Die Betonplatte für die neue 4-Feld-Sporthalle ist bereits gegossen. Im Hintergrund ist die KKG zu sehen. © Goldstein
Stadtentwicklung

Campus Lünen-Süd: Boden für millionenschweres Stadteilprojekt ist bereitet

Im Frühjahr 2019 fiel der Startschuss zum millionenschweren Bauprojekt Campus Lünen-Süd. Seitdem ist schon einiges passiert. Und es geht munter weiter - trotz Corona. Das ist der Plan.

Das millionenschwere Bauprojekt Campus Lünen-Süd rund um die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule (KKG) im gleichnamigen Stadtteil ist für die Verwaltung und hier speziell für Stadtplaner Thomas Berger und dessen Team nicht irgendein städtebauliches Projekt, sondern ein „multifunktionales Projekt“:

„Campus Lünen-Süd ist für uns mehr als nur das, was dort ‚hochbaulich‘ passiert. Das Ganze hat noch zwei andere Aspekte. Erstens wollen wir dort im Zusammenhang mit den Hochbaumaßnahmen auch den gesamten Raum drumherum gestalten. Zweitens, wir sagen ‚Software’ dazu, wollen wir das Gebäude der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule (KKG) künftig für Stadtteilarbeit, für Initiativen, für die Volkshochschule und ähnliche Institutionen öffnen.“

Das sagte Thomas Berger am Donnerstag (26. November) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Stadtplaner Thomas Berger © Fiedler (A) © Fiedler (A)

Ähnlich hatte sich Reinhold Bauhus, seit 2013 Schulleiter der KKG und Ideengeber des Campus-Projektes, schon im Herbst 2018 gegenüber unserer Redaktion geäußert.

KKG-Schulleiter Reinhold Bauhus. © Storks (A) © Storks (A)

Ziel des Projektes sei die Schaffung eines virtuellen Raumes, eines Netzwerkes, bei dem unterschiedliche Akteure aus den Bereichen Bildung, Soziales, Kultur, Sport und Freizeit kooperieren. Hierbei spiele, hatte Bauhus seinerzeit weiter gesagt, die KKG eine entscheidende Rolle:

„Die Schule hat seit Jahren eine hohe Bedeutung für die Entwicklung des Stadtteils. Als Bildungsinstitution besitzt die KKG mit ihrem Angebot und 1000 Schülern sowie 90 Lehrern auch eine wichtige Funktion für die Gesamtstadt Lünen und die nördlichen Dortmunder Stadtteile.“

Von Anfang an unterstützt wurde Bauhus‘ Campus-Idee von Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns und dem gesamten Verwaltungsvorstand: „Aus unserer Sicht ist das ein ganz tolles Projekt“, hatte Kleine-Frauns damals gesagt. Die große Chance bestehe darin, dass man bei diesem Projekt in Zusammenhängen denke: „Hier soll nicht zwischen Schulzeit und Freizeit unterschieden werden. Die Planung soll ausschließlich an den Bedürfnissen der Entwicklung des Sozialraums orientiert sein und damit Grenzen von Politik und Verwaltung überwunden werden.“

Und auch im Düsseldorfer Schulministerium, dem eine Lüner Delegation im August 2018 einen Besuch abstattete, waren die handelnden Personen rund um NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) von der Campus-Lünen-Süd-Idee ganz angetan.

Seitdem ist schon einiges passiert:

  • Der ehemalige Schultrakt D („D-Trakt“) wurde abgerissen, die Arbeiten starteten in den Osterferien 2019.
  • In den Sommerferien 2019 wurde die ehemalige Schwimm- und Ringerhalle dem Erdboden gleich gemacht.
  • Die Halde Victoria III/IV wurde neu gestaltet: Auf dem Haldenplateau ist ein Geschicklichkeitsrundkurs für Mountainbiker, Ruhezonen zum Erholen und ein Fitnessaufstieg für Sportbegeisterte entstanden, die Eröffnung fand Mitte August dieses Jahres statt.
  • Die energetische Sanierung und der barrierefreie Umbau des Hauptgebäudes der Schule stehen in Kürze an. Die Kosten dafür betragen rund sechs Millionen Euro. Davon stammen 80 Prozent (4,8 Millionen Euro) aus Fördermitteln des Landes, 1,2 Millionen fließen aus der Stadtkasse.
  • Das Bauvorhaben soll nach Angaben von Tim Jürgens (Stadtplanung) Ende 2021/Anfang 2022 abgeschlossen sein. Für die Arbeiten muss ein Teil der Schüler in Container umziehen.
  • Das Containerdorf soll bis Ende des Jahres auf der Fläche des ehemaligen D-Traktes stehen, Anfang 2021 sollen dann die Schüler umziehen und mit der Sanierung und dem Umbau der Schule begonnen werden.
  • Der Bau einer neuen 4-Feld-Sporthalle ist bis Ende August 2021 geplant. Es sei denn, so Tim Jürgens, es kommt corona-bedingt zu baulichen Verzögerungen. Die erforderliche Betonplatte ist bereits gegossen.
  • Der Bau der 10 Millionen Euro teuren Halle erfolgt mit städtischen Mitteln. Verantwortlich für das Projekt zeichnet die 100-prozentige Stadtwerke-Tochter SL Grundbesitz GmbH & Co.KG.
  • Nach früheren Angaben nutzen die Ringer des VfK Lünen die Halle mit. Dem VfB Lünen und dem Sportplatz Dammwiese werden mit der Halle neue Umkleide- und Sanitärbereiche zur Verfügung gestellt.
  • Der Abriss der alten Sporthalle ist direkt im Anschluss an die Fertigstellung der neuen Halle geplant.
  • Der Rohbau der auf dem Areal an der Dammwiese geplanten Kindertagesstätte steht. Die Fertigstellung ist für Ende Mai kommenden Jahres geplant. Auch dieser Bau ist bei der SL Grundbesitz verortet.
  • „Die Kosten für die Hochbaumaßnahmen, die in den Händen von SL Grundbesitz liegen (Vierfeldsporthalle, Kita sowie Abbruch der alten Dreifeldsporthalle und des D-Trakts), belaufen sich nach Auskunft von SLG auf rund 13 Millionen Euro“, so Stadtsprecher Benedikt Spangardt.
  • Dem Areal beziehungsweise der Schule sollen neue Musikräume zur Verfügung gestellt werden. Tim Jürgens: „Die alten befanden sich im längst abgerissenen D-Trakt der Schule.“
  • Mit dem Bau der „Musikschule, angedockt an die Mensa“ (Jürgens) soll im dritten oder vierten Quartal 2011 begonnen werden bei einer Bauzeit von gut einem Jahr. Für diesen Bau nimmt die Stadt 1,2 Millionen Euro in die Hand. Zuständig ist Stadtbetrieb Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL).

Im Anschluss an die genannten Baumaßnahmen soll dann noch das, wie es die Stadtplaner nennen, Freiraumgelände rund um die Schule neu gestaltet werden. Dazu ist eine Rahmenplanung angelaufen. Zu etwaigen Kosten und einem Zeitplan machten Berger und Jürgens keine Angaben: „Dazu ist es noch viel zu früh.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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