Bei einem Lüner Verein wird es demnächst größere Veränderungen geben. © Jens Lukas
Amateursport

Nach etlichen Jahren im Verein: Lüner Klub verliert seinen Vorsitzenden

Nach Jahrzehnten der Kontinuität muss sich ein Lüner Verein auf die Suche nach einem neuen Vorsitzenden machen. Doch der Aderlass im Klubvorstand könnte sogar noch größer ausfallen.

Es erscheint längst nicht mehr selbstverständlich, dass ein Sportverein über Jahrzehnte auf Kontinuität im eigenen Vorstand setzen kann. Bei einem Lüner Klub war das bis zuletzt der Fall, doch jetzt stehen deutliche Veränderungen an.

Tremblau kommt 1999 zum BV Lünen

Der BV Lünen 05, der älteste Fußballklub in der Lippestadt, wird einen neuen Vorsitzenden wählen. Denn mit Erich Tremblau tritt einer der dienstältesten Funktionäre der Stadt nicht mehr an. Mit ihm verabschieden könnte sich auch seine Frau, die als Vorsitzende des Fördervereins des BV 05 den Klub aus der „Geist“ gerade beim Bau des Kunstrasenplatzes unterstützte.

1999 lernte Erich Tremblau die „Geister“ näher kennen. Er trat als Trainer der Reserve an. Aus dem Coach wurde noch vor dessen 60. Geburtstag der Vorsitzende, Präsident, oder kurz „Präses“ genannt. Im nächsten Jahr wird er 80 Jahre alt.

Erich Tremblau wird seinen Posten als Vorsitzender des BV Lünen räumen.
Erich Tremblau wird seinen Posten als Vorsitzender des BV Lünen räumen. © Goldstein © Goldstein

Was sagte er noch vor fast 20 Jahren, bevor er damals am 12. September 2002 seinen 60. feierte? „Ich wollte schon immer ein Vorstandsamt übernehmen!“ Und was sagt er heute nach über zwei Jahrzehnten als Präses der Blau-Weißen? „Das war schon alles in Ordnung. So wie ich es mir vorgestellt habe, ist es abgelaufen. Ich hatte immer gute Kollegen im Führungsteam. Es wurde super gearbeitet. Keiner hat dem anderen das Leben schwer gemacht.“

Tremblau blickt auch auf andere Lüner Vereine

Träume gingen in Erfüllung, wechselten mit Enttäuschungen. „Das Größte war für mich, dass wir unseren Ascheplatz durch ein modernes Kunstrasenfeld ersetzen konnten. Schön war aber auch unser Aufstieg in die A-Klasse. Traurig stimmte uns alle dann aber auch der sofortige Wiederabstieg. Es fehlten und fehlen die finanziellen Mittel. Aber auf jeden Fall war das Umfeld beim BV in Ordnung.“

Auch heute blickt der baldige Ex-Vorsitzende über den Platz an der Moltkestraße hinaus. „Im Lüner Fußball lief es grundsätzlich auch schon einmal besser. Aber BW Alstedde mischt jetzt in der Bezirksliga gut mit und der Lüner SV scheint sich in der Westfalenliga zu berappeln.“

Tremblau selbst, der als Spieler unter anderem für Viktoria Derne, SuS Derne und zuletzt die Altenherren des BV Lünen unterwegs war, wechselte nach seiner aktiven Karriere in das Traineramt. 1995 löste er Ewald Hecker beim VfB 08 Lünen ab, ehe es zur SG Gahmen und schließlich wieder zurück zum BV Lünen ging.

Seine Frau Renate kommt derweil noch nicht von den „Geistern“ los: „Ich würde gern meinen Posten als Vorsitzende des Fördervereins abgeben. Aber im Vorstand, in dem ich die einzige Frau bin, will noch niemand diesen Job übernehmen. Ich werde erst abtreten, wenn ich einen Nachfolger gefunden habe“, so Renate Dada-Tremblau.

Verabschiedet werden Erich und Renate Dada-Tremblau bei der Jahreshauptversammlung der „Geister“. Diese soll, wenn die Corona-Pandemie es zulässt, nach den Ferien im August stattfinden. Dann endet in der Geist die Ära eines Urgesteins.

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