Leyla Al Hasnaoui und Berfin Kücükoglo (von links) haben sich im Impfbus auf dem Hof der Wittekindschule in Brambauer ihre erste Corona-Impfung verabreichen lassen. © Julian Preuß
Impfen

Impfbus in Brambauer kommt gut an: „Ist einfach und zeitsparend“

Am Dienstagmittag (27.7.) nutzen viele Menschen in Brambauer die Vorteile des mobilen Impfbusses auf dem Hof der Wittekindschule. Zwei Jugendliche berichten von den Vorteilen des Angebotes.

Der Impfbus parkt mitten auf dem Hof der Wittekindschule in Brambauer. So möchte das Impfzentrum des Kreises Unna den Corona-Impfstoff zu den Menschen in den Stadtteil bringen. Ein Aufsteller auf am Schultor weist auf die Aktion hin.

An zwei Stehtischen füllen etwa ein halbes Dutzend Menschen ihre Formulare aus. Spontan und ohne Termin kann sich am Dienstag (27.7.) zwischen 12 und 18 Uhr jeder Mensch an der mobilen Impfstraße anstellen und sich gegen eine Covid-19-Erkrankung impfen lassen. Lediglich einen Personalausweis und eine Krankenkassenkarte sollten Impfwillige mitbringen.

Der Impfbus macht in vier Wochen erneut Station in Brambauer.
Der Impfbus macht in vier Wochen erneut Station in Brambauer. © Julian Preuß © Julian Preuß

Leyla Al Hasnaoui und Berfin Kücükoglo treten aus der hinteren Bustür heraus. Sie haben den Picks bereits hinter sich gebracht. Die beiden Mädchen aus Brambauer halten Impfunterlagen und Impfausweise in ihren Händen – es war ihre erste Dosis des Corona-Vakzins. Direkt nach dem Besuch im Impfbus wollen sie sich gemeinsam auf den Weg in die Apotheke machen und sich dort den ersten QR-Code für den digitalen Impfnachweis abholen.

Al Hasnaoui und Kücükoglo gehören zu 35 Menschen, die sich in der ersten Stunde der Aktion die Corona-Impfung spritzen lassen haben. So sagt es eine Mitarbeiterin des Impfzentrums im Kreis Unna, die nicht mit ihrem Namen genannt werden möchte. Für den kurzen Zeitraum sei dies ein guter Wert. Eine lange Schlange vor dem Bus hätte das neunköpfige Team bereits abgearbeitet. Nacheinander könne eine Person von einer medizinischen Fachangestellten geimpft und vom Arzt über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt werden.

Das Vorgehen im Impfbus gleicht dem des normalen Impfzentrums. Nach dem anfänglichen Ausfüllen der Formulare wird im Eingangsbereich des Impfbusses die Krankenkassenkarte eingelesen. Als Wartezimmer fungieren die Viersitzer in der vorderen Bushälfte. Erst im hinteren Teil des Busses werden die Impfstoffe verabreicht. Der Bereich ist verhangen, wie auch die Kabinen im Impfzentrum. Es dauere nicht lange, einen normalen Linienbus als Impfbus herzurichten. Spezielle Einbauten seien nicht nötig, erklärt die leitende Mitarbeiterin.

Angebot des Impfbusses soll alle Menschen ansprechen

„Wir möchten mit diesem Angebot alle Menschen hier ansprechen – auch diejenigen, die ansonsten nicht ins Impfzentrum gegangen wären“, berichtet die Mitarbeiterin weiter. Deshalb stünden Teammitglieder zur Verfügung, die für rumänisch-, türkisch- und italienischsprachige Menschen übersetzen.

Zudem bestünde sogar die Möglichkeit, zwischen Vakzinen der Hersteller Biontech, Moderna sowie Johnson&Johnson zu wählen. Gelagert und aufgezogen wird der Impfstoff im Inneren der Schule. Und sollten alle Dosen verimpft sein, werde Nachschub geordert. Wegen fehlenden Impfstoffes werde niemand wegschickt.

Al Hasnaoui und Kücükoglo haben sich für Biontech entschieden. „Alle anderen Familienmitglieder sind schon geimpft“, sagt Al Hasnaoui. Die 16-Jährige begrüßt die Flexibilität, mit der die Menschen zum Impfbus kommen können. „Man spart so eine Menge Zeit, weil man nicht bis zum Impfzentrum fahren muss“, sagt sie und ergänzt: „Die Menschen nehmen sich keine Zeit zum Impfen.“

Teile des Freundeskreises sieht Impfung kritisch

Die Jugendlichen hatten von Anfang an vor, sich impfen zu lassen. Eine große Rolle spielte dabei die Sorge, dass die Regierung erneut Freiheiten einschränken könnte. „Wir möchten uns weiter mit Freunden treffen oder in ein Café gehen“, sagt Kücükoglo. Im Freundeskreis der Jugendlichen gebe es aber ebenfalls Menschen, die eine Impfung kritisch sehen.

„Einige haben Angst vor Langzeitfolgen durch Nebenwirkungen“, sagt Al Hasnaoui. Beide Mädchen möchten künftig auf ihre Freunde einwirken, dass sie sich vor einer Impfung nicht fürchten müssen. „Wir haben es uns schlimmer vorgestellt“, sagt Kücükoglo. Die 17-Jährige habe mit langen Wartezeiten und Schmerzen im Anschluss gerechnet. Beides sei vor und kurz nach der Impfung nicht der Fall gewesen. Der anwesende Arzt sei zudem darauf vorbereitet, bei zeitnah auftretenden Nebenwirkungen zu helfen, sagt die Mitarbeiterin.

Für die Jugendlichen ist die Impfung nicht nur ein Stück Freiheit. Sie bringt außerdem etwas Sicherheit für die Zeit nach den Sommerferien. Während die 17-jährige Kücükoglo ihr Fachabitur macht, startet Al Hasnaoui in eine Ausbildung zur pharmazeutisch technischen Assistentin in einer Apotheke. Ob ihr Arbeitgeber eine Corona-Impfung voraussetzt, weiß sie noch nicht.

Fest steht für Al Hasnaoui und Kücükoglo aber, dass sie sich ihre zweite Dosis ebenfalls im Impfbus verbreichen lassen möchten. Gelegenheit dazu werden sie bekommen. Denn in vier Wochen wird das mobile Impfzentrum wieder in Brambauer Station machen.

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