Gahmens Halil Elitok hat eine klare Meinung zum Ausschluss der Lüner Teams von der Dortmunder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft. © Timo Janisch
Fußball

Fußballkreis Dortmund schließt Lüner aus: Spieler spüren Hass und fühlen sich unerwünscht

Die Lüner Fußballer dürfen nicht mehr an der Dortmunder Hallenstadtmeisterschaft teilnehmen. Glücklich ist deshalb wohl kein Lüner. Für manch einen war die giftige Atmosphäre ein Ansporn.

Der Fußballkreis Dortmund schmeißt die Lüner und Schwerter Mannschaften wieder raus. Ab diesem Winter dürfen die Teams, die zwar dem Fußballkreis Dortmund, aber nicht der Stadt angehören, nicht mehr an der prestigeträchtigen Dortmunder Hallenstadtmeisterschaft teilnehmen.

Dies war die im Zuge der Verkleinerung des Teilnehmerfeldes von 72 auf 60 Mannschaften erwartete Entscheidung zugunsten der Dortmunder Vereine. Besonders den Lüner Fußballern begegneten die Zuschauer nicht nur mit Liebe.

Trotzdem finden die „auswärtigen“ Kicker aus der Lippestadt die Entscheidung des Fußballkreises schade – diesen Begriff verwendet jeder Fußballer, mit dem man über das Thema spricht.

Kevin Lange zog aus dem Hass Motivation

Manch einer zog aus der ablehnenden Stimmung gegenüber dem eigenen Verein sogar eine zusätzliche Motivation. „Es hat mich persönlich total angespornt, einfach den Hass der Zuschauer auf sich zu haben“, sagt etwa Kevin Lange.

Kevin Lange wechselt innerhalb des Lüner Südens.
Kevin Lange wechselt innerhalb des Lüner Südens. © Timo Janisch © Timo Janisch

„Das gab mir persönlich noch mehr Ansporn, die Bälle der Gegner zu halten und sie dann am Ende verzweifeln zu sehen“, so der Torhüter, der in der Vergangenheit für den BV Lünen in der Halle spielte und nun mit dem SV Preußen die Titelkämpfe verpasst.

Darüber hinaus sei es reizvoll gewesen, sich in der Halle abseits der Lüner Stadtmeisterschaft auch mit anderen Teams messen zu können. Das sieht auch Halil Elitok, Offensivspieler der SG Gahmen so: „Für uns wäre es wieder eine schöne Sache gewesen, wenn wir wieder dabei wären.“

Der A-Ligist war eine der Geschichten der bis dato letzten Austragung im Winter 2019/2020. Die SGG stürmte bis in den Finaltag und schied dort erst im Viertelfinale aus.

Elitok ist sich sicher, dass die Lüner beim Dortmunder Turnier nicht wirklich willkommen waren. „Ich kann die Entscheidung nicht nachvollziehen. Für mich macht es keinen Unterschied, wenn wir auch dabei wären. Ich glaube, dass die Dortmunder uns nicht dabei haben möchten“, sagt der Dribbler.

Joel Razanica hat Verständnis für den Fußballkreis Dortmund

Auch Bezirksligist BV Brambauer – amtierender Lüner Titelträger – ist künftig nicht mehr dabei. Für Kapitän Joel Razanica war die Entscheidung des Fußballkreises schon klar, als die Nachricht von der Verkleinerung des Teilnehmerfeldes die Öffentlichkeit erreichte.

Er hat für die Entscheidung Verständnis: „Es sind die Dortmunder Stadtmeisterschaften und nicht die Lüner. Wir haben uns immer über eine Einladung gefreut. Wenn dem nicht mehr so ist, dann akzeptieren wir das“, sagt er. An der finalen Sitzung nahm vom BVB nach Informationen dieser Zeitung schon kein Verantwortlicher mehr teil.

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch

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