Alle Fußballer der Stadt müssen 2020 ohne Hallenstadtmeisterschaft auskommen. © Jürgen Weitzel
Hallenstadtmeisterschaft

Protagonisten sprechen Klartext: Das muss sich bis zur Hallenstadtmeisterschaft 2021 ändern

In diesem Jahr muss die Hallenstadtmeisterschaft der Fußballer ausfallen. Ein Trainer wird so um sein Debüt gebracht. Die große Hoffnung liegt nun auf einer normalen Ausrichtung 2021.

Wenngleich die Hallenstadtmeisterschaft der Lüner Fußballer nicht mehr den Glanz früherer Trage versprüht, so ist dennoch auch heutzutage noch das größte Sportereignis in Lünen.

An zwei Tagen im Dezember suchen die Lüner Seniorenteams ihren Hallenmeister, die Junioren ziehen das Turnier meist über zwei Wochen und spielen die Könige auf dem Hallenparkett aus.

Im Jahr 2020 musste die Stadtmeisterschaft jedoch wie so vieles ausfallen. Die Corona-Pandemie machte eine Ausführung undenkbar. Schon früh hatte das die Fußballfachschaft im Stadtsportverband erkannt und daher alle Planungen auf Eis gelegt. Einen Ersatztermin gibt es in Lünen auch nicht.

Nachholtermin ergibt keinen Sinn für Sascha Holz

„Ein Nachholen des Turniers würde für uns in Lünen keinen Sinn machen. Wir haben wegen der Schulen und den Hallensportarten schon immer Probleme, die Halle zu bekommen. Wir sind auf Ferienzeiten und Pausen angewiesen. Da müssen wir keinen Stress machen und einen anderen Termin suchen“, erklärt Sascha Holz.

Sascha Holz richtet den Blick noch auf die Pandemie – und dann auf die Austragung 2021. © Timo Janisch © Timo Janisch

Der Vorsitzende der Fußballfachschaft im Stadtsportverband sagt weiter: „Unsere Entscheidung bezüglich der Absage fiel früh, aber sie war richtig. Unsere Hoffnung ist natürlich, dass wir das Turnier 2021 normal stattfinden lassen können. Aber uns muss auch bewusst sein, dass im nächsten Jahr nicht schlagartig alles normal sein wird. Wir stehen da noch immer vor einer ungewissen Zukunft.“

So sieht das auch Marco Fischer. Der Trainer des B-Ligist BV Lünen wird durch die Absage um sein Seniorentrainer-Debüt bei der Hallenstadtmeisterschaft gebracht. In den letzten beiden Jahren war er noch als Spieler aktiv, nun hätte er erstmals ein Seniorenteam betreut. Aber auch er sieht die Absage als richtig an und sagt: „Die Absage war natürlich absolut verständlich. Alles andere wäre in diesem komischen Jahr auch nicht zu vertreten gewesen.“

Marco Fischer blickt der Stadtmeisterschaft noch immer freudig entgegen

Fischer zeigt gleichzeitig auch auf, die groß der Glanz des Turniers immer noch sein kann: „Ich wurde in der Jugend und als Jugendtrainer schon einige Male Stadtmeister, aber die letzten beiden Jahre als Spieler waren schon echt geil. Wie wir da als B-Ligist die Großen aus Lünen geärgert haben und die ganze Halle unsere Aktionen bejubelt hat, dass war schon brutal. Das ich da dabei sein durfte, dafür bin ich immer noch dankbar“, so der Coach des BV05.

Und auch bei den Junioren findet das Turnier immer noch großen Anklang. Benedikt Kuhne von BW Alstedde ist nicht nur Sportlicher Leiter des Klubs, sondern gleichzeitig auch noch F-Jugend-Trainer und weiß zu berichten: „Bei den Kleinen geht es nicht unbedingt ums gewinnen, aber die Kinder brennen natürlich auf so ein Turnier. Auch die Eltern sind da jedes Mal mit Fahnen, Trommeln voll dabei. Das ist das besonders Schöne an der Hallenstadtmeisterschaft.“

Benedikt Kuhne kritisiert die Eklats während der Turniere der vergangenen Jahre. © Foto: Timo Janisch © Foto: Timo Janisch

Und, so Kuhne weiter, bei den Spielen der Kinder seien vermutlich sogar mehr Zuschauer in der Halle, als bei den Erwachsenen. Denn auch bei den Senioren sei das Turnier zwar ein tolles Event, die Ausschreitungen würden es aber seit einigen Jahren überschatten.

„Das Theater was da oft vorkommt will einfach niemand sehen. Das wirft ein schlechtes Licht auf das Turnier. Gerade die ältere Generation kommt dann nicht mehr in die Halle“, so Kuhne.

Das sieht auch Hüseyin Tekin, Sportlicher Leiter der SG Gahmen so. Er sagt: „Das Turnier hat früher großen Spaß gemacht. Da waren die Umgangsformen aber noch anders.“

Hüseyin Tekin sieht zu wenig Werbung

Dennoch wolle man bei der SG immer die stärkst mögliche Mannschaft aufbieten. „Ich habe manchmal das Gefühl, andere Vereine schonen ihre besten Spieler für das Turnier in Dortmund. Auch, wenn wir da im letzten Jahr natürlich erfolgreich waren, kommen wir aus Lünen und wollen uns hier bestmöglich präsentieren“, so Tekin weiter.

Nach seinem Geschmack müsse man mehr Werbung für das Turnier machen. „Ich glaube, zu wenige Lüner wissen wirklich, wann das Turnier ist und, dass es überhaupt ist. Da muss man im Herbst anfangen Werbung zu machen. Auch die Bewirtung muss noch besser werden. Früher durfte man in der Halle Essen und Trinken. Das geht nur noch draußen. Aber draußen bekommen die Zuschauer

nichts vom Turnier mit. Da muss man drüber sprechen, was es hier für eine Lösung geben kann. Vielleicht mit Bildschirmen.“

Bildschirme hätten ein Risiko

Eine Idee, für die Sascha Holz durchaus offen ist. Aber er gibt auch zu bedenken: „Wenn wir draußen offen Bildschirme aufhängen, laufen wir Gefahr, dass die Leute gar nicht erst in die Halle kommen und den Eintritt nicht bezahlen. Auch, wenn das nur kleine Summen sind. Das wird dann für den Ausrichter total ärgerlich.“

Über die Bewirtung, so Holz abschließend, müssten die zehn Vereine der Stadt sich einmal an einen Tisch setzen über mögliche Modelle sprechen. Nun gelte es aber eben erst einmal, Corona zu überstehen. „So schön und toll es ist Fußball zu spielen, wir müssen gerade das Virus bekämpfen. Das ist einfach wichtiger als der Sport“, sagt Holz.

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