Ein Lüner Fußballer erlebte auf einem Supermarkt-Parkplatz etwas, das ihn fassungslos machte. © Timo Janisch
Fußball in Lünen

Lüner Fußballer ist nach Supermarkt-Vorfall fassungslos und veröffentlicht dringenden Appell

Nach einem Vorfall auf dem Parkplatz eines Supermarktes ist ein Lüner Fußballer ziemlich sauer. Er richtet sich mit deutlichen Worten an seine Follower und hat eine klare Forderung.

Vor allem das Weihnachtsfest selbst, aber auch die Zeit im Vorfeld des Festes sind vielfach mit Beschreibungen belegt. „Das Fest der Liebe“ oder aber zumindest das der „Nächstenliebe“. Zwei Charakterisierungen, von denen auf einem Supermarktparkplatz überhaupt nichts zu sehen war – sehr zum Ärger eines Lüner Fußballers.

„Ich muss einmal kurz was loswerden. Es ist echt wichtig für mich“, beginnt Nicolas Jansen sein Statement, das er als sogenannte „Story“ auf Instagram veröffentlicht. „Nehmt euch bitte diesen Moment Zeit, um euch das anzuhören“, steht als Text über das Selfie-Video des Fußballers von Westfalia Wethmar geschrieben.

Nicolas Jansen ist nach Supermarkt-Besuch fassungslos

Jansen war soeben vom Einkauf in einer großen Supermarkt-Kette zurückgekehrt. Auf dem Parkplatz des Supermarktes fragte ihn ein Mann, nach Jansens Angaben möglicherweise ein Obdachloser, nach Geld.

Der 20-Jährige reagierte prompt, überreichte dem Fragenden einen Euro. „Ich hoffe, das reicht für Sie, um sich etwas zu essen und zu trinken zu holen“, habe Jansen ihm gesagt. Schnell habe er im Gesicht seines Gegenübers Freude registriert.

Nicolas Jansen spielt beim TuS Westfalia Wethmar. © Timo Janisch © Timo Janisch

So weit, so gut. Doch das brachte Jansen noch nicht aus der Fassung. Denn der Obdachlose fragte nach dem Wethmarer Linksverteidiger noch weitere Personen auf dem Parkplatz nach Geld – darunter auch eine Frau, über die sich Jansen bald echauffieren sollte.

„Nee, kriegst du von mir nicht. Geh doch arbeiten so wie jeder andere auch“, polterte diese laut Jansen, als der Bedürftige sie ansprach. Zu viel für den Sportstudenten.

„Das regt mich kolossal auf, wie man so ignorant auf so etwas antworten kann. Man weiß ja nicht, was bei dieser Person im Leben passiert ist. Es kann Eigenverschulden sein, es kann ein Schicksalsschlag sein. Es gibt tausend Wege, in dieser Situation zu landen“, spricht Jansen in die Kamera.

Er fände es „frech und traurig, so eine verallgemeinerte Aussage darüber zu tätigen“. Die meisten Menschen würden es wohl kaum bemerken, ob sie 50 Cent oder einen Euro weniger im Portemonnaie hätten. „Aber man kann dieser Person helfen“, so Jansen in Richtung seiner rund 630 Freunde und Follower bei Instagram.

Nicolas Jansen hat eine Bitte an seine Follower

An diese hat er eine klare, aber letztlich ohne große Mühe umsetzbare Bitte: „Da möchte ich einfach an euch appellieren, dass ihr nicht so seid wie diese Frau, sondern im besten Fall auch noch helft.“

Auf Anfrage dieser Redaktion erklärt Jansen, wieso ihn das Geschehen auf dem Supermarkt-Parkplatz so sehr in Rage gebracht hat, dass er die ihm zur Verfügung stehende Reichweite genutzt hat.

„Solchen Sachen wird viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Da habe ich mir gedacht, dass ich – selbst wenn ich nur eine kleine Reichweite auf Instagram habe – zumindest meine Follower dazu aufrufen kann, in Situationen wie diesen anders zu handeln und Menschen zu helfen“, so Jansen. Gerade zur Weihnachtszeit sei es noch wichtiger als sonst, eher Augen für andere als für sich selbst zu haben.

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch

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