Damit überhaupt Enttäuschung bei den Lüner Fußballern eintreten kann, müssen 50 Prozent der Spiele einer Liga absolviert werden. © Timo Janisch
Fußball

Drei von fünf Lüner Mannschaften würden absteigen, wenn man nach Quotientenregelung wertet

Besonders in den überkreislichen Ligen unterscheidet sich die Anzahl der absolvierten Spiele. Drei der fünf Lüner Teams würden absteigen, wenn man jetzt die Quotientenregelung anwendet.

Ob die Saison im Amateurfußball wie ursprünglich durch den Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) zu Ende gespielt wird, ist völlig unklar. Mindestens bis Ende November ruht der Spielbetrieb. Klar ist: Der FLVW wertet die Saison nur, wenn innerhalb einer Liga mindestens 50 Prozent aller Spiele auch wirklich ausgetragen wurden.

In der vergangenen Saison bestimmte der FLVW per Quotientenregelung die Aufsteiger. Absteiger gab es 2019/2020 aufgrund des Saisonabbruches wegen der plötzlichen Verbreitung der Corona-Pandemie nicht – das wäre in dieser Spielzeit anders.

FLVW: Quotientenregel war 2019/2020 „fairste“ Lösung

Aus Sicht des Verbandsfußball-Ausschusses (VFA) des FLVW ist die Quotientenregelung „in solchen Fällen die fairste Berechnungsgrundlage, um eine endgültige Rangfolge in der Tabelle herzustellen“.

Anwendung fand diese besondere Regel allerdings nur, wenn nicht alle Mannschaften innerhalb einer Staffel gleich viele Spiele absolviert hatten – das war jedoch selten der Fall. In der aktuell unterbrochenen Saison gibt es wegen der vermehrten Corona-bedingten Spielausfälle kaum eine Liga, in der die Teams einheitlich viele Partien gespielt haben. Deshalb soll die Regel erneut genutzt werden, um die einzelnen Ligen zu werten, sollte die Saison nicht beendet werden können.

Gerade deshalb ist die Quotienregel aktuell das fairste Instrument, um nach wenigen Spieltagen aussagekräftige Tabellenbilder zu erstellen. Gerade die Teams aus dem Kreis Unna, also alle Lüner Teams, haben aufgrund der zwei Wochen gültigen Allgemeinverfügung des Kreises in der Regel seltener auf dem Rasen gestanden als die Konkurrenz aus den Nachbarkreisen.

Doch wie schneiden die Lüner derzeit ab? Diese Redaktion hat den Quotient für die Ligen der überkreislich spielenden Teams der Lippestadt ausgerechnet. Wir haben also die gesammelten Punkte durch die absolvierten Spiel geteilt – heraus kommt der Quotient.

Lüner SV macht einen kleinen Sprung

Der Lüner SV hat in der Westfalenliga 1 erst fünf Mal gespielt. Die Konkurrenten haben mindestens sieben Begegnungen auf dem Konto. Entsprechend ist der LSV, der zudem einen mäßigen Start erwischte, in der Tabelle zurückgefallen. Auf Rang 16 stehen die Rot-Weißen derzeit.

Wendet man die Quotientenregel an, ändert sich in der 18 Mannschaften umfassenden Liga zumindest ein wenig zugunsten des LSV. Mit fünf Punkten aus ihren fünf Spielen beträgt der Quotient der Lüner genau 1. Das reicht, um zum SC Herford und SV Rödinghausen II aufzuschließen. Berücksichtigt man die Tordifferenz, reiht sich die Hampel-Elf hinter Rödinghausen auf Rang 14 ein – immerhin ein Sprung um zwei Plätze, der aber noch immer den Abstieg bedeuten würde.

BV Brambauer und Lüner SV II würden absteigen aus der Bezirksliga 8

Etwas einheitlicher geht es in der Bezirksliga 8 zu. Hier spielen mit dem BV Brambauer, BW Alstedde, Westfalia Wethmar und dem Lüner SV II gleich vier Lüner Mannschaften, aber auch weitere Teams aus dem Kreis Unna, die zuletzt spielfrei hatten. Da allerdings zudem vier Dortmunder Klubs mit von der Partie sind, verzerrte sich auch hier die Tabelle zuletzt etwas.

Profitieren können die Lüner Fußballer von der Anwendung der Quotientenregelung überhaupt nicht. Brambauer und die LSV-Reserve bleiben wie nach gesammelten Punkten Vorletzter und Letzter der Tabelle.

Wethmar und Alstedde, die sich im bislang letzten Lüner Fußballspiel gegenüber standen, verlieren sogar Plätze. Die Westfalia rutscht von Rang sechs auf Platz neun ab, BWA purzelt von Rang neun auf zwölf. Damit hätte der Aufsteiger zumindest ganz knapp die Klasse gehalten.

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch

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