Ein Dortmunder Bezirksligist hat mit 21 Spielern verlängert. © Nico Ebmeier
Fußball

Lüner Kreisligavereine gehen in der Wechselfrist einen anderen Weg als sonst

Die Lüner Kreisligavereine schauen normalerweise frühzeitig in ihren eigenen Kader und bei Bedarf auch in die Teams in der Region. Doch auf dem Transfermarkt ist es dieses Jahr ruhiger geworden.

Der Ball ruht nun schon seit dem 29. Oktober auf den Plätzen der Amateurfußballvereine in Nordrhein-Westfalen. Wann es wieder losgeht, steht aktuell noch nicht fest. Und ob überhaupt noch in dieser Saison ein Spiel ausgetragen wird, hat man ebenfalls noch nicht beschlossen. Doch die Wechselfrist vom 1. bis zum 31. Januar bleibt unverändert bestehen, auch für die Lüner Kreisligavereine. Doch bei den vier Klubs ist in Sachen Transfers im Moment der Pausenknopf gedrückt.

Alle vier Vereine bestätigen, dass sie nicht nach neuen Spielern gucken, sondern aktuell erst einmal abwarten wollen. „Da sind so viele Fragezeichen, wie und ob die Saison zu Ende gespielt wird“, erklärt VfB Lünen-Trainer Mark Bördeling. Beim BV Brambauer II sehe man keine Not jetzt auf dem Transfermarkt zuzuschlagen. Man setze vor Ort auf den bestehenden Kader. Ähnlich gehen auch die Trainer beim VfB Lünen sowie SV Preußen Lünen vor.

Vertrauen in den eigenen Kader

Auch in Gahmen will man die angebrochene Saison, falls sie denn weitergeht, mit der aktuell 24-Mann starken Mannschaft durchziehen. „Ich bin als Trainer zufrieden, warum soll ich das Team dann unnötig aufstocken“, erklärt Bülent Kara. Man müsse seinem Kader einfach vertrauen. Vertrauen ist auch das richtige Stichwort für Stefan Urban, Coach vom SV Preußen Lünen. „Wir hoffen einfach, dass unsere Jungs bei uns bleiben, noch Lust am Fußball haben und wieder mit Spaß zum Platz gehen.“ Falls es Spieler in Erwägung ziehen, selbst auf die Lüner Kreisligavereine zuzukommen, würden die Verantwortlichen in Erwägung ziehen, die Fußballer auch aufzunehmen.

Dass in der aktuellen Lage die eigenen Fußballer angesprochen werden, finden die Verantwortlichen nicht in Ordnung. „In einer solchen außergewöhnlichen Situation sollten wir andere Gedanken haben, als Spieler abzuwerben“, betont Trainer Mark Bördeling. Er selbst sowie Patrick Botta, Trainer vom BV Brambauer II, sind von den zwei Abwerbeversuchen von Westfalia Vinnum betroffen (wir berichteten). In Preußen hofft man nun, dass die anderen Vereine in der Region die Füße still halten und abwarten, wie es weitergeht.

Spaß und Gemeinschaft im Vordergrund

Dass es beispielsweise in der Oberliga bei Transfers gerade ein wenig aktiver zugeht, kann Stefan Urban verstehen. Aber in der Kreisliga, wo es um nicht viel Geld, sondern mehr um Spaß und die Gemeinschaft geht, sehe das anders aus. „Im Winter will man jetzt keine Leute weglocken, weil es unfair für die Mannschaften ist, die aktuell zu kämpfen haben“, fügt Bülent Kara hinzu.

Alle vier Kreisligavereine in Lünen würden gerne weiterspielen und endlich wieder auf dem Platz stehen, bestätigen die Trainer. Patrick Botta geht davon aus, dass man wohl alles versuche, um den Amateurfußball weiterzuführen. Zumindest was die Hinrunde angeht, damit man noch etwas zum Auswerten hat. Dass die restliche Saison gar nicht mehr gespielt wird, kann sich der Brambauer Coach aktuell nicht vorstellen.

Für die SG Gahmen könnte mir dem Fortführen der Saison noch ein langersehnter Wunsch in Erfüllung gehen: der Aufstieg in die Bezirksliga. Aktuell stehen sie nach fünf Spielen und fünf Siegen auf Platz zwei, haben aber auch zwei Spiele weniger als der Erstplatzierte Eving Selimiye Spor. „Natürlich würden wir gerne weiterspielen. Aber Gesundheit geht ganz klar vor“, betont Trainer Bülent Kara. Man rechne im Team immer, dass es weitergeht. Aber falls das nicht so sein sollte, müsse man das akzeptieren. Auch wenn man dann ziemlich traurig wäre.

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