Robert Lewandowski könnte bald den legendären Tor-Rekord von Gerd Müller brechen. © dpa
Fußball

Lüner Stürmerlegende erklärt, ob Robert Lewandowski den Tor-Rekord von Gerd Müller bricht

Robert Lewandowski könnte den legendären Bundesliga-Tor-Rekord von Gerd Müller brechen. Eine Lüner Tor-Maschine erklärt, wessen Leistung höher zu bewerten ist.

Bricht Bayern-Profi Robert Lewandowski zwei Spieltage vor Saisonende den langjährigen Bundesliga-Tore-Rekord von Gerd Müller? Eine Lüner Stürmerlegende traut ihm das zu.

Er scheint der einzige Mensch in Deutschland zu sein, der auf diesen Moment schon lange wartet und nicht Bayern-Star Robert Lewandowski selbst ist: Der Bomber der Nation, Gerd Müller.

„Von dem Moment an, als die Raumdeckung eingeführt wurde, hat er drauf gewartet, dass die 40 Tore jemand knackt“, gab Müllers Frau Uschi unlängst gegenüber der „Sport Bild“ zu.

Denni Stolzenhoff glaubt an neuen Rekord von Robert Lewandowski

Ihr legendärer Mann wird den Moment leider nicht wirklich miterleben können. Gerd Müller ist an Alzheimer erkrankt, wird gepflegt und schläft, so seine Frau Uschi, „seinem Ende entgegen“. Das macht es für so manchen Fußballfan schwerer, Lewandowski den Rekord zu gönnen. Nicht so beim A-Ligisten BV Brambauer II.

Dennis Stolzenhoff gehört zu den Lüner Fußballern, die am längsten aktiv sind. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Vorab: Ja, Dennis Stolzenhoff spielt immer noch Fußball, insofern das momentane corona-bedingte Vereinsleben als solcher zu bezeichnen ist. „Der bricht den auf jeden Fall. Finde ich geil, so brutal verdient.“, sagt Stolzenhoff über Lewandowski.

Der Torjäger-Routiniert weiter: „Wer in so einem Zeitraum fast unverletzt war und bei der Dichte an Qualität noch so heraussticht: Das ist in der heutigen Zeit eine größere Leistung als damals.“

Die Maßstäbe und Trainingsgrundlagen seien mittlerweile überall auf der Welt auf einem Level. Umso schwieriger sei es demzufolge, sich von der Masse an guten Spielern noch abzuheben. „Alle haben dasselbe Rüstzeug, dasselbe Rahmenprogramm – das ist also schon atemberaubend, was da gerade passiert“, sagt Stolzenhoff.

Gerd Müller schafft es in der Saison 1971/1972 ohne Strafstöße 40 Treffer zu erzielen. Aufgerundet sind das im Durchschnitt 1,18 Tore pro Spiel. Lewandowski kommt in der aktuellen Spielzeit bei bislang 27 Einsätzen auf 39 Tore, traf dabei sieben Mal vom Punkt, zwei Partien stehen noch aus.

Macht 1,44 Tore je Einsatz. In Minuten ergibt sich ebenfalls ein Vorteil für Lewandowski. Er erzielt alle 71,3 Spielminuten einen Treffer, Müller damals nur alle 76,5. Effizienter ist Lewandowski also ohnehin schon.

Dennis Stolzenhoff wünscht sich Lewandowski bei Schalke 04

Als Fan der bald zweitklassigen Schalker würde Stolzenhoff den Polen lieber im blauen Trikot auflaufen sehen. Für ihn ist Lewandowski ein schnörkelloser Athlet, der sich seinen Status mit viel Fleißarbeit erarbeitet hat. „Ich finde es nur kacke, dass der beim FC Bayern spielt“, so Stolzenhoff.

Besonders sensationell findet „Stolle“ die Athletik und die dadurch resultierend sehr geringe Verletzungsanfälligkeit, die auch ein Cristiano Ronaldo an den Tag legt. „Wenn es heißt: Cristiano Ronaldo oder Messi, sage ich immer Ronaldo. Messi hat das Talent in die Wiege gelegt bekommen, Ronaldo dafür hart gearbeitet – bis heute“, sagt Stolzenhoff.

Auf die Frage, mit welchem der beiden Spieler er sich selbst am ehesten vergleichen würde, antwortet Stolzenhoff lachend: „Mit keinem! Von keinem irgendwie viel, eher von beiden gleich wenig.“

Entfernt vergleichen würde er sich – wenn überhaupt – mit Lewandowskis Offensivpartner Thomas Müller. „Meist sieht das nicht so gut aus, was ich da mache, aber effektiv“, gibt Stolzenhoff ehrlich zu. Genau diese Ehrlichkeit begeistert ihn an dem Nationalspieler. „Er macht auch mal vor der Presse ein Späßken, sagt, was Sache ist. Er ist einfach authentisch.“

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