Geschäftsführer Cihad Yildizhan ruft mit seinen Mitarbeitern normalerweise größere eSport-Events ins Leben. © Crylupus eSport
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Ein Experte erklärt, warum eSport von Corona nicht so profitiert wie man meinen könnte

Cihad Yildizhan ist Geschäftsführer von Crylupus. Die Lüner Firma veranstaltet eSport-Events. Turniere mit Spielern vor Ort müssen aber ausfallen. Warum Online-Turniere dennoch nicht so gefragt sind.

Sporttreiben ist nur eingeschränkt möglich. Kneipen haben geschlossen. Viele Leute sind gezwungenermaßen viel zuhause. Auf der Spielekonsole zu zocken, ist da eine willkommene Beschäftigung. Trotzdem sind Online-Turniere nicht so gefragt, wie man meinen könnte. Cihad Yildizhan von Crylupus eSport erklärt, warum.

„Offline-Events sind deutlich angesagter. Online sieht man seinen Gegner nur virtuell. Es macht mehr Spaß, wenn er neben einem sitzt. Während Corona sind aber nur Online-Events möglich“, sagt der Geschäftsführer des Lüner Unternehmens, das im April 2019 gegründet wurde und eSports-Events organisiert und veranstaltet.

Dabei hatte Crylupus eigentlich große Pläne. „Wir hatten zehn bis zwölf Offline-Events in diesem Jahr geplant, unter anderem in den Niederlanden und Belgien. Auf den Kosten bleiben wir sitzen“, sagt Yildizhan.

Die Nachfrage für Online-Turniere war deutlich geringer

Online veranstalte die Firma in 2020/21 zwei Turniere: Einmal die Crylupus Weltmeisterschaft und die Crylupus eChampions League. Beide Veranstaltungen wurden mit der Fußball-Simulation „Fifa“ gespielt, auf die sich die Lüner auch spezialisiert haben.

„Ich sehe rotes Licht. Durch Online-Events machen wir Verluste“, sagt Yildizhan. „Die Nachfrage war nicht so groß wie in den vergangenen Jahren. Statt 70 bis 80 Spielern haben sich nur etwa 30 gemeldet. Wir haben aber auch nicht so viel Werbung dafür gemacht.“

„Fifa“ ist eine Fußball-Simulation von „EA Sports“. Das Videospiel kann auf verschiedenen Plattformen wie der Playstation gespielt werden.
„Fifa“ ist eine Fußball-Simulation von „EA Sports“. Das Videospiel kann auf verschiedenen Plattformen wie der Playstation gespielt werden. © dpa (Symbolbild) © dpa (Symbolbild)

Trotzdem sieht Yildizhan den eSport aber noch nicht am Ende der Fahnenstange angelangt. „eSport ist angesagt. Ich bin sehr optimistisch. Ich als Gaming-Liebhaber sehe großes Potential. Es gibt immer mehr, die ‚Fifa‘ spielen. Wir warten darauf, dass wir wieder draußen und in anderen Städten Events veranstalten können.“

Während 2019 ein Jahr gewesen wäre, in dem sie gute Kontakte geknüpft und viele Events veranstaltet hätten, sei das vergangene ein „verlorenes Jahr“ gewesen. Der Geschäftsführer hofft, dass Ende diesen Jahres wieder Veranstaltungen stattfinden können.

Einen Wandel in der Wahrnehmung von eSport habe er in letzter Zeit gemerkt, auch wenn Yildizhan sagt: „Ich weiß, dass die alte Generation nicht davon begeistert ist.“

Für die seit langem diskutierte Frage, ob eSport wirklich Sport ist, sei er der falsche Ansprechpartner, der Lüner findet aber: „Wenn ich Sport treiben will, muss ich nicht schwitzen. Darts und Billard sind auch Sport.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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