Der Test zwischen Westfalia Wethmar und dem FC Nordkirchen erfüllte nicht alle Erwartungen. © Timo Janisch
Fußball

Westfalia Wethmar und FC Nordkirchen liefern sich blassen Test – bis kurz vor Schluss

Das Testspiel zwischen Westfalia Wethmar und dem FC Nordkirchen fand auf einem dürftigen Niveau statt. Zwei Rückkehrer nach Lünen konnten dabei nicht zufrieden sein.

Es war ein unspektakuläres Fußball-Testspiel zwischen Westfalia Wethmar und dem FC Nordkirchen. Nur in zwei Phasen stiegen Tempo und Intensität spürbar an.

Gegen Mitte der ersten Halbzeit verpassten beide Mannschaft mehrfach das richtige Timing im Zweikampf. Die Folge: viele relativ harte Foulspiele, darunter einige Grätschen – dabei war Nordkirchen häufiger Opfer als Täter.

Steven Koch sah Wettkampfhärte von Westfalia Wethmar

Als der Unparteiische der Westfalia die erste Gelbe Karte zeigte, war die Stimmung schon hochgekocht. „Wir gehen es so an, als wäre es ein Meisterschaftsspiel. Das waren Zweikämpfe, die auch in einem Testspiel so geführt werden können“, sagte Wethmars Trainer Steven Koch.

Weil beide Teams sich dann doch etwas zurücknahmen, verlief die Begegnung im weiteren Verlauf ruhig. Dem fußballerischen Niveau der Partie verhalf das allerdings zu keinem Sprung nach oben.

Mario Plechaty sah ein „ganz, ganz schlechtes Spiel“ vom FC Nordkirchen

„Es war ein ganz, ganz schlechtes Spiel von uns“, sagte Mario Plechaty, Trainer des FCN. Der langjährige Trainer des Lüner SV und seine Nordkirchener gehören zu den Top-Favoriten der Bezirksliga 9.

Wethmar stellte sich gegen den vermeintlichen Favoriten tief hinten rein und riskierte lange sehr wenig im Umschaltspiel nach vorne.

Meistens blieb Kai Schinck, der seine Karriere eigentlich beendet hatte, aber am Sonntag aushalf, ohne Unterstützung und lief sich schnell fest. „Das wird die nächste Aufgabe sein, an die wir rangehen wollen“, sagte Koch zum mangelhaften Umschaltspiel.

Westfalia Wethmar um Kapitän Patrick Schöpf zeigte sich kämpferisch stark, aber spielerisch limitiert.
Westfalia Wethmar um Kapitän Patrick Schöpf zeigte sich kämpferisch stark, aber spielerisch limitiert. © Timo Janisch © Timo Janisch

Den Gästen – darunter der Ex-Wethmarer Dominik Dupke – fehlte dagegen die Frische, um sich wirklich klare Torchancen zu erarbeiten. Plechaty kritisierte das Ausspielen von Kontern, die ersten Kontakte und die Entscheidungsfindung: Die technischen Mängel im ersten FCN-Spiel auf Kunstrasen waren unübersehbar.

„Ich will die Mannschaft nicht in Schutz nehmen, aber wir haben die letzten Tage viel gemacht. Sie wirkten alle sehr platt“, so Plechaty. Er nahm seine Elf aber nach zuvor zwei Testspielen gegen Westfalenligisten in die Pflicht.

„Was mir absolut gefehlt hat, war die Einstellung. Ich habe der Mannschaft vor dem Spiel gesagt, dass sie solche Spiele auch annehmen muss. Das war heute nochmal ein Zeichen. Ich hoffe, dass die Spieler sich nochmal Gedanken machen nach dem Spiel“, sagte Plechaty.

Spiele wie das vom Sonntag wird der FCN auf dem Weg in die Landesliga wohl einige vor der Brust haben. Koch betonte sogar, dass die Westfalia mit ihrer Ausrichtung ihr Auftreten gegen die Top-Teams der Liga – bei den Grün-Weißen ist es die Bezirksliga 8 – testen wollte.

Christian Wantoch von Rekowski mit zwei Chancen

In der Schlussphase stieg die Ereignisdichte dann stark an. Die vielen Wechsel, konditionelle Schwierigkeiten und die hohe Trainingsbelastung entfalteten augenscheinlich ihre Wirkung.

Das Mittelfeld schien nun aufgelöst. Erst verfehlte eine Direktabnahme von Wethmars Niklas Wehner nach missglücktem Kopfball von Mitspieler Christian Wantoch von Rekowski das Gehäuse nur knapp.

Auf der Gegenseite tankte sich Marcel Stiepermann durch und verpasste das kurze Eck so gerade eben. Wethmar suchte und fand nun mehr Platz im Umschaltspiel.

Ein Abseitstor durch von Rekowski und eine Freistoß-Flanke, die von Rekowski und Maurice Adamsky verpassten, sollten aber die größten Torannäherungen bleiben. „Das war total wild und sehr zerfahren. Keiner hat mehr so richtig die Positionen eingehalten“, sagte Plechaty.

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freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch

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