Die Käthe-Kollwitz-Gesantschule erhält für ihr abgelehntes Sondermodell politische Unterstützung von der GfL. © Felix Püschner (Archiv)
Käthe-Kollwitz-Gesamtschule

GFL beantragt Wechselunterricht als wissenschaftliches Projekt

Die Eltern fordern es, das Robert-Koch-Institut empfiehlt es - doch die Bezirksregierung untersagt Wechselunterricht an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule. Damit will sich die GFL nicht abfinden.

Mit Blick auf steigende Infektionszahlen und zum besseren Schutz der Schülerinnen und Schüler hatte die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule ein rollierendes System für den Unterricht eingeführt – und zwar für alle Klassen. Die Bezirksregierung schob dem einen Riegel vor, unter Verweis auf die Corona-Regeln des Landes, die zwar einen Wechselunterricht erlauben, aber nur ab Klasse 8 und nicht für die Abschlussklassen.

Den Unterricht nur in den Jahrgangsstufen 8 und 9 rotieren zu lassen, war für die KKG nicht praktikabel, weshalb das System komplett abgeschafft wurde. Sehr zum Ärger der Eltern, die in einem offenen Brief an die Stadt als Schulträger, an die Bezirksregierung und an das Land appellierten, diese Regelung noch einmal zu überdenken. Denn, so berichten Eltern und Schule übereinstimmend: Das System hat funktioniert.

Doch die Entscheider in Düsseldorf und Arnsberg blieben hart. Und der Stadt Lünen seien ohnehin die Hände gebunden, da sie auf die Gestaltung des Unterrichts gar keinen Einfluss nehmen könne, hieß es aus dem Rathaus. Und NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer stellte klar, dass sich der Sonderweg mit einem flexiblen Modell nicht mit der bundesweiten Forderung nach Präsenzunterricht verbinden ließe – eine Erklärung, die wiederum Lünenes Landtagsabgeordneten Rainer Schmeltzer in Rage versetzte: Trotz hoher Infektionszahlen am Präsenzunterricht festzuhalten und so die komplette Schließung der Schule zu riskieren, sei ein „Treppenwitz“.

Kooperationsvereinbarung gewünscht

Auch bei der GFL ist man gelinde gesagt nicht glücklich über die Situation. Obwohl die Stadt nicht kann und das Land nicht will, stellen die Unabhängigen für die kommende Ratssitzung am 17. Dezember (17 Uhr, Erlebnisreich-Campus, Hüttenalle 64) „in Absprache mit der Schulleitung“ einen Eilantrag: „Die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule soll ihren Unterricht mit Blick auf die Corona-Pandemie künftig selbst organisieren dürfen“, heißt es dort. Das Land solle der Schule „eine Kombination aus Präsenz- und Distanzunterricht im Rahmen eines zu genehmigenden Modellantrags gestatten“.

Kunibert Kampmann, Ratsherr für die GFL, fordert eine Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt und Bezirksregierung.
Kunibert Kampmann, Ratsherr für die GFL, fordert eine Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt und Bezirksregierung. © GFL © GFL

Der GFL wünscht sich eine Kooperationsvereinbarung über ein Modellvorhaben zwischen der Stadt Lünen als Schulträger und der Schulaufsichtsbehörde. Dieser Pakt sehe selbstständige Entscheidungen der Schule bezüglich der Unterrichtsorganisation vor, schreibt Ratsherr Kunibert Kampmann: „Konkret soll eine abgestimmte Kombination von Präsenz- und Distanzunterricht getroffen und umgesetzt werden können.“

Das Projekt, das aus Sicht der GFL von einer Hochschule pädagogisch begleitet werden könnte, sichere das Recht auf Bildung und Förderung und vermeide die Schließung der Schule aufgrund hoher Infektionszahlen.

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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