Christian Hampel trainiert den Lüner SV. Mit Samir Habibovic wird er dort erstmal nicht zusammenarbeiten. © Timo Janisch
Fußball

Lüner SV versteht Habibovic-Entscheidung: „Wenn er weggeht, wird der ASC zusammenbrechen“

Samir Habibovic wird nicht zum Lüner SV wechseln. Das steht fest. Der Lüner Klub hat Verständnis für die Entscheidung des Sportlichen Leiters des ASC 09 Dortmund.

Peter Marx hatte die Absage von Samir Habibovic schon überrascht. Das gab der zweite Vorsitzende des Lüner SV am Montag im Gespräch mit dieser Zeitung zu. Vor allem deshalb, weil die Gespräche mit Dortmunds erfolgreichstem Amateurmanager erst für den Januar angesetzt waren.

Doch weiter dazu äußern wollte sich Marx nicht, auch weil die weiteren Vorstandsmitglieder Samir Sabanovic und Imdat Acar die Gespräche mit Habibovic führten.

Christian Hampel ist nicht überrascht von der Entscheidung

Fest steht aber: Nach ersten Annäherungsversuchen und Gesprächen wird Samir Habibovic nicht zum Lüner SV wechseln, sondern weiterhin als Sportlicher Leiter beim ASC 09 agieren.

„Wirklich überrascht war ich von der Entscheidung nicht“, sagt LSV-Übungsleiter Christian Hampel und führt weiter aus: „Ich hab‘s kommen sehen.“

In den vergangenen Wochen wurde der Flirt zwischen dem Sportlichen Leiter des ASC 09 Dortmund und dem Branchenprimus des Lüner Seniorenfußballs immer intensiver.

Es schien vieles perfekt, auch Habibovics Leidenschaft war wohl bereits entfacht. „Meine Frau hat mir mal gesagt, dass meine Augen funkeln, wenn ich über den Lüner SV spreche“, gab Habibovic zu. Gereicht hat das nicht.

Samir Habibovic muss das Trainer-Team des Oberligisten neu gestalten. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

„Wir haben in den letzten Wochen viel miteinander gesprochen“, erzählt Hampel und betont das gute Verhältnis zu Habibovic. Dabei ließe sich für den Trainer und Sportdirektion in Union erkennen, dass Habibovic Aplerbeck nicht verlässt.

„Es wurde ja auch deutlich: Wenn er vom ASC weggeht, wird der ASC zusammenbrechen“, erklärt Hampel.

Dem widerspricht Habibovic: „Zusammenbrechen würde auf gar keinen Fall alles. Es würde sich was verändern, aber jede Person ist ersetzbar.“ Doch Habibovic betont auch, was die Veröffentlichung der Gespräche ausgelöst hatten in seinem Umfeld.

„Mit der Veröffentlichung dieses Artikels ist eine Menge auf mich eingestürzt“, berichtet er. Spieler, Freunde, Sponsoren haben sich bei ihm gemeldet, wollten ihn zum Bleiben überreden. Wäre Habibovic gegangen, hätte das wohl auch für ein Umdenken bei einigen Top-Spielern des Oberligisten geführt, die in den vergangenen Tagen zahlreich verlängert haben. Gleich zwölf Spieler verlängerten zuletzt beim Oberligisten aus Dortmund.

Gleichzeitig hat auch der ASC-Vorstand daran gewerkelt und Habibovic einen höheren Etat für die kommende Spielzeit versprochen.

Doch wie kurz davor Habibovic war, in Lünen zu unterschreiben, wird an folgenden Aussagen deutlich: „Die Gespräche mit Imdat und Samir waren gut. Ich war auch kurz davor, alles zu machen.“ Doch die Herzensaufgabe beim ASC 09 war größer für den Sportlichen Leiter.

„Es wäre für mich eine große Entlastung gewesen“, sagt Hampel dazu, „ich kann es aber verstehen – alles gut.“ So bleibt Hampel erstmal die Doppelfunktion als Sportlicher Leiter sowie Trainer.

Lüner SV hat Zeit für die Suche nach einem Sportlichen Leiter

Wirklich umsehen nach Neuzugängen wird er sich aber im Winter nicht. „Wir waren so clever und haben mit vielen Spielern langfristig verlängert und haben da erstmal Ruhe.“ Zudem kommen viele Langzeitverletzte in den nächsten Wochen zurück, wenn der Trainingsbetrieb wieder starten darf. „Da sind einige Spieler bei, die sind dann fast schon gefühlte Neuzugänge“, meint Hampel.

Da aktuell der Ball ruht und eine kurzfristige Fortsetzung der Saison überhaupt nicht in Reichweite zu sein scheint, bleibt dem Verein Zeit, sich nach einem Sportlichen Leiter zur Entlastung Hampels umzusehen.

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