Die Kanutin Jule Hake steht kurz vor ihrer wohl größten Reise. Bald steuert sie in Richtung Tokio zu den Olympischen Spielen. © Schröer
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Olympia im Kopf: Kanutin Jule Hake steht vor der größten Reise ihrer Karriere

Nur noch wenige Tage, dann geht für Kanutin Jule Hake die wohl größte Reise ihrer Sportlerkarriere los. Die Olympischen Spiele in Tokio stehen an. Doch die Athletin ist die Ruhe selbst - noch.

Es dauert nicht mehr lange und dann sitzt Jule Hake im Flugzeug nach Tokio und steuert ihre ersten Olympischen Spiele an. Die Olfener Kanutin, die für den KSC Lünen startet, kann auch rund vier Wochen nach der offiziellen Nominierung immer noch nicht fassen, dass sie es mit ihren 21 Jahren soweit geschafft hat. Eigentlich waren die Sommerspiele in Paris 2024 das ganz große Ziel. Nun wird Hake am 4. August an der Regatta-Strecke stehen. Bis sie über die 500 Meter im Einer- und Vierer-Kajak starten wird, sind aber noch einige Punkte abzuarbeiten.

Seit dem 7. Juli befindet sich die Olfenerin im Trainingslager und wird dort auch bleiben, bis es am kommenden Wochenende mit der großen Reise losgeht. „Die letzten Tage vor dem Abflug werden noch mal richtig hart, erzählt Hake. „Da sind noch sehr intensive Einheiten auf dem Plan, darunter auch eine Vorbelastung.“ Heißt im Konkreten, dass die Kanutin ihre Wettkampfstrecke so schnell wie es geht absolvieren muss.

Große Ziele für die Olympischen Spiele

Nach ihrer Ankunft in Tokio geht es für die 21-Jährige und die anderen 16 Athleten des Kanuteams dann nicht direkt ins Olympische Dorf, sondern erst ins Pre-Camp. Dort sollen sich die Athleten zum einen an das Klima und die deutlich höhere Luftfeuchtigkeit und zum anderen an die Zeitzone gewöhnen.

Für ihren Wettkampf nimmt sich die Kanutin viel vor – das Finale und mehr ist ihr großer Traum. „Natürlich will ich gewinnen, aber ob das auch klappt, weiß ich nicht, da die Konkurrenz sehr groß ist“, erklärt sie. Ein bisschen traurig wäre sie schon, wenn ihr Rennen nicht so läuft, wie sie es sich vorgestellt hat. „Aber wenn ich alles gegeben habe, kann ich zufrieden sein mit jeder Platzierung.“

Voller Fokus auf den eigenen Wettkampf

Aufgeregt ist Hake vor der wahrscheinlich größten Reise ihrer jungen Sportlerkarriere nicht – noch nicht. „Ich glaube, das fängt erst an, wenn ich an der Regatta-Strecke oder im Dorf ankomme.“ Im Moment sei das alles sehr weit weg, auch weil Hake noch eine lange Reise auf sich nehmen muss, bis sie ihr Rennen fahren wird. Falls die Aufregung dann noch mal überhand nehmen sollte, werde sie sich einfach mit Serien oder Gesprächen ablenken. Aber sie wolle nie den Fokus verlieren. „Ich werde mich durch nichts ablenken lassen“, erklärt die 21-Jährige.

Da Hake nicht alle Tage nach Japan fliegt, wäre Sightseeing ein schöner Zusatz zur Teilnahme an den Olympischen Spielen. Doch durch die Corona-Pandemie wird die Kanutin komplett abgeschnitten von der Außenwelt sein. „Wir werden keine Chance haben, aus dem Dorf rauszukommen, außer für Wettkämpfe und Training.“ Viel tragischer findet Hake aber, dass weder ihre Familie noch Zuschauer zugelassen sind. „Aber lieber so, als wenn das Ganze zu einem Superspreader-Event wird.“

Zeitplan für Olympischen Spiele (alle Zeitangaben MESZ):

Kajak-Einer, 500 Meter: Vorlauf: 4. August, 3.19 Uhr; Viertelfinale: 4. August, 5.07 Uhr, Halbfinale: 5. August, 2.58 Uhr; B-Finale: 5. August, 5.01 Uhr; A-Finale: 5. August, 5.08 Uhr; Kajak-Vierer, 500 Meter: Vorlauf: 6. August, 3.15 Uhr; Halbfinale: 7. August, 3.07 Uhr; Finale: 7.August, 5 Uhr

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