Michel Josch hat im Sommer einen seltenen Wechsel vollzogen, jetzt sorgt er für Spektakel. © Timo Janisch
Fußball

Michel Josch schießt nach seinem außergewöhnlichen Wechsel nun verrückte Tore

Michel Josch sorgte für einen der spektakulärsten Wechsel des Sommers. Doch Josch veranstaltet munter weiter Spektakel.

Jahrelang hütete Michel Josch für den Lüner SV in der Westfalenliga das Tor. Im Frühjahr entschied er sich dann zu einem Wechsel mit Seltenheitswert. In neuer Rolle sorgt er nun für Spektakel.

Dass ein Spieler am Ende seiner Karriere freiwillig einige Ligen nach unten wechselt, ist keine Seltenheit. Nur steht Michel Josch mit 27 Jahren nicht unbedingt am Ende seiner Laufbahn. Und noch etwas besonderes hat der Wechsel aus der Westfalenliga in die Kreisliga B zum BV Lünen an sich.

Denn Josch, eigentlich Torwart, spielt bei den Geistern nun auf dem Feld. „Eigentlich habe ich gedacht, ich werde Stürmer“, sagt Josch. Doch bei der BV05-Reserve hat man andere Pläne mit ihm.

In den bisherigen Testspielen und Trainingseinheiten spielte Josch auf der Sechs oder Acht. „Da ich fußballerisch als Torwart schon sehr gut veranlagt war, kann ich mich ganz gut ins Team einfügen“, sagt Josch, der sich zudem für ballsicher genug hält.

Michel Josch trifft per Zidane-Drehung

Doch auch die erhofften offensiven Impulse konnte er bereits setzen. Im Testspiel beim VfB Lünen II erzielte er den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0. Ein Allerweltstor war der Debüt-Treffer jedoch keinesfalls.

Josch habe ein Anspiel erhalten, dass allerdings etwas zu weit nach vorne sprang. Rund 25 Meter vor dem Tor habe er den heraneilenden VfB-Verteidiger per Zidane-Drehung aus dem Spiel genommen und den Schlussmann anschließend mit links getunnelt – so die eigene Beschreibung.

Technisch dürfte das nicht nur für Kreisliga-B-Verhältnisse sehenswert gewesen sein. Dabei hatte Josch von seinem Co-Trainer sogar ein Verbot für die berühmte 360-Grad-Drehung über den Ball erhalten. Der Lüner hatte es im Training mit seinen Tricks schon übertrieben.

„Im Training in der Kreisliga B muss man auch mal etwas Spaß machen“, scherzt Josch. Und weiter: „Da habe ich den Trainer eines besseren belehrt.“

Michel Josch schraubt die Erwartungen runter beim BV Lünen

Grundsätzlich falle der Unterschied zwischen der Westfalen- und Kreisliga B natürlich „gewaltig“ auf. Drei Klassen liegen zwischen beiden Ligen. Beim LSV trainierte Josch pro Woche vier bis sechs Mal, beim BV Lünen selbst in der Vorbereitung nur zwei Mal.

„Man geht halt nicht mit so hohen Erwartungen in die Kreisliga B“, sagt Josch. Zudem müsse er das fußballerische Niveau seiner Mitspieler gewöhnen und berücksichtigen, dass man bei Fehler keine Westfalenliga-Standards anlegen könne.

Da Josch demnächst bei der Bundeswehr beginnt und ohnehin nicht mehr in gewohntem Umfang trainieren könne, schloss er sich schon in diesem Sommer der BV-Reserve an. Dort spielen viele Freunde des langjährigen Torhüters – das ist auch der Grund, warum Josch sich nicht der ersten Mannschaft angeschlossen hat.

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Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch

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