Statt Party und Festivals auf der Showbühne. Andreas Erdelbrauck, in Lüner Szenekreisen nur als „DJ Erle“ bekannt, ist seit dem Lockdown in einem Supermarkt in Brambauer im Einsatz. © Foto: Michael Blandowski
DJ-Urgestein

DJ aus Lünen: Wegen Corona vom Plattenteller zum Supermarktjob

Andreas Erdelbrauck, alias DJ Erle, ist in der Lüner Kneipen- und Festivalszene ein bekanntes Gesicht. Wegen der Corona-Krise ist er in finanzieller Not - jetzt jobbt er im Supermarkt.

Andreas Edelbrauck, besser bekannt unter dem Namen DJ Erle hat es nicht leicht, seit das Corona-Virus größere Veranstaltungen unmöglich macht. „Seit mittlerweile Mitte März, dem ersten Lockdown wegen Corona, bin ich ohne Aufträge“, erzählt der DJ. „Ich lebe quasi von der Hand in den Mund. Auch die Fortsetzung des neuerlichen Lockdowns, voraussichtlich bis zum 10. Januar, machen mir zu schaffen“, berichtet er.

Egal ob das Oktoberfest in Lünen-Süd, der Karnevalsumzug in Lünen-Süd oder die Lüner Kneipennacht; eigentlich heißt das Motto: Kein Fest ohne „DJ Erle“. Bekannte Partysongs und deutsche Schlager aus den 80er- und 90er-Jahren, garniert mit lockeren Sprüchen am Mikrofon, kamen beim Publikum gut an.

Keine Chance, die Fixkosten zu decken

Mittlerweile ist alles Vergangenheit. Das derzeitige Versammlungs- und Partyverbot sorgt bei Künstlern und Partybesuchern für Langeweile und Frust. Die damit verbundenen Einnahmeverluste, sorgen außerdem für Sorgen beim DJ.

„Leider erhalte ich auch nur einen monatlichen Zuschuss über 450 Euro von der Agentur für Arbeit. Meine monatlichen Fixkosten belaufen sich aber schon auf 650 Euro. Folglich kann ich mich nicht über Wasser halten“, so DJ Erle.

Nebenjob als Securiy-Mitarbeiter

Dank der Bekanntheit in Lünen und Umgebung schaffte es Andreas Erdelbrauck Kontakt zu Oliver Tober, einem der Mitverantwortlichen der legendären Brambauer Kultparty, herzustellen.

In der Rewe-Filiale Brambauer von Oliver Tober ist Andreas Erdelbrauck nun dreimal die Woche, für jeweils fünf Stunden täglich, im Einsatz. Als Securitymitarbeiter und Verteiler für Einkaufswagen zuständig, verdient er sich einen kleinen Betrag dazu, um wenigstens einigermaßen über die Runden zu kommen.

Hoffnung auf Corona-Impfstoff

Trotz des neuen Jobs ist die Zukunft von Andreas Erdelbrauck alles andere als rosig. Der bereits verabschiedete Beschluss von Bund und Ländern über den Fortbestand des Lockdowns, mit Party- und Versammlungsverbot bis zum 10. Januar 2021, lässt an ein Ende der wirtschaftlichen Notsituation von DJ Erle nicht denken.

„Ich hoffe, dass möglichst bald der Impfstoff gegen Corona kommen wird. Nur so können wir als Künstler, beziehungsweise die Kulturbranche, wieder auf die Beine kommen und wieder in das frühere Alltagsleben zurückkommen“, so der Gedanke von Andras Erdelbrauck alias DJ Erle.

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Redaktion Lünen
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