Beim Jumping Fitness wird gesprungen, gesprintet und geschwitzt. Neben der Anstrengung steht vor allem der Spaß im Fokus. © Leonie Freynhofer
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Mehr als nur Trampolin-Hüpfen: Beim Jumping Fitness fließt der Schweiß in Strömen

Schon seit einigen Jahren wird in Deutschland intensiv gesprungen und das auf ganz speziellen Trampolins. Die schweißtreibende Sportart Jumping Fitness fordert dabei ziemlich viel vom Körper ab.

Laute Musik mit starkem Beat schallt durch den Trainingsraum des Gymnastiktreffs in Lünen. „Los, von Ecke zu Ecke. Arme auf die Stange, Stomping. Basic und Tip Toe,“ ertönt es immer wieder von der einen Seite des Studios.

Und schon springen acht Frauen auf kleinen, sechseckigen Trampolins los. Jede versucht, bei den Anweisungen der Kursleiterin Frauke Schollas Schritt zu halten und im Rhythmus der Musik zu hüpfen. Koordination und Körpergefühl ist gefragt. Doch hinter der Sportart Jumping Fitness steckt noch viel mehr.

Mit dem Trampolin springen, was viele wohl aus der Kindheit kennen, hat der Kurse im Gymnastiktreff eher wenig zu tun. Die Geräte sind mit 90 bis 130 Zentimetern gerade so groß, dass genau eine Person darauf Platz findet. Zusätzlich haben die Trampoline an der Vorderseite eine Stange. In anderthalb Stunden werden dann fast 400 Muskeln trainiert und der ganze Körper ist gefragt.

Jumping Fitness ist eine Mischung aus Anstrengung und Spaß

Neben der großen Belastung steht aber auch der Spaß im Fokus, der durch die mitreißend laute Musik fast von ganz allein kommt und das Ziehen in Po und Beinen weniger schmerzhaft empfinden lässt. Ursprünglich kommt diese Sportart aus Tschechien, bevor sie vor einigen Jahren in Deutschland immer mehr Interesse geweckt hat.

Seit rund fünf Jahren bietet Margitta Scheffler, Inhaberin des Gymnastiktreffs in Lünen, die Jumping-Kurse an. Heute stehen sie drei bis vier Mal auf dem Wochenplan und die Nachfrage ist weiterhin groß. Die 64-Jährige hat die Sportart öfter auf der Kölner Fitness- und Bodybuildingmesse und Fitness-Conventions gesehen und ausprobiert. Irgendwann wurde sie dann mitgerissen und machte mit anderen Trainerinnen eine entsprechende Ausbildung. „Man muss bei diesem Sport gar nicht viel mitdenken und kann sich einfach fallen lassen“, erklärt Scheffler.

Laute Musik bestimmt das Tempo auf den Trampolins

Einmal auf dem Trampolin, ist man während einer Jumping-Einheit ständig in Bewegung. Das Tempo der Musik bestimmt dabei immer auch die Intensität der einzelnen Schrittfolgen. Von der Kursleiterin werden dafür die Songs auseinandergenommen. Intro, Strophe, Refrain – alles bekommt seine eigenen Übungen.

Zu Beginn ist der Beat noch etwas schwächer, um den Körper aufzuwärmen. Mit jedem Song steigert sich das Training dann. Zwischen Hampelmännern, Kniebeugen und Sprinteinheiten gebe es aber immer wieder langsamere Übungen, um Luft zu schnappen, erklärt Scheffler. So entsteht eine Mischung aus intensiven Cardio-Phasen sowie ruhigen Balance- und Stretching-Sequenzen – in der Summe ein schweißtreibendes Intervall-Training. „Man verbrennt dabei mega viele Kalorien und fördert die Fettverbrennung“, erklärt Trainerin Frauke Schollas.

Auch das Gleichgewicht wird beim Jumping Fitness auf den Trampolinen geschult. © Leonie Freynhofer © Leonie Freynhofer

Zusätzlich würden auch das Gleichgewicht und die Körperspannung sowie das Körpergefühl geschult, da man nie auf festem Untergrund steht. Trainiert werden beim Jumping-Fitness vorwiegend die Bein- und Gesäß-Muskeln, die Bauch- und Rückenmuskulatur sowie Schulter und Arme werden ebenfalls angeregt. Es heißt, dass bei einer Einheit rund 1200 Kalorien verbrannt werden.

Studien zeigen enorme Wirksamkeit von Jumping Fitness

Schon vor vielen Jahren hat man sich der Wirksamkeit von Jumping-Fitness gewidmet. 1980 gab es eine Studie von Wissenschaftler der Weltraumbehörde NASA, die den Fragen nachgegangen ist, wie man die Muskulatur von Astronauten nach ihrem Aufenthalt im All wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzen kann und welche positiven gesundheitlichen Effekte dabei das Trampolinspringen auf den menschlichen Körper hat. Und siehe da, die Effizienz und Effektivität des Jumping-Trainings überstieg die Kontrolleinheiten auf einem Laufband.

Ähnliche Ergebnisse erlangte eine Studie von türkischen Sportwissenschaftlern im „International Journal of Sports“ aus dem Jahr 2016. Es ergaben sich positive Auswirkungen auf die Ausdauerleistung und den Körperfettanteil.

Technik ist für finalen Effekt von großer Bedeutung

Auch, wenn das Hüpfen auf dem Trampolin erst einmal leicht erscheint, muss man sich langsam herantasten und auf die Technik achten. Denn es geht nicht darum, möglichst hochzuhüpfen, sondern in das Trampolin reinzuspringen, erklärt Margitta Scheffler. Nur so könne man den verschiedenen Schritten auch folgen. „Gerade das macht die Sportart so anstrengend, das ständige Springen, während sich der ganze Körper anspannt und stabil halten muss“, fügt Schollas hinzu.

Obwohl der Einstieg etwas Übung und Zeit braucht, sei man nach ein paar Jumping-Einheiten schnell drin, da sich die Grundschritte immer wiederholen. Somit ist das Trampolin-Springen auch für jedes Alter etwas. Lediglich Schwangere oder Frauen, die erst vor Kurzem entbunden haben, sollten mit dem Jumping-Fitness lieber etwas warten.

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