Ein Defibrillator: Er kann Leben retten. © dpa
Defibrillatoren

Defibrillatoren in Lünen? Nur eine Sportanlage hat einen – Stadt sieht Nachholbedarf

Christian Eriksen Herzstillstand vor laufenden Kameras sensibilisiert für die Ausstattung von Sportstätten mit lebensrettenden Defibrillatoren. Die Stadt Lünen hat noch großen Nachholbedarf.

Der Herzstillstand des Dänen Christian Eriksen bei der Fußball-Europameisterschaft vor laufenden Kameras schockierte Sportler auf dem ganzen Kontinent. Und er sensibilisiert – besonders für das Thema Defibrillatoren.

Laut des dänischen Teamarztes Morten Boesen hätten die Rettungskräfte Eriksen nur mithilfe eines Defibrillators wieder ins Leben zurückgeholt. Bei einer Großveranstaltung wie einer Europameisterschaft ist ein solches lebensrettendes Gerät natürlich vor Ort vorhanden.

Defibrillatoren fehlen fast überall in Lünen

Doch wie sieht es im Amateursport – genauer gesagt in und auf den Lüner Sportanlagen – aus? Dazu hat diese Redaktion eine Anfrage an die Stadt Lünen gerichtet.

Die Antwort der Pressestelle fällt ernüchternd aus. „Im Moment sind keine städtischen Sporthallen mit einem solchen Gerät ausgestattet“, heißt es von der Stadt.

Lediglich die zentral gelegene Rundsporthalle, hauptsächlich Heimat der Handballerinnen und Handballer des Lüner SV sowie von größeren Veranstaltungen wie der Fußball-Stadtmeisterschaft, sei mit einem Defibrillator ausgestattet.

Die Rundsporthalle verfügt als eine von 14 Turn- und Sporthallen in Lünen über eine Belüftungsanlage.
Die Rundsporthalle verfügt als eine von 14 Turn- und Sporthallen in Lünen über eine Belüftungsanlage. © Stachelhaus © Stachelhaus

Aber, so schreibt die Stadt: „Dieses Gerät ist veraltet und muss ersetzt werden.“ Diese Erkenntnis habe das Team Schule und Sport zum Anlass genommen, sich der Thematik zu widmen.

Das sei bereits vor dem viel beachteten Vorfall bei der EM geschehen. „Wir sind aber dabei, das zu ändern“, heißt es von der Pressestelle der Stadt zum Fehlen des lebensrettenden Gerätes in den Sporthallen.

Stadt Lünen plant Anschaffung schon konkret

Zur Zeit würden Abfragen zu den Anschaffungs- und Wartungskosten der Geräte bei den jeweiligen Anbietern laufen. „Eine endgültige Entscheidung über die Anschaffung wird im Ausschuss für Bildung und Sport getroffen“, so die Stadt.

Von den letztendlich angeschafften Geräten hinge es laut Pressestelle auch ab, ob die Vereine einige Einweisung erhalten und in welchem Abstand die Defibrillatoren ausgetauscht werden müssen.

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Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch
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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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