Nachruf

Ein Leben voller Spuren im Lüner Fußball: Klaus Broda ist tot

Einst bescherte er dem VfB Lünen bundesweites Aufsehen. Selbst spielte er mit Fußballgrößen zusammen, die viel beachtete Karrieren hinlegten. Nun ist Klaus Broda im Alter von 81 Jahren gestorben.
Ein besonderer Moment für Klaus Broda (M.) zum Saisonauftakt: Seine Enkel Pascal (l.) und Leon traten im Derby zwischen dem SV Preußen und VfB Lünen erstmals gegeneinander an. © Privat

Eine Talentschmiede mit Spuren bis in die Bundesliga, eine Jugendarbeit, die einst über die Grenzen Deutschlands für Aufsehen sorgte: Dafür stand Klaus Broda mit dem VfB Lünen. Vor über 50 Jahren öffnete er dem Lüner Fußball „das Tor zum Osten“. Im Alter von 81 Jahren ist Klaus Broda am Sonntag verstorben.

Neben allen Fußball-Freunden trauert die Familie mit seiner Frau Christel, mit der Broda im Februar 53 Jahre verheiratet gewesen wäre, und seine drei Söhne Torsten (52), Carsten (51) und Dirk (48) sowie sechs Enkel, von denen Pascal (SV Preußen) und Leon Broda (VfB Lünen) ebenfalls bereits ihre Spuren im Lüner Fußball hinterlassen haben. Friedhelm Hoffmann, Vorsitzender des VfB Lünen, sagt: „Der VfB trauert mit der Familie.“

Klaus Broda war ab 1962 in der Nachwuchsförderung der Süder aktiv, übernahm zwei Jahre später von Walfried Bludau die Leitung. 1962 war das Pokalturnier um den August-Meermann-Wanderpokal eingeführt worden. Auch englische Fußballer waren dabei. Freundschaften wurden geschlossen.

1964 sorgte das Duo Broda/Bludau für bundes-, ja weltweites Aufsehen. Als erster deutscher Klub beherbergte der VfB im Rahmen dieses Turniers eine russische Mannschaft. Die A-Jugend von Spartak Moskau war für 14 Tage zu Gast. Auch der Gegenbesuch der Lüner im gleichen Jahr war eine bundesweite Premiere. Das Fernsehen berichtete ausführlich.

An den traditionellen Auslandsbesuchen wurde festgehalten. 1965 und 1967 wurden das englische Watford und das holländische Gouda besucht. Selbst eine Reise nach Japan war ernsthaft im Gespräch.

Ein besonderer Moment für Klaus Broda (M.): Seine Enkel Pascal (l.) und Leon traten im Derby zwischen dem SV Preußen und VfB Lünen erstmals gegeneinander an. © Privat © Privat

Unter Broda als Jugendleiter war die erste Jugend sehr erfolgreich. Mit einer Niederlage gegen Borussia Dortmund im Ausscheidungsspiel der beiden Gruppenersten verpasste der VfB nur knapp die Teilnahme an der Westfalenmeisterschaft.

Talentierte Fußballer wie Hans Georg Liebern, der in der deutschen Schüler-Nationalmannschaft vor 95.000 Zuschauern im alten Londoner Wembley-Stadion spielte, Wolfgang Przygodda, später Dortmund, und Ellis Granitza, der für den Lüner SV sowie Hertha BSC aktiv war und in den USA in Chicago gefeiert wurde, bekamen unter Klaus Broda ihren letzten Schliff.

In seiner aktiven Zeit zählte Broda zu den gefährlichsten Mittelstürmern des Fußballkreises Dortmund. Trotz seiner für einen Sturmführer ungewöhnlichen Körpergröße von 1,68 Meter war er sehr kopfballstark. 1956/57 wurde er mit der VfB-A-Jugend Kreismeister. Mitspieler waren damals Timo Konietzka, 1963 Schütze des ersten Bundesliga-Tores überhaupt, und Rolf „Rölle“ Thiemann, später Fußballer des Jahres in Holland.

Klaus Broda spielte gegen Helmut Rahn

In seiner Seniorenzeit lief Broda zur Eröffnung der Kampfbahn Schwansbell – das Stadion war damals ursprünglich für den VfB gebaut worden – gegen RW Essen auf. Er zwang Heinz Wewers, der für Nationalkeeper Fritz Herkenrath im Kasten stand, zu einigen Glanztaten. Mit dabei war auch Weltmeister Helmut Rahn.

Max Michallek, die „Spinne“ aus Dortmund, staunte beim Ablösespiel von Timo Konietzka nicht schlecht über seinen Gegenspieler „Fips“ Broda. Die Süder Sturmspitze trickste ihn mehrfach aus.

1962 endete die hoffnungsvolle Laufbahn von Broda. Bei einem Sportunfall rissen seine Kreuzbänder. Als er 1970 wieder mit dem Fußball bei den VfB-Altherren begann, brach er sich das Schien- und Wadenbein.

Broda betreute nach seiner Jugendarbeit von 1975 bis 1982 die Knabenabteilung der Schwarz-Weißen. Zwischen 2001 und 2005 war er dritter Vorsitzender, erlebte den Bezirksliga-Aufstieg mit Uwe Höhn als Trainer mit, war später Mannschaftsbetreuer.

Klaus Broda zieht eine Fußball-Bilanz

Ein Leben für den Fußball. Klaus Broda zog zu seinem 80. Geburtstag seine Bilanz: „Das Spiel ist schneller geworden. Geld regiert die Welt. Teils fehlt den Spielern die Nähe zum Zuschauer. Leider!“ Trotzdem: Solange es gesundheitlich ging, schaute er sich weiter die Spiele seines VfB mit Enkel Leon an.

Die Urnenbeisetzung findet am Donnerstag, 14. Januar, auf dem Kommunalfriedhof Lünen-Süd statt.

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