LSV-Trainer Christian Hampel hält mittlerweile sogar eine Annullierung der aktuellen Spielzeit für realistisch. © Timo Janisch
Fußball-Westfalenliga

LSV-Trainer Hampel skeptisch: „Kann Annullierung der Saison nicht mehr ausschließen“

Wie geht es 2021 im Amateurfußball weiter? Für LSV-Trainer Hampel scheint sogar eine Annullierung der Saison möglich. Bei der Suche nach einem neuen Sportlichen Leiter gibt es derweil mehrere Optionen.

Neues Jahr, alte Probleme – Auch nach den neuerlichen Beratungen von Bund und Ländern am Dienstag (5.1.) ist angesichts der strapazierten Corona-Situation weiterhin unklar, wie es im Amateursport weitergeht. Eine Fußball-Vorbereitung, wie sie normalerweise im Januar auf dem Programm steht, kann nicht stattfinden. Beim Lüner SV setzt man deshalb auf andere Methoden. Das betrifft auch die Suche nach einem neuen Sportlichen Leiter.

Suche geht weiter

Lange war spekuliert worden, ob Samir Habibovic, langjähriger Sportlicher Leiter bei Oberligist ASC 09 Dortmund, in Zukunft die Geschicke beim Lüner SV in die Hand nimmt. Mitte Dezember dann die Entscheidung. Habibovic bleibt in Dortmund, der LSV geht leer aus.

Für die Verantwortlichen beim LSV um den derzeitigen Sportlichen Leiter und Trainer Christian Hampel keine Überraschung: „Ich hab‘s kommen sehen“, ließ Hampel im Dezember verlauten. Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten für den Posten begann also von vorne und steht auch im neuen Jahr noch auf der Agenda.

„Es gibt zum einen die Option, dass wir jetzt erst einmal so weitermachen wie bisher. Zum anderen verschließen wir uns aber auch nicht, sondern sind immer offen, falls es einen geeigneten Kandidaten geben sollte“, erklärt Hampel.

Eine mögliche Verpflichtung von Habibovic wäre laut Hampel ohnehin eine „Sondersituation“ gewesen: „Wir haben bei der Suche nach einem neuen Sportlichen Leiter aber jetzt keinen Druck und müssen nicht auf Teufel komm raus jemanden verpflichten.“

Punktuelle Verstärkung im Sommer

Gleiches gelte auch für die Verpflichtung neuer Spieler. Der Lüner Kader sei Hampel zufolge aktuell gut aufgestellt: „Viele Spieler haben einen mehrjährigen Vertrag. Das fördert nicht nur die Identifikation, sondern erleichtert uns natürlich auch die jetzige Situation ungemein.“ Zudem erwarte man die Rückkehr einiger Spieler, die in den bisherigen Saisonspielen noch verletzt gefehlt hatten.

Aus diesem Grund sehe man sich beim LSV nicht gezwungen, im jetzigen Transferfenster unbedingt tätig zu werden. „Erst wenn es Richtung Sommer geht werden wir schauen, ob wir uns punktuell verstärken müssen oder können“, so Hampel. Wann es für die Amateurfußballer allerdings überhaupt wieder auf den Platz gehen kann, ist ungewiss.

Drei Trainingseinheiten in der Woche

Im Herbst sei man noch davon ausgegangen, dass die Saison möglicherweise im Februar fortgesetzt werden könne. „Davon gehe ich allerdings nicht mehr aus. Ich glaube nicht, dass wir vor dem März wieder auf den Sportplatz dürfen“, betont Hampel. Selbst eine Annullierung der aktuellen Spielzeit, in der der LSV in der Westfalenliga bislang lediglich fünf Spiele absolvierte, ist für den Trainer und Sportlichen Leiter nicht mehr auszuschließen.

„Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass wir mindestens die Hinrunde durchgespielt bekommen“, so Hampel. „Mittlerweile bin ich mir angesichts der derzeitigen Corona-Situation dabei allerdings gar nicht mehr so sicher.“ Für seine Spieler bedeutet die Unterbrechung aber deshalb nicht automatisch: Pause und Beine hoch.

„Die Jungs müssen in der Woche drei Einheiten absolvieren und mir anschließend ihre Ergebnisse schicken. Wenn man überlegt, dass sie sonst normalerweise vier Mal in der Woche für den Fußball unterwegs sind, sind manche vielleicht sogar froh, sich bewegen zu können. Wir werden das auf jeden Fall knallhart durchziehen“, unterstreicht Hampel.

Über den Autor
Redakteur
Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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