Wie Vereinspräsident Ajan Dzaferoski mit dem TuS Bövinghausen Erfolg hat, sorgt bei der Konkurrenz nicht nur für Respekt. © Stephan Schuetze
Fußball-Westfalenliga

Lüner SV kritisiert Vereine wie den TuS Bövinghausen: „Machen es sich einfach“

Ein Vorstandsmitglied des Lüner SV stören Vereine wie der TuS Bövinghausen gleich aus mehreren Gründen. Im Gespräch führt er diese aus. Er spricht sogar von einer Wettbewerbsverzerrung.

Der TuS Bövinghausen ist neben Türkspor Dortmund wohl der Verein in Dortmund, der am häufigsten Schlagzeilen generiert. Zuletzt feuerte der TuS Trainer Dimitrios Kalpakidis, obwohl er alle seine Pflichtspiele mit dem Klub gewonnen hatte. In der Dortmunder Amateurfußballszene sorgte das für wenig Verständnis. Ein Vorstandsmitglied des Lüner SV stören Vereine wie Bövinghausen dagegen aus mehreren anderen Gründen.

Im Rahmen der Berichterstattung dieser Zeitung zur Trennung von Bövinghausen und Kalpakidis äußerte sich auch Peter Marx, zweiter Vorsitzender des Lüner SV. Per Kommentar auf Facebook übte er Kritik am Verein.

Dabei ging es aber nicht um die Entlassung des in Dortmund angesehenen Trainers. „Hier geht es immer wieder um einen Verein, welcher aus der Kreisliga einen Durchmarsch in die Westfalenliga gemacht hat ohne einen einzigen Jugendspieler!“, schrieb Marx unter anderem.

Peter Marx legt seine Kritikpunkte an Vereinen dar, die offenbar wenig Wert auf eine Jugendarbeit legen. © Timo Janisch © Timo Janisch

Im Gespräch mit dieser Redaktion führte Marx seine Kritikpunkte aus Sicht des Lüner SV aus. Seine Meinung richte sich aber nicht nur an den TuS Bövinghausen, sondern an alle Vereine, die ähnlich handeln.

Ihn störe es vor allem, dass der Verein keine einzige Jugendmannschaft hat. Eine eigentlich geplante Jugendspielgemeinschaft hatte der Fußballkreis Dortmund untersagt. Selbst die zweite Mannschaft wurde schon vor Saisonbeginn zurückgezogen. Aktuell ist beim TuS Bövinghausen also nur die Westfalenliga-Elf gemeldet.

Peter Marx: „Sie könne sich auf eine Mannschaft konzentrieren“

„Sie müssen sich keine Gedanken machen um Trainingszeiten und können sich konzentrieren auf eine hochbezahlte Mannschaft“, sagt Marx. Trainingskapazitäten, ausgebildete Jugendtrainer: Die üblichen Sorgen, die man als Verantwortlicher eines Vereins mit breit aufgestellter Jugend hat, entfallen beim TuS laut Marx also.

„Sodass der Mäzen sich wirklich komplett auf diese Mannschaft konzentrieren kann“, ärgert sich Marx mit Blick auf die Westfalenliga-Elf des TuS, die zuletzt drei Mal in Serie aufgestiegen war.

Lüner SV hat eine breit aufgestellte Jugend – im Gegensatz zum TuS Bövinghausen

Stattdessen sei es sogar so, dass der TuS „mehr oder weniger von anderen Vereinen die gut ausgebildeten Spieler wegkauft“, so Marx, „aber ansonsten keine Möglichkeit anbieten, Jugend auszubilden.“ Beim LSV sind laut Fussball.de zur kommenden Saison zehn Jugendmannschaften gemeldet.

Marx missfällt es, „dass sich der Verein das einfach macht“. Schließlich würde der TuS Bövinghausen ja nicht „irgendwo in den Bergen“ liegen, sondern mitten in Dortmund. Sicherlich gebe es dort Kinder, die Fußball spielen wollen. „Ein bisschen“, so Marx, sei das eine Wettbewerbsverzerrung.

Nach dem etwas überraschenden Last-Minute-Aufstieg Bövinghausens im Rahmen des Saisonabbruchs schien ein Duell zwischen LSV und TuS in der kommenden Saison wahrscheinlich. Die Lüner wechselten aber auf eigenen Wunsch die Staffel und gehen nun in der Westfalenliga 1 an den Start. „Das ist aber nicht der Grund für den Staffelwechsel“, sagt Marx.

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Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch

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