Monika Hempel, Gülseren Vogel, Marzena Kudlek, Sabina Hadzic und Friseurmeister Dietrich Lachmann (v.l.) vom „Salon Müller" in Brambauer nahmen mit einer Telefonaktion für Kunden die Planungen für die Wiedereröffnung nach dem zweiten Corona-Lockdown am 1. März auf. © Foto: Michael Blandowski
Friseur aus Brambauer

Friseur freut sich auf Neu-Eröffnung: „Bis heute keinen Euro bekommen“

Lange konnten Friseure in der Corona-Krise noch nicht mal die versprochenen Hilfen beantragen. Ein Friseurmeister aus Brambauer zieht Bilanz und freut sich nun auf die Neuöffnung.

Mit der Zusage am 1. März, nach einem fast dreimonatigen Lockdown, das Geschäft wieder eröffnen zu können, ist für den Brambauer Friseurmeister Dietrich Lachmann, zugleich Inhaber von „Salon Müller“ ein Silberstreif am Horizont zu sehen.

Am Dienstag, 16. Februar, 13 Tage vor dem Wiedereröffnungstag nach dem Corona-Lockdown, griffen die vier Friseurinnen Marzena Kudlek, Gülseren Vogel, Monika Hempel, Sabine Hadzic, gemeinsam mit Geschäftsinhaber Dietrich Lachmann zum Telefonhörer, um mit den zahlreichen Stammkunden neue Termine zu vereinbaren.

Viele Telefonate

„Endlich geht es bald wieder los. Irgendwann müssen wir wieder zum Alltag zurückkehren“, meint Marzena Kudlek. Kundenanfragen per Brief und Telefonanfragen flattern bereits im Vorfeld ins Haus. Egal ob Dauerwelle, Schneiden oder Haarfärben, der Wunsch nach einem neuen frischen Haarschnitt ist in der Kundschaft nahezu grenzenlos.

„Mit unserer heutigen Telefonaktion möchten wir die Termine mit unseren Kunden koordinieren und abstimmen. Kunden, welche wir heute nicht erreichen können, werden meine Kollegin Gülseren Vogel und ich am nächsten Montag zwischen 14 und 17.30 Uhr telefonisch kontaktieren, um einen Friseurtermin zu vereinbaren“, so Dietrich Lachmann.

Schwierige finanzielle Lage

Zugleich machte der Inhaber von „Salon Müller“ keinen Hehl aus seiner derzeitigen finanziell prekären Lage. „Bis heute habe ich noch keinen Euro vom Staat erhalten. Es sollte doch unbürokratische Abhilfe geleistet werden. Meine Gesamtkosten, aus Miete bzw. Pacht, Sozialausgaben und Steuern summieren sich auf eine fünfstellige Summe“, sagt Dietrich Lachmann.

„Auch mein Eigenkapital ist aufgebraucht. Sogar mein umsatzstärkster Monat, der Dezember mit dem Weihnachtsgeschäft, ist weggefallen. Die Überbrückungshilfe für Januar und Februar habe ich auch schon beantragt, aber auch davon ist noch kein Cent auf meinem Konto“, so der verärgerte Friseurmeister. Kein Einzelfall. Anfang des Monats hatten Friseure und Friseurinnen sich an einer bundesweiten Aktion beteiligt und das Licht in ihrem Salon 24 Stunden brennen lassen, um auf ihre Notlage aufmerksam zu machen. Denn die versprochenen Hilfen konnten zuvor noch nicht einmal beantragt werden.

Rote Haarfarbe im Frühling gefragt

Nichtsdestotrotz hat Dietrich Lachmann die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Zur sogenannten Neueröffnung nach dem zweiten Corona-Lockdown, möchte er mit seinem Team durchstarten. Einmalig öffnet er dann auch am Montag, ansonsten ist am ersten Tag der neuen Woche das Friseurgeschäft geschlossen.

Selbstverständlich müssen die Kunden während des Friseurbesuchs einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die zwei Herrenschneideplätze sind mit einer Glaswand getrennt. Auch zwischen den elf Damenplätzen gibt es einen ausreichenden Sicherheitsabstand, um sämtliche Corona-Vorschriften einzuhalten.

Für den kommenden Frühling sei bei den Herren der Kurzhaarschnitt ein Renner. Bei Frauen seien nicht nur Haarfärben als solches gefragt, sondern aktuell insbesondere rötliche Farben.

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Redaktion Lünen
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