Der Abbruch des leer stehenden Hauses am Cappenberger See hat am Montag (13. 7.) begonnen. © Sylvia vom Hofe
Baustelle

Abriss in Lünen-Wethmar: Haus am Cappenberger See ist bald Geschichte

Nach mehr als 100 Jahren - wie viele genau, ist unbekannt - hat die letzte Stunde geschlagen für das Haus am Cappenberger See.

Wer sich tatsächlich am Wochenende überwunden hatte, bei nicht einmal 20 Grad und kalten Duschen dem Freibad Cappenberger See einen Besuch abzustatten, wird keine Mühe gehabt haben, einen freien Parkplatz zu finden. Die Zahl der Badegäste hält sich seit der verspäteten Saisoneröffnung am ersten Tag der Sommerferien in Grenzen. Am frühen Montagmorgen (13.7.) war es dagegen etwas voller dort – aber nicht durch Badegäste.

Bädergesellschaft ist seit 1995 zuständig

Ein Team der Märkischen Tiefbau GmbH aus Lünen hat begonnen, das Haus am See abzureißen: ein Gebäude, das schon seit Jahren leer steht. Und dessen mehr als 100 Jahre alte Geschichte im Dunkeln liegt. Die aktuelle Eigentümerin, die Bädergesellschaft Lünen, ist seit ihrer Gründung als Tochterunternehmen der Stadtwerke, für die Immobilie zuständig: seit 1995. Renovierungsbedürftig war das Haus schon damals.

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Haus am See wird abgerissen

Inzwischen sei es stark baufällig, hatte Jasmin Teuteberg, die Sprecherin der Stadtwerke, bereits Ende April gesagt. Damals hatte sie den Abriss angekündigt – allerdings, ohne einen Termin in Aussicht zu stellen. Wegen der Corona-Pandemie müsse das Vorhaben warten, bis alles „wieder seinen gewohnten Gang“ gehe. So weit ist man in Sachen Corona zwar noch nicht, wie nicht nur die strengen Schutzmaßnahmen im Freibad zeigen. In Sachen Haus am See aber offenbar schon.

Abbrucharbeiten schreiten schnell voran

Von dem Walmdach zum Parkplatz hin ist gegen 8.30 Uhr am Montag schon nichts mehr zu sehen. Der gelbe Bagger hatte bereits die ganze Front bis zum Schornstein eingerissen. Ein Haufen roter Ziegel stapelt sich auf der Wiese, daneben jede Menge Holz.

Ende April 2020 war das Haus - bis auf Fenster und Tür - noch komplett.
Ende April 2020 war das Haus – bis auf Fenster und Tür – noch komplett. © Sylvia vom Hofe © Sylvia vom Hofe

Dämmmwolle und anderes Material, das im Verdacht steht, asbesthaltig zu sein und separat verpackt und entsorgt werden müsste, ist nicht dabei. Als das Haus vor vermutlich mehr als 100 Jahren errichtet wurde, waren diese gesundheitlich bedenklichen Werkstoffe noch nicht auf dem Markt. Bei späteren Renovierungen wurden sie offenbar nicht eingesetzt. Und seit 1979 sind sie verboten.

Bädergesellschaft plant Erweiterung des Parkplatzes

Björn Pastowski, Polier der Märkischen Tiefbau, versteht, wenn Passanten sagen: „Ach, schade um das Haus“. Das sei aber nur der erste, flüchtige Eindruck beim Blick auf das Backsteingebäude in bester Lage: das einzige Haus zwischen Wehrenboldstraße und Dreischfeld. Wer länger bliebe und beobachte, wie sich die Baggerschaufel mit Leichtigkeit durch die Mauern arbeitet, erkenne, wie schlecht die Bausubstanz war.

Die Bädergesellschaft plant keinen Neubau. Laut Teuteberg wird das Grundstück „zunächst als Ausweichparkplatz“ dienen: für den Fall, dass der Betrieb im Freibad auch einmal wieder „seinen gewohnten Gang“ gehen wird.

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Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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