Barrierefrei mit Innenhof: So stellen sich die Planer das künftige Wohnen am Preußenhafen vor. © Post + Welters Architekten
Wohnen in Preußen

160 Wohnungen am Wasser: Pläne für Fläche am Preußenhafen vorgestellt

Was passiert mit der Fläche am Preußenhafen? Die Stadt Lünen präsentierte nun ein Konzept, das diese Frage beantworten soll. Auch für die Fläche am Bahnhof gibt es neuerdings konkrete Pläne.

Bereits seit Jahren wird über ein „Wohnen am Wasser“ auf dem Gelände des Preußenhafens diskutiert, beschlossen wurde bisher allerdings nichts. Die Stadt Lünen präsentiert nun erste Entwürfe, wie es künftig zwischen Hafen und Bahnhof aussehen könnte.

Gemeinsam mit der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (BEG) NRW beauftragte die Stadtverwaltung das Planungsbüro „Post + Welters Architekten“ aus Dortmund mit der Erarbeitung eines Strukturkonzeptes für das Gelände westlich der Bahntrasse, das sich vom Preußenhafen bis zum Bahnhof Preußen erstreckt. Gefördert werden die Planungen über die Landesinitiative „Bauland an der Schiene“.

Aufgelöste Blockstrukturen mit Innenhöfen

Im Ausschuss für Stadtentwicklung wurde das erarbeitete Konzept erstmals öffentlich vorgestellt. „Das Strukturkonzept ist ein erster guter Aufschlag, welches Potenzial im Gelände steckt“, sagte der Technische Beigeordnete Arnold Reeker bei der Präsentation der Entwürfe. Die Pläne sehen drei Teilflächen auf dem Areal vor: Wohnen am Preußenhafen, einen Gewerbecampus südlich des bestehenden Gewerbes und Wohnen im Bereich des Bahnhofes.

Direkt an der Hafenkante ist eine Grünfläche mit Platz für Sport und Spiel angedacht. Südlich davon folgt die Wohnbebauung in drei Blöcken.
Direkt an der Hafenkante ist eine Grünfläche mit Platz für Sport und Spiel angedacht. Südlich davon folgt die Wohnbebauung in drei Blöcken. © Post + Welters Architekten © Post + Welters Architekten

Für das Wohnen am Hafen ist die Bebauung in drei „aufgelösten Blockstrukturen“ mit Innenhöfen vorgesehen. Die dreigeschossigen Wohngebäude mit zusätzlichem Staffelgeschoss stehen in dem Konzept allerdings nicht direkt am Wasser.

Zwischen Wohnbebauung und Hafenkante soll es – unter der dort verlaufenden Hochspannungsleitung – eine Grünfläche mit Platz für ein Biotop sowie Sport- und Aufenthaltsflächen geben. Auch eine Anlage für Wohnmobilstellplätze taucht in dem Konzept auf. Seit Mai 2020 gehört das 42.000 Quadratmeter große Areal dem Bauverein Lünen.

Etwa 160 Wohnungen sollen am Hafen entstehen. Im Bebauungsplan für das Gelände will die Stadtverwaltung eine Quote für den sozialen Wohnungsbau festsetzen, um das Wohnen dort für alle Einkommensschichten zu ermöglichen.

Für jede Wohnung ist von den Planern ein PKW-Stellplatz vorgesehen. Diese sollen entweder als Tiefgarage unter den Wohnhäusern oder als Quartiersgarage direkt an der Bebelstraße entstehen. Zusätzlich soll es etwa 40 öffentliche Stellplätze geben. Einige Mitglieder des Ausschusses zweifelten daran, dass diese Zahl ausreichen wird. Auch ist ein Stellplatz pro Wohneinheit in ihren Augen zu wenig.

Autos sollen in einer Quartiersgarage abgestellt werden können. Eine andere Variante sieht eine Tiefgarage vor.
Autos sollen in einer Quartiersgarage abgestellt werden können. Eine andere Variante sieht eine Tiefgarage vor. © Post + Welters Architekten © Post + Welters Architekten

Neben den Innenhöfen der Wohnblocks soll es auch einen „Stadtplatz“ geben, der neben Sitzmöglichkeiten auch Raum für Veranstaltungen bieten könnte. Dort sei auch die Ansiedlung von Einzelhandelsgeschäften denkbar.

Moderner und innovativer Gewerbestandort

Auf einem weiteren Teilareal südlich der bereits vorhandenen Gewerbefläche soll künftig ein Gewerbecampus entstehen. Auf der Karte des Konzeptes sind zwei Gewerbehöfe mit Gemeinschaftshöfen abgebildet. Die Planer sehen das als „modernen/innovativen Gewerbestandort für Handwerk/Forschung/

Startups“.

Die Einbindung von Photovoltaik und Gründächern soll den Standort nachhaltiger gestalten. Die Grünstrukturen entlang der Bahnlinie sollen erhalten bleiben und durch Neupflanzungen erweitert werden.

Die Erschließung des Gewerbecampus ist über den vorhandenen Kreisverkehr an der Bebelstraße möglich. Die bereits bestehende Gneisenau-Trasse wird den Plänen nach das Wohngebiet am Hafen mit dem Gewerbecampus für Fußgänger und Radfahrer verbinden. Ein neuer Rad- und Fußweg soll dann bis zum Bahnhof Preußen weiterführen, wo eine weitere Wohnsiedlung geplant ist.

Autofreier Wohncampus am Bahnhof

Direkt am Bahnhof soll ein Wohncampus für Studenten- oder Seniorenwohnen entstehen. Das Quartier soll autofrei sein und mit einer Quartiersgarage ausgestattet werden. Wegen der direkten Nähe zum Bahnhof ist für Pendler in der Garage die Einrichtung eines Park-and-Ride-Parkplatzes angedacht. Für „Notverkehre“ soll aber auch dieses Quartier mit dem Auto befahren werden können.

Der geplante westliche Zugang des Bahnhofs Preußen würde über den angrenzenden Bürgerpark direkt mit der Neubebauung und ihren grünen Wohnhöfen verbunden. Die zusätzliche öffentliche Nutzung der Gebäude am Park soll Angsträume verhindern.

Auch hier soll der Radverkehr gefördert werden: Die Alsenstraße soll bis zum Bahnhof verlängert und ab dem Königsberger Weg als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Zusätzlich ist von den Planern eine Brücke über die Straße „Am Preußenbahnhof“ vorgesehen, die Fußgängern und Radfahrern eine kreuzungsfreie Fahrt vom Bahnhof bis zum Hafen ermöglicht.

Einfamilien- oder Doppelhäuser

Westlich der Bebelstraße taucht in den Entwürfen eine weitere Bebauung auf. Dort sollen – angrenzend an bereits stehende Häuser – mehrere freistehende Einfamilien- oder Doppelhäuser errichtet werden.

Am Kreuzungspunkt Bebelstraße / Kurler Straße / Derner Straße könnte hierzu ein Kreisverkehr entstehen, um das Wohngebiet zu erschließen. Die geplante neue Straße würde in die Alsenstraße münden. Im Zuge des Bauprojekts würde der Querschnitt der Kurler Straße geändert und mit einem breiteren Rad- und Gehweg ausgestattet.

Ob und wann die Pläne umgesetzt werden können, steht noch nicht fest. Der Lüner Stadtplaner Thomas Berger merkte bei der Präsentation unpräzise an: „Das ist ein Blick in die Zukunft.“

Über den Autor
Volontär
1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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Dennis Görlich

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