Der TuS Niederaden um Trainer Amel Mesic (stehend, 2.v.l.) ist wieder auf den Platz zurückgekehrt. © Thies Adam
Reportage

Das erste Fußballtraining: Mit der Tasche zum Geburtstag der Oma

Beim TuS Niederaden stand in dieser Woche die erste Trainingseinheit auf dem Programm. Unser Reporter war dabei und beschreibt das Gefühl, nach langer Zeit endlich wieder auf dem Platz zu stehen.

Knapp 250 Tage hat es gedauert und jetzt ist es endlich wieder Realität: Das erste Mal seit langer Zeit konnte ich die verstaubten Fußballschuhe aus dem Schrank holen und meine Trainingstasche packen. Seit vor einigen Tagen klar wurde, dass es wieder möglich sein würde, sich zumindest zum Training wieder mit der Mannschaft auf dem Platz zu treffen, war meine Vorfreude riesig.

So eine lange Zeit ohne Fußball hatte ich schließlich noch nie erlebt, seit ich vor knapp 20 Jahren bei den Minikickern des TuS Niederaden mit dem Fußballspielen begonnen habe. Dem TuS bin ich nach wie vor treu und nun auch schon seit einigen Jahren fester Bestandteil der ersten Mannschaft.

Der Geburtstag der Oma fällt kürzer aus für Thies Adam

Die fußballfreie Zeit über habe ich versucht, mich anderweitig fit zu halten. Also standen Läufe rund um Niederaden auf dem Programm. Da es aber noch untertrieben wäre, mich einen miserablen Läufer zu nennen, schwankte neben meinen Zeiten auch meine Motivation, mich gerade in der dunklen Jahreszeit durch die Felder zu quälen.

Reporter Thies Adam spielt seit den Mini-Kickern für den TuS Niederaden.
Reporter Thies Adam spielt seit den Mini-Kickern für den TuS Niederaden. © Timo Janisch © Timo Janisch

Und da Bewegung mit Ball am Fuß einfach deutlich mehr Spaß bereitet, habe ich jede Woche auf ein Abklingen der Pandemie gehofft, um endlich wieder auf den Platz zu dürfen. Am Dienstag (8. Juni) war es nun endlich soweit. Da wurde die gepackte Tasche schon mit zum Geburtstag der Oma genommen und auch vorzeitig „Auf Wiedersehen“ gesagt, um ja rechtzeitig zum Trainingsbeginn auf dem Platz stehen zu können.

Dennoch weiß ein Großteil der Mannschaft jetzt ganz genau, wann meine Oma Geburtstag hat. In Zukunft also irgendwann auf die klassische Oma-hat-Geburtstag-Ausrede zurückgreifen zu können, dürfte sich für mich nun schon nach dem ersten Training deutlich schwieriger gestalten.

Endlich nicht mehr durch die Felder hetzen

Doch trotz des frühzeitigen Abschieds vom Geburtstag betrat ich mit einem breiten Grinsen die Platzanlage, wohlwissend, dass ich gleich meine Freunde nach langer Zeit mal wiedersehen würde. Schwierig zu sagen, was schöner war: Der Ball am Fuß oder mal wieder in einer größeren Gruppe zusammen Spaß haben zu können.

Die flapsigen Sprüche, wenn man mit ein paar Kilos mehr aus der Corona-Pause gekommen ist, diese unglaubliche Demütigung, wenn einem der eigene Torwart den Ball im Kreis durch die Beine schiebt oder das Kaltgetränk nach getaner Arbeit auf dem Platz – all das hat mir so unglaublich gefehlt und ich hoffe, dass ich nie wieder so lange auf meinen Sport verzichten muss. Und ich bin dankbar, dass ich, um fit zu bleiben, nicht mehr durch die Felder hetzen muss.

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