Wenn eine Lüner Fußballmannschaft den Rasen betritt, heißt das für den Gegner nichts gutes. © picture alliance/dpa
Fußball

Ehemalige Hallenmannschaft ist das derzeit erfolgreichste Lüner Fußballteam

Sie schießen fast sieben Tore pro Spiel und lassen keine Punkte liegen: Eine Lüner Fußballmannschaft mischt seine Liga auf - obwohl sie vor nicht allzu langer Zeit nur in der Halle kickte.

Treffsicherer als der FC Bayern, defensiv stabiler als Borussia Dortmund: Eine Lüner Fußballmannschaft hat bis zur Saisonunterbrechung nicht nur die eigene Liga aufgemischt, sondern dabei auch absolute Fabelwerte aufgestellt.

40 Tore geschossen, nur sechs kassiert und alle sechs Meisterschaftsspiele gewonnen: Der Lüner SV III grüßt von der Tabellenspitze der Kreisliga C4 Dortmund. Doch der Weg an den Platz an der Sonne im geregelten Spielbetrieb war alles andere als voraussehbar für die Rot-Weißen.

Lüner SV III war einst eine Soccerhallen-Mannschaft

Eigentlich waren die Lüner nämlich eine reine Soccerhallen-Mannschaft, die sich regelmäßig zum unverbindlichen Kicken in der Halle traf. 2019 reifte die Idee, eine richtige Mannschaft zu gründen.

Beim LSV III spielen vor allem Akteure, die höher spielen könnten, denen wegen der Arbeit oder des Studiums dazu aber die notwendige Zeit fehlt. Das berichtet Ibrahim Akinci, der das Team gemeinsam mit Emre Günaydin trainiert.

Ibrahim Akinci (vorne, 4. von rechts) und der Lüner SV III jubeln nach jedem Spiel gemeinsam. © Lüner SV © Lüner SV

Der Kreis der ehemaligen Soccerhallen-Kicker erweiterte sich mit der Zeit um immer mehr Fußballer, die überwiegend aus Brambauer kommen. 31 Spieler seien heute Teil der mannschaftsinternen Messenger-Gruppe, so Akinci.

Als der Kern des Teams 2019 einen Verein suchte, der die Mannschaft aufnimmt, meldete sich der Lüner SV als erstes mit einer Zusage zurück. Seitdem tragen die Fußballer das rot-weiße Trikot.

Akinci bildete sich für den Spielbetrieb extra eigenständig fort, eignete sich die Grundlagen eines Seniorentrainers an. Doch er legt nicht nur auf sportliche Aspekte Wert.

Beim Lüner SV III steht Organisation hoch im Kurs. Mittels einer Smartphone-App behalten Akinci und Günaydin stets den Überblick darüber, welche Akteure es wie oft zum Training geschafft haben – und stellen auch demnach auf. „Organisation ist das A und O. Dann lässt du die Spieler spielen, die höher stehen.“

Ibrahim Akinci nennt die Erfolgsgründe beim Lüner SV III

Zudem legte das Duo in der Vorbereitung einen Schwerpunkt auf die Fitness, ließen sich sogar von einem professionellen Fitnesstrainer begleiten. Zu den weiteren Stärken zählen – neben der fußballerischen Qualität, einige Spieler hätten sich laut Akinci im Jugendbereich einen Namen gemacht – der Zusammenhalt.

„Es gibt mehrere Cliquen, die sich jedes Wochenende treffen würden“, sagt Akinci mit Blick auf die aktuell gültigen Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie. Doch zwischen den einzelnen Gruppierungen trifft man sich beim LSV III auch privat.

Hinzu kommen die obligatorischen Siegerfotos, die das Team nach jedem Sieg schießt, um den Fortschritt festzuhalten. Denn geht es nach Akinci, gibt es in der so unsicheren aktuellen Saison nur ein Ziel: „Ganz klar: der Aufstieg.“

Abseits von Siegerfotos ist das Team medial aktiv, kreiert sich seine eigene Reichweite. Um ihren Sponsoren für die neu eingetroffenen Trikots zu danken, drehte das Team extra ein aufwändig produziertes Video. „Das sieht man oft bei Bundesliga-Teams“, sagt Akinci.

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freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch

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