Der Trainer der Oberligamannschaft des Lüner SV Marcel Mai (r.) begrüßt das Vorgehen auf Kreisebene. © Goldstein
Handball

Endgültiger Saisonabbruch im Kreis Hellweg: Sollte der Verband nachziehen?

Während auf Kreisebene mit dem Saisonabbruch der Handballer Fakten geschaffen werden, hofft der Verband noch auf eine mögliche Fortsetzung der Spielzeit. Für die Lüner Vereine ist das illusorisch.

Der Handballkreis Hellweg hat Anfang der Woche Nägel mit Köpfen gemacht und die bislang unterbrochene Saison endgültig abgebrochen. Auch der Verband hat sich mit dieser Möglichkeit beschäftigt, baut vorrangig aber noch auf die Wiederaufnahme des überkreislichen Spielbetriebs. Die Lüner Verantwortlichen haben allerdings eine einhellige Meinung.

Verband hält sich Fortsetzung offen

Ein umgehender Abbruch der Spielzeit und die freiwillige Option für die Vereine, sich ab April an einem alternativen Spielbetrieb mit Aufstiegs – und Pokalrunden zu beteiligen – vorausgesetzt, die Entwicklung der Corona-Krise lässt Handball in der Halle überhaupt zu. So lautet der grobe Plan des Handballkreis Hellweg.

Der Handballverband Westfalen, unter anderem verantwortlich für die Oberligadamen des Lüner SV, die Verbandsligafrauen des VfL Brambauer und auch deren Landesligaherren, hofft hingegen noch auf eine andere Option:

„Wenn ein flächendeckender Spielbetrieb mit mindestens 90 Prozent der Mannschaften ab 1. März 2021 möglich ist, wird in einer Einfachrunde in den aktuellen Staffeln die Saison zu Ende gespielt. Spieler der Vereine, die nicht antreten können oder wollen werden entsprechend gewertet. Die Nachholspiele werden ausgetragen. Ordnungsstrafen für Nichtantreten werden nicht verhängt“, so der Wortlaut einer Verbandsmitteilung.

„Regelung des Kreises ist vernünftig“

Allerdings hat der Verband auch für den Fall, dass im März noch kein Handball gespielt werden kann, eine Regelung gefunden. Dann soll – ähnlich wie jetzt auf Kreisebene bereits beschlossen – zumindest eine Aufstiegs- und möglicherweise Pokalrunde ausgetragen werden können.

Für Marcel Mai, den Trainer des Lüner SV ist eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs im März unterdessen kaum vorstellbar: „Ich glaube, auch beim Verband weiß man, dass das nicht funktionieren wird. Alles andere als ein Abbruch der Saison ist unsinnig, deshalb finde ich die Regelung, wie sie jetzt im Handballkreis Hellweg getroffen wurde, eigentlich sehr vernünftig.“

Insbesondere die Möglichkeit, trotz beendeter Spielzeit einen geordneten Wettkampf zu organisieren, sei begrüßenswert. Er halte das Konzept des Kreises momentan für die „Ideallösung“. Immer vorausgesetzt, dass die Corona-Lage einen Handballbetrieb überhaupt zulasse: „Das gibt den Vereinen nicht nur Planungssicherheit, sondern auch die Möglichkeit, eine Aufstiegs- oder Pokalrunde zu spielen. Das ist natürlich besser, als wenn man den ganzen Sommer nur Testspiele absolvieren würde“, betont Mai.

Aufgeblähte Ligen könnten problematisch werden

Ähnlich äußert sich Andre Schwedler, Trainer der Verbandsliga-Handballerinnen des VfL Brambauer. Der Plan und das Ziel des Verbandes seien zwar legitim, „wir müssen aber schon realistisch bleiben. Es kann doch eigentlich niemand ernsthaft glauben, dass ab März wieder Handball gespielt werden kann“, so Schwedler.

Die Idee, andernfalls einen alternativen Spielbetrieb auf die Beine zu stellen, halte er indes für ein gutes Szenario. Allerdings ergebe sich aus den möglichen Aufstiegsrunden das Problem, dass die Ligen in der kommenden Spielzeit noch aufgeblähter seien als ohnehin schon. „Das würde bedeuten, dass die Zahl der Absteiger in den kommenden Jahren stark zunehmen wird. Wie man damit dann umgehen möchte, ist mir noch nicht klar“, unterstreicht der VfL-Coach.

Auch der Landesliga-Trainer des VfL Brambauer, Björn Grüter, rechnet nicht mit einer Fortsetzung der laufenden Saison. Der Verband lasse sich mit seiner Entscheidung zwar eine Tür offen, unabhängig von der Corona-Situation brauche man allerdings auch eine gewisse Vorbereitung und die sei bis zum März nicht zu bewerkstelligen.

„Wir nehmen die Pläne letztlich wie sie kommen. Es hängt ohnehin alles von der Pandemie-Entwicklung ab und auch, ob wir dann möglicherweise an dem Spielbetrieb einer Aufstiegs- oder Pokalrunde teilnehmen würden, lässt sich jetzt noch nicht sagen“, erklärt Grüter.

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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