Der restaurierte Glockenturm in Wethmar im neuen grauen Anstrich. 1957 wurde er eingeweiht, nun wurde eine Restaurierung dringend nötig. © Zastrow
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Glockenturm in Wethmar restauriert: 63 Jahre alte Glocken läuten wieder

Eigentlich sollte der Glockenturm am Johanneshaus in Wethmar schon 2017 fertig restauriert sein, doch dann verzögerten sich die Arbeiten. Nun aber läuten die 63 Jahre alten Glocken wieder.

Vor fünf Jahren hatte die evangelische Kirchengemeinde Lünen das Projekt in Angriff genommen – der Glockenturm am Johanneshaus in Wethmar sollte und musste restauriert werden. Denn Rost sorgte ebenso für Probleme wie Korrosion am Stahlgerüst. Ende 2015 wurde deshalb ein Spendenaufruf gestartet.

„Wir haben etwa 10.000 Euro zusammen bekommen“, sagt Herbert Bastian. Der langjährige Presbyter und Kirchmeister war für Bauten und Liegenschaften im Presbyterium zuständig, als die Restaurierung des Glockenturms geplant wurde. Heute ist er noch beratend tätig.

Anstrich in Gelb und Grün nicht mehr zeitgemäß

Damals war der Turm noch in Gelb und Grün gestrichen. Dieser Anstrich ist etwa 20 Jahre alt. Damals waren diese Farben gefragt. Im Zuge der Restaurierung sollte der Glockenturm am Johanneshaus einen neuen, weniger auffälligen Anstrich bekommen. Die Farbe soll der Witterung standhalten. In zwei Grautönen ist der Turm nun gestrichen.

2015 gab es ein Treffen am damals noch grün und gelb gestrichenen Glockenturm: (v.r.) Presbyterin Renate Schulenberg, Kirchmeister und Presbyter Herbert Bastian, Pfarrer Udo Kytzia und Jean Marc Albert von einer Fachfirma.
2015 gab es ein Treffen am damals noch grün und gelb gestrichenen Glockenturm: (v.r.) Presbyterin Renate Schulenberg, Kirchmeister und Presbyter Herbert Bastian, Pfarrer Udo Kytzia und Jean Marc Albert von einer Fachfirma. © Beate Rottgardt (A) © Beate Rottgardt (A)

Als die Spendenaktion gestartet wurde, erfuhr das Presbyterium vom Kreiskirchenamt, dass man sowohl Landeskirchenamt als auch einen Glockensachverständigen informieren müsse. Der Sachverständige bestätigte die Rostschäden, bemängelte zudem eine fehlende Arbeitsbühne und das ungleichmäßige Anschlagen der vier Glocken. Auch die Statik des Glockenturms, der zu Ostern 1957 eingeweiht wurde, müsse überprüft werden.

Arbeitsbeginn verzögerte sich

„Das bedeutete zusätzliche Kosten, denn für die Glocken musste eine neue Steuerungsanlage eingebaut werden“, so Bastian. Hinzu kam, dass das Dach des Glockenturms aus Welleternit bestand, das entsorgt werden musste. Also wurde auch ein neues Dach aus Stahlblech benötigt.

Eigentlich war geplant, dass der Glockenturm zu dessen 60-jährigen Bestehen im Frühjahr 2017 in neuem Glanz erstrahlt. Doch dann gab es einige Verzögerungen. „Da die Bauarbeiten vom Kreiskirchenamt begleitet wurden, musste die Sanierung verschoben werden. Denn es standen im Dortmunder Raum einige Großprojekte an“, so Bastian. Die Glocken ertönten aber dennoch weiter.

Auch wenn das Ganze länger dauerte – an die Verzögerungen des Berliner Flughafens reicht das Projekt lange nicht heran. Zumal die Arbeiten, als sie dann im September 2020 begannen, schnell über die Bühne gingen. Fachfirmen übernahmen die Restaurierung.

Bastian: „Wobei wir den Glockenturm eigentlich am 1. Advent wieder in Dienst stellen wollten.“ Nun ist es das dritte Advents-Wochenende, an dem die Glocken wieder läuten.

Weitere Spenden werden benötigt

Finanziert wurde das Ganze zum Teil aus Spenden, aber auch aus Mitteln des Seelsorgebezirks Johannes und der Kirchengemeinde. Bastian: „Die Kirchengemeinde hat einen Teil vorfinanziert.“ Deshalb bitten die Verantwortlichen des Seelsorgebezirks Johannes in Wethmar auch um weitere Spenden. Einige Firmen haben schon Spenden zugesagt.

Wer spenden möchte, kann Geld auf das Konto des evangelischen Kirchenkreises Dortmund bei der Sparkasse an der Lippe überweisen. IBAN DE12 4415 2370 0000 0479 10, Verwendungszweck 25115, Aobj. 03012, Spende Glockenturm.

Die Glocken wurden schon zur Probe geläutet. Bastian: „Ich habe schon mit Leuten gesprochen, die es schön finden, dass die Glocken wieder läuten.“ Offiziell wird der restaurierte Glockenturm im Abend-Gottesdienst am Samstag (12.12.) um 18 Uhr vorgestellt. Allerdings in nur kleinem Rahmen. Wegen der Corona-Maßnahmen dürfen derzeit nur 19 Menschen in den Saal des Johanneshauses.

Pfarrer Richard Zastrow (l.) und der langjährige Presbyter Herbert Bastian (hier bei einem Neujahrsempfang im Johanneshaus) freuen sich, dass die Glocken wieder läuten. © Foto: Beuckelmann (A) © Foto: Beuckelmann (A)

Pfarrer Richard Zastrow, in der evangelischen Kirchengemeinde Lünen zuständig für den Seelsorgebezirk Johannes, freut sich, dass der Glockenturm saniert ist und die vier Glocken wieder läuten. Die Gebetsglocke erklingt um 12 und um 18 Uhr. Die vier Glocken läuten vor dem Samstagabend-Gottesdienst und vor dem Sonntagsgottesdienst.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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