Beim SV Lünen 08 wird beim Spinning-Kurs am Vereinsheim kräftig in die Pedale getreten. © Leonie Freynhofer
Fitness

Enorme Belastung für den Körper: SV Lünen 08 setzt auf spezielle Ausdauereinheiten

Nicht nur Radsportler setzen auf Ausdauereinheiten auf dem Spinning-Rad. Auch in anderen Sportarten steht Cycling auf dem Plan. Die Wassersportlern des SV Lünen 08 treten ebenfalls in die Pedale.

Laut und schnell ist die Musik – ein Mix aus Rock, Pop und Schlager. Mittendrin wird auf elf Fahrrädern gestrampelt und geschwitzt. Eine Männerstimme unterbricht immer wieder für kurze Anweisungen: „In die drei und Bounce, kommt schon noch zehn Sekunden Power.“ Indoor-Cycling ist nicht nur in Fitnessstudios seit Jahren fest im Kursplan etabliert. Auch beim SV Lünen 08 tauschen die Wassersportler für bestimmte Einheiten das Becken gegen Spinning-Räder.

Seit rund zwei Jahren stehen die Geräte im 2018 eingeweihten Vereinsheim am Cappenberger See. Zum Einsatz kommen sie seitdem drei Mal in der Woche zu den regulären Kurszeiten sowie für weitere Sondereinheiten. Als Verein wollte man durch die Anschaffung sein Angebotsspektrum erweitern und weiterhin attraktiv bleiben, erklärt Frank-Josef Richter, Vorsitzender des SV Lünen 08. Denn nicht nur den Leistungssportlern, sondern auch jedem anderen Klubmitglied ist es gestatten, die Geräte zu nutzen.

Nicht nur die Beine werden beim Cycling trainiert

Hinter Spinning, das seinen Ursprung in den USA hat, steckt ein Ausdauertraining mit bestimmten Intervallen und Wiederholungen. Eine spezielle Ausrichtung auf den Wassersport gibt es beim SV Lünen 08 aber nicht. Vielmehr steht die Cardiofitness und der Muskelaufbau im Vordergrund, die später im Becken von Nutzen sind.

Die Räder mit lediglich einem Schwungrad dienen den Athleten als multifunktionales Sportgerät, mit dem sie den Körper hochintensiv belasten können. In erster Linie bringen die Einheiten ganz viel Kraft für die Beine. Durch verschiedene Positionswechsel wird aber auch der Oberkörper enorm trainiert. Gerade wenn im Stehen geradelt wird, muss der Rumpf einiges an Ausgleichsarbeit leisten.

Ständige körperliche Überwachung während des Trainings

Während der Spinning-Einheit geht bei den meisten Teilnehmern der Blick immer wieder auf die Pulsuhr am Armgelenk, um die eigenen Belastung zu kontrollieren. 163, auf mehr komme er durch sein Alter nicht mehr, erklärt Richter. Jüngere Leute würden da deutlich höher gehen. Vor allem während der kurzen Sprints, bei denen mit höchster Frequenz in die Pedale getreten wird, schießt die Zahl in die Höhe.

Franz-Josef Richter fährt schon seit rund 20 Jahren auf den Radergometern und bringt einiges an Wissen mit.
Franz-Josef Richter fährt schon seit rund 20 Jahren auf den Radergometern und bringt einiges an Wissen mit. © Leonie Freynhofer © Leonie Freynhofer

Der entscheidende Faktor beim Cycling ist die Musik – immer im Takt gilt es, die Fahrtgeschwindigkeit an das Tempo der Lieder anzupassen. In Lünen erstellt das Trainertrio, bestehend aus Franz-Josef Richter, Martin Schröder und Tobias Neff, verschiedene Playlists und kreiert so einen bunten Mix für die Intervalle. Die Musik dient mit der Zeit auch als Motivation zum Weiterradeln. „Es entwickelt sich dadurch eine Art Gruppendynamik, ähnlich wie im Stadion“, findet Martin Schröder. Das Workout wird gleichzeitig zu einem freundschaftlichen Wettbewerb, bei dem kleine Sticheleien durchaus anspornen.

Bei Spinning-Einheiten wird keiner unter- oder überfordert

Für das Gruppentraining bringen die Spinning-Räder einen ganz entscheidenden Vorteil mit sich: Jeder kann durch den eingebauten Hebel individuell entscheiden, wie stark der Widerstand und dementsprechend auch das Tempo sein soll. „Einige knallen direkt richtig rein, andere sind da eher entspannter“, weiß Richter aus Erfahrung. Da die Räder aber fest am Boden stehen, bleibt im Vergleich zu einer normalen Radtour niemand zurück.

Egal ob schnell oder ein wenig langsamer, die Einheiten beim SV Lünen 08 sind so schweißtreibend, dass es den Teilnehmern nur so das Gesicht herunterläuft. Deswegen braucht es auch eine gewisse Grundfitness, um überhaupt eine Stunde lang auf den Rädern mithalten zu können. „Das ist kein Training, bei dem man einfach mal so mitfährt“, erklärt Franz-Josef Richter. Man sollte die Bereitschaft haben, sich selbst zu fordern und körperlich an seine Grenze zu gehen.

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