Ein bekannter Dortmunder Fußballtrainer hat mit seinem Klub verlängert. © Nico Ebmeier
Fußball

Gibt es in der Bezirksliga diese Saison kein „rumwildern“ bei anderen Vereinen?

Normalerweise schauen die Lüner Bezirksliga-Vereine Ende des Jahres nach links und rechts, um mögliche neue Spieler anzuwerben. Doch dieses Jahr ist durch die Pandemie alles ein wenig anders.

Eigentlich würden sich zum Ende des Jahres die Verantwortlichen der Lüner Bezirksliga-Mannschaften in ihren jeweiligen Vereinen zusammensetzen, um über die weitere Planung der Saison sowie den Kader zu sprechen. Gibt es auf einigen Positionen noch Bedarf? Wer wird die Mannschaft vielleicht verlassen und wen könnte man in der Wechselfrist im Januar neu zu sich holen?

Doch durch die aktuelle Situation in der Corona-Pandemie und die Tatsache, dass die meisten Teams im Amateurfußball kaum mehr als fünf bis sieben Spiele hinter sich haben, sieht die Lage nun ganz anders aus.

In Lünen ist man sich in einer Sache einig: Es ist alles ein bisschen schwierig im Moment und man sollte sich als Verein, was das Anfragen von Spielern anderer Teams angeht, eher zurücknehmen.

„Jeder hat mit der Situation zu kämpfen und wir werden jetzt nicht anderen Vereinen schädigen. Wir wollen mit unseren Leuten durchkommen und das wünschen wir auch den anderen“, betont Rolf Nehling, sportlicher Leiter in Wethmar.

Respekt und Rücksicht zeigen

Die Verantwortlichen in Lünen fänden es deswegen nicht fair, aktuell Fußballer abzuwerben. „Man kann einfach relativ wenig handeln in einer solchen Situation“, erklärt Peter Marx, Vorsitzender des Lüner SV.

Die Vereine müssten jetzt einfach Rücksicht nehmen und in einer solchen Situation, wo keiner Planungssicherheit hat, Respekt haben und nicht „rumwildern“, fügt Brambauers Trainer Frank Bidar hinzu. Die Trainer und sportlichen Leiter beobachten aber, dass sich die meisten Vereine bedeckt halten und ein wenig zurückfahren.

Neue Spieler hat deswegen keiner der vier Lüner Bezirksligavereine im Blick. Bei BW Alstedde habe man zwar Augen und Ohren offen, seine Fühler hat der sportliche Leiter Thomas Westrup aber nicht nach bestimmten Fußballern ausgestreckt.

Und auch bei der zweiten Mannschaft des Lüner SV seien keine Transfers in Planung, bestätigt Marx. Gleiches gilt für die Mannschaft des BV Brambauer, dort sei man mit dem Kader „hochzufrieden“. Wenn es doch zu Veränderung kommt, sei das durch Zufall, etwa wenn Spieler selbst auf den Verein zugehen.

Neue Besetzung erst im Sommer

In Wethmar wolle man zwar zwei Positionen neu besetzen, aber aller Voraussicht nach erst im Sommer, erklärt der Sportliche Leiter. „Das wird alles in Ruhe gemacht, wenn man weiß, wie es weitergeht.“ Im Moment sei das Hauptziel die aktuelle Mannschaft zu halten. Man habe deswegen auch schon mit den Spielern gesprochen und es sehe ganz positiv aus.

Für Westfalia Wethmar gilt zusätzlich auch der Verbleib in der Bezirksliga. „Wir müssen einfach gucken, wie diese Saison überhaupt bewertet wird. Wenn es über den Quotienten geht, habe ich wenig Lust abzusteigen“, erklärt Nehling.

Wenn im Amateurfußball wieder der Ball rollt, werde man bei BW Alstedde schauen, was die Mannschaft hergibt und wo man vereinzelt verstärken muss. Und auch bei der zweiten Mannschaft des Lüner SV stehen im Januar Gespräche an, um zu beraten, wie es weitergeht.

Ob es dann auch zu einem Rückzug aus der Bezirksliga kommt, werde ebenfalls besprochen. Denn der Lüner SV II konnte bereits bei zwei Spielen durch Spielermangel nicht antreten. Bei einem dritten Fernbleiben wäre man automatisch erster Absteiger.

Vorbereitungszeit ist ein Muss

Für Frank Bidar ist aktuell noch gar nicht sicher, ob der Ball diese Saison überhaupt noch rollt. „Meiner Meinung nach wird nicht im Januar und auch nicht im Februar gespielt. Wenn man das Virus nicht unter Kontrolle bekommt, wird es auch keine Freigabe vom Verband geben.“ Hinzu komme für ihn, dass die Teams eine gewisse Vorbereitungszeit von mindestens vier bis sechs Wochen brauchen, um alles wieder anzutrainieren.

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