Als Schiedsrichter muss der gebürtige Lüner regelmäßig unpopuläre Entscheidungen treffen. © Timo Janisch
Fußball

Lüner Schiedsrichter begann mit dem Pfeifen, weil er selbst der lauteste auf dem Platz war

Mittlerweile gehört er zu den bekanntesten Lüner Schiedsrichtern. Doch bevor er mit dem Pfeifen begann, ging er nicht immer selbst vorbildlich mit den Unparteiischen um.

2013 hat er mit dem Pfeifen begonnen. „Lange Zeit vorher und auch währenddessen habe ich noch selbst gespielt und war einer der lautesten auf dem Platz“, erinnert sich der Lüner Fußball-Schiedsrichter.

Vor allem seine Eltern empfahlen Fabian Wesenberg damals, mal die Seiten zu wechseln und zu „schauen, ob das Sinn ergibt, gegen die Schiedsrichter zu meckern“, erinnert sich Wesenberg.

Damals noch in der Jugend für den SV Preußen am Ball, ging anschließend alles ganz schnell und der gebürtige Lüner pfiff schon bald seine ersten Spiele. Zügig entwickelte sich aus dem Selbstversuch eine Leidenschaft.

Fabian Wesenberg leitet seit 2013 Spiele für den Fußballkreis Dortmund. © Privat © Privat

Es dauerte nicht lange, da folgten die ersten Aufstiege für Wesenberg. „Anfangs war ich froh, überhaupt in den Senioren-Bereich zu kommen“, erzählt er. Heute würde er – wenn der Spielbetrieb nicht unterbrochen wäre – in der Bezirksliga pfeifen und unter Beobachtung für den Aufstieg in die Landesliga stehen.

Fabian Wesenberg pfeift mittlerweile für Westfalia Wickede

„Es ist schon das Ziel, noch die eine oder andere Liga aufzusteigen“, so der 22-Jährige. Er will sich einen Namen im Fußballkreis Dortmund und im Verband machen. Inzwischen pfeift er für den Dortmunder Verein Westfalia Wickede.

Mit den unschönen Aspekten des Schiedsrichter-Daseins sah sich Wesenberg bislang nur selten konfrontiert. Auch, wenn ihn mal eine aufgebrachte Spielertraube umringt, habe er noch das Gefühl, dass die Spieler wüssten, dass er der Schiedsrichter ist, so Wesenberg,

Anders ergeht es ihm manchmal nach Spielschluss, wenn ihn wütende Zuschauer verfolgen oder umringen. Aber dann hat der Lüner meistens direkt Ordner in seiner Nähe.

Damit er seine Spiele von Anfang an unter Kontrolle hat, informiert sich Wesenberg meistens am Samstagabend über seine Partie am Sonntag. Er schaut sich die Tabelle an, ein mögliches Hinspiel und generell die vergangenen Duelle beider Teams. Auch die Facebook-Seiten beider Mannschaft überprüft er darauf, „ob die besonders heiß sind“, wie Wesenberg sagt.

Hallenstadtmeisterschaft „eine andere Nummer“

Besonders heiß geht es meistens in der Zeit um den Jahreswechsel in den Hallen der Region zu. Wesenberg pfeift sowohl bei der Lüner als auch bei der Dortmunder Hallenstadtmeisterschaft.

Die laute Atmosphäre, der enge Raum und die gestiegene Intensität muss er als Schiedsrichter handeln können. „Halle ist schon eine andere Nummer. Das macht in den Wintermonaten schon deutlich mehr Spaß“, sagt Wesenberg.

Der einzige Höhepunkt der Saison sei das aber nicht. Dazu zählt Wesenberg auch ein bis zwei Partien pro Spielzeit, wo es seiner Ansicht nach auch dank ihm besonders gut gelaufen ist.

Solche Leistungen haben ihm seine beiden bisher größten Erfolge – die erste überkreisliche Spielbeteiligung als Assistent und der Aufstieg in die Bezirksliga – beschert. „Vielleicht kommt ja noch der eine oder andere Aufstieg dazu“, liebäugelt Wesenberg.

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch

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