zusagt, bekommt Schokobons“, sagte Acar der „Neuen Westfälischen“. Und Grund zur Freude hat er auch. Denn es haben insgesamt 14 aktuelle Spieler für die kommende Saison zugesagt.

Acar hat den fehlenden Respekt vermisst

„Spätestens jetzt sollte es auch der Letzte verstanden haben, dass wir nicht auseinanderbrechen“, erklärte Acar gegenüber der „Neuen Westfälischen“ und ärgerte sich über die Berichterstattung eines Ausverkaufs. „Zum Fußball gehören Anstand und Respekt. Nicht nur auf dem Platz.“

Und neben internen Zusagen und vier weiteren Eigengewächsen haben auch bereits mehrere Spieler von anderen Vereinen den Theesenern ihre Zusage für die nächste Spielzeit gegeben.

Ulas Duran wechselt vom VfB Fichte im Sommer zum VfL. Dazu kommt Jonas Martens vom Hövelhover SV nach Theesen. Einzig ein neuer Sportlicher Leiter wurde noch nicht gefunden.

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Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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