Kevin Mattes (r.) trägt ab der kommenden Saison das Trikot des Lüner SV. © Folty
Fußball-Westfalenliga

Kevin Mattes wechselt zum Lüner SV: „Persönliche Ambitionen zuvor etwas zurückgestellt“

17 Jahre lang war Kevin Mattes fast ununterbrochen für den Hombrucher SV aktiv, stand auch in schwierigen Zeiten zum HSV. Zum Abschied erhob der Verein Vorwürfe. Beim LSV denkt Mattes an sich selbst.

Schon viele Wochen war klar, dass Kevin Mattes vom Hombrucher SV zum Lüner SV wechselt. Offiziell bestätigt hat das der Lüner Westfalenligist erst kürzlich. Nun hat sich Mattes, dessen Teamkollege Jan Hennig ihn bei seinem Wechsel begleitet, in der „7er-Kette“, dem Amateurfußball-Podcast der Ruhr Nachrichten, ausführlich zum brisanten Wechsel geäußert.

Brisant vor allem deshalb, weil Mattes und Hennig mit ihrer Entscheidung, zum LSV zu wechseln, ihre Zusage in Hombruch zurückzogen. Ein Vorgehen, das den dortigen Verantwortlichen alles andere als gefallen hat. Sie warfen dem Duo Charakterschwäche vor. „Es tat weh, das zu hören“, sagt Kevin Mattes.

Kevin Mattes führte noch kein klärendes Gespräch mit dem Hombrucher SV

Ein klärendes Gespräch mit den HSV-Verantwortlichen habe noch nicht stattgefunden, so Mattes. „Es war keine Entscheidung gegen den Hombrucher SV, ganz im Gegenteil. Wir haben in den letzten Jahren unsere persönlichen Ambitionen vielleicht ein bisschen zurückgestellt“, sagt Mattes im Podcast.

Während seiner Zeit bei den Dortmundern meisterte das Team gleich zwei Mal einen heftigen personellen Umbruch. Doch Mattes hielt dem Klub die Treue, obwohl sogar mehrere gute Freunde den HSV verließen. Mit seinem Wechsel zum LSV denkt er nun an sich und seine sportlichen Ziele, macht Mattes zwischen den Zeilen deutlich.

17 Jahre spielte er insgesamt beim derzeitigen Landesligisten, war zuletzt sogar Kapitän und dem Verein nur für ein Jahr, als er in der Jugend für den VfL Bochum kickte, untreu.

Kevin Mattes träumt von der Oberliga mit dem Lüner SV

Mit dem Lüner SV spielt der Mittelfeldspieler sofort eine Liga höher. Und die Westfalenliga soll bei den Rot-Weißen bekanntlich nicht die Endstation sein. „Den kleinen Traum von der Oberliga hat man schon“, sagt Mattes. Diese Ambition und das Gesamtpaket des LSV, um in den kommenden Jahren erfolgreich zu sein, hätten ihn von dem Wechsel überzeugt.

Überzeugt habe Mattes auch, dass ihm die neuen Verantwortlichen um Trainer Alex Schmeing und dem Sportlichen Leiter Marcel Piaczyk zugesichert hätten, dass bei den Lünern künftig Ruhe einkehren sollte.

Beim Lüner SV kann Neu-Trainer Axel Schmeing ab Sommer auf einen neuen Torhüter zurückgreifen.
Beim Lüner SV kann Neu-Trainer Axel Schmeing ab Sommer auf einen neuen Torhüter zurückgreifen. © Neumann © Neumann

Die herrschte in den vergangenen Jahren selten über einen längeren Zeitraum. Erst bei der Verpflichtung Schmeings als neuen Coach fiel der Verein auf, da der vorherige starke Mann, Christian Hampel, offenbar ohne eigene Kenntnis darüber ersetzt wurde. Mattes habe die Gespräche nur mit der neuen sportlichen Leitung geführt, sagt er.

Für seine Zeit beim klassenhöchsten Lüner Verein hat Routinier Mattes sich auch persönliche Ziele gesetzt. Er will sich einen Stammplatz erspielen und eine feste Größe werden im wohl grundveränderten LSV-Team.

Kevin Mattes vergleicht sich mit Sven Bender

„Jetzt hoffe ich, dass es mit mir und den ganzen anderen dann für den großen Wurf reichen wird“, sagt Mattes. Dass die Rot-Weißen in den vergangenen Jahren nicht mal in die Nähe des oftmals anvisierten Oberliga-Aufstieg kamen, habe auch er mitbekommen.

Mattes sieht als einen Spieler, der nicht durch sein Talent am Ball besticht. „Ich bin eher der Sven Bender, der dazwischen haut. Einen Spielertypen wie mich gibt es nicht ganz so häufig“, sagt Mattes.

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Timo Janisch
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