Der Bahnhof Preußen soll zur Bebelstraße hin einen Zugang bekommen. Das Projekt gilt als eines der größten der Stadtteilentwicklung Lünen-Süd. Allerdings hängt die Planung an einer Entscheidung in Berlin. © Goldstein
Stadtteil-Entwicklung

Es geht voran in Lünen-Süd: Ein Projekt wartet auf Reaktion aus Berlin

Um die Entwicklung von Lünen-Süd zu fördern, sind bisher 1,6 Millionen Euro ausgegeben worden. Die größten Projekte stehen mit dem Campus Lünen-Süd und dem Westzugang Bahnhof Preußen noch an.

Der Bergbau hat Lünen-Süd geprägt, das soll bald auch auf Fassaden an der Jägerstraße sichtbar werden. „Begegnungen über Tage“ heißt ein Kunstprojekt von Schülern der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, Künstlern und dem Verein „die urbanisten“ aus Dortmund. Damit will das Stadtteilbüro einen auffälligen Schlusspunkt setzen: Ende des Jahres wird es schließen. Die Förderung, die 2019 schon einmal verlängert wurde, läuft aus. Was nicht bedeutet, dass es keine Ansprechpartner mehr geben wird. „Wir überlegen, wie wir diese Strukturen in anderer Form aufrechterhalten werden können“, sagt Thomas Berger, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung.

Denn auch im kommenden Jahr ist der Umbauprozess im 8000 Einwohner zählenden Ortsteil im Süden der Stadt noch nicht beendet. 1,6 Millionen Euro sind seit 2014 für ganz unterschiedliche Projekte der Stadtteilentwicklung ausgegeben worden, darunter 690.000 Euro für den Bürgerplatz und 350.000 Euro für das Stadtteilbüro als Ansprechpartner der Bürger vor Ort. Auch die finanzielle Förderung durch das Haus- und Hofflächenprogramm hat dazu beigetragen, den Ortsteil zu verschönern.

Die größten Projekte stehen allerdings noch an: Der Campus Lünen-Süd für 20 Millionen Euro, der die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule auch für andere Nutzer im Ortsteil öffnen soll. Dazu kommt ein Durchstich und damit ein neu zu schaffender Westzugang für den Bahnhof Preußen wie auch eine neue Freizeitnutzung am Preußenhafen oder die Gestaltung des Ziethenparks.

Anfrage liegt bei der Bahn in Berlin

Letztere soll in diesem Jahr starten, das Thema Bahnhof wird allerdings wohl noch Jahre auf sich warten lassen. Obwohl es seit 2019 einen Vorentwurf zu dem Tunneldurchstich Richtung Bebelstraße gibt, liegt das Thema inzwischen zur „Entbehrlichkeitsprüfung“ der Deutschen Bahn in Berlin vor. Denn der Bahn gehören Flächen, die die Stadt Lünen gerne hätte. Genauer gesagt geht es um ein stillgelegtes Gleis. Könnte die Stadt die Fläche bekommen, müsste der Tunnel nicht darunter hergeführt werden, sondern könnte kürzer sein.

Thomas Berger spricht von einem Paradigmenwechsel bei der Bahn. Während sie sich früher leicht von Grundstücken getrennt habe, gelte es jetzt, Infrastruktur zu reaktivieren. Und da seien Flächen nicht mehr so einfach entbehrlich. Die Stadt Lünen stellt das vor ein Problem: Sie kann kein Geld für die zu 100 Prozent geförderte Planung ausgegeben, weil die technischen Rahmenbedingungen fehlen. Und dann drohen zudem Sperrzeiten für die Bauphase, die in die Fahrpläne eingearbeitet werden musss.

Ziethenpark neu gestaltet

Bis zum Jahr 2027 können durch die Städtebauförderung in Lünen-Süd Maßnahmen für 9,8 Millionen Euro umgesetzt werden. Die Stadt zahlt davon 20 Prozent. Hinzu kommen weitere Fördertöpfe. So wird der Ziethenpark für 720.000 Euro komplett aus dem Investitionspakt Soziale Integration im Quartier finanziert. Die energetische Quartiersentwicklung von 230.000 Euro wird zu 65 Prozent von der KfW gefördert. Die Stadt rechnet auch für den Westzugang Bahnhof Preußen mit einer möglichen Förderung.

Der Bürgerplatz gilt als neue Mitte in Lünen-Süd.
Der Bürgerplatz gilt als neue Mitte in Lünen-Süd. © Quiring-Lategahn © Quiring-Lategahn

Vieles ist in Lünen-Süd schon bewegt worden. Als besondere Projekte, die den Ortsteil gepusht hätten, nennt Tim Jürgens aus dem Team Stadtplanung den Bürgerplatz als neu geschaffene Mitte. Er sei aus Ideen von Bürgern seinerzeit entstanden und ermögliche abgesehen von der Corona-Krise unterschiedliche Veranstaltungen. Auch das Kernprojekt Campus Lünen-Süd sieht Jürgens weit vorne. Eine öffentliche Nutzung über den schulischen Bedarf hinaus mit Einbindung von Volkshochschule und Vereinen sei ein wichtiger Baustein für die Entwicklung des Ortsteils.

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Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn

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