Sieht aus wie ein Container, ist aber eine voll ausgestattet Kita mit Spielecken, Küche und Mehrzweckraum: Der erste Mobil-Bau an einer Lüner Kita am Standort der Kita Wunderfitz in Beckinghausen. © Quiring-Lategahn
Kita Wunderfitz

In Lünen fehlen 600 Kita-Plätze: Stadt stellt erstmals Mobilbauten auf

Über 600 Kita-Plätze fehlen in Lünen. Erstmals sind jetzt Kita-Plätze in mobilen Bauten geschaffen worden. Die Kita Wunderfitz in Beckinghausen kann so zwei weitere Gruppen anbieten.

Viele Eltern haben zum Start des neuen Kita-Jahres vergeblich auf einen Betreuungsplatz gewartet. Für 280 Ü3-Kinder und 331 Kinder unter drei Jahre fehlen Plätze. Die Planung des letzten Jahres sah vor, eine Menge neuer Kitas an den Start zu bringen, erklärt Horst Müller-Baß, Beigeordneter und Sozialdezernent. Doch durch Baumängel hätten neue Firmen beauftragt werden müssen, was den Baufortschritt gleich an drei Einrichtungen verzögerte. Konkret geht es um die Kitas „Kleiner Kreisel“ an der Rudolph-Nagell-Straße, die Kita „Kinderhaus“ am Alten Kirchweg und die Kita an der Bahnstraße. Hier hofft man, bis Ende des Jahres 210 Plätze schaffen zu können.


Mobil-Bau mit Spielecken und Küche

Zum ersten Mal greift die Stadt Lünen auf mobile Einheiten zurück. In der Kita Wunderfitz in Beckinghausen, die bereits vier Gruppen mit 80 Kindern betreut, sind seit August zwei weitere Gruppen für 30 Kinder hinzugekommen. Sie sind in voll ausgestatteten Mobil-Einheiten auf dem Außengelände untergebracht, mit Spielecken, Küche, kleinen Sanitäranlagen und Mehrzweckraum. Eine Gruppe hat die Räume bereits erobert, die zweite folgt am Montag.

270.000 Euro kostet die Miete des mobilen Gebäudes in den kommenden zwei Jahren, etwa 35.000 Euro hat der Aufbau gekostet. Der lief reibungslos, wie Ulf Holtrup, Architekt der Zentralen Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) am Freitag erklärte. Nur kleine Mängel müssten noch behoben werden, wie ein Geländer, das nicht auf Kinder ausgerichtet ist. Um die Mobilbauten mit Strom zu versorgen, musste eine Leitung bis zur Straße gezogen werden.

Ende des Jahres 300 neue Plätze

Dass der Bedarf an Kita-Plätzen in Lünen weiter gestiegen ist, wertet Horst Müller-Baß gesellschaftlich als „gutes Zeichen“. Mehr Kinder in der Kita bedeuten mehr Bildungschancen und eine Entlastung von Eltern oder Alleinerziehenden, die berufstätig sein wollen. „Den Bedarf müssen wir decken“, erklärt er.

Zu den 210 neuen Plätzen Ende des Jahres sollen 90 weitere durch die Aufstockung der Kita Abenteuerland und zwei weitere mobile Bauten hinzukommen. Dafür werden noch Standorte gesucht. Müller-Baß ist sicher: Bei den Haushaltsberatungen im Dezember muss über weitere Kita-Maßnahmen gesprochen werden. Diskutiert wird über Einrichtungen in Horstmar und im Quartier In der Geist. „Wir dürfen uns nicht zurücklehnen, das ist eine andauernde Aufgabe.“

Qualifizierung in der Tagespflege

Es reiche aber nicht, politische Beschlüsse zu fassen, sie müssten auch umgesetzt werden. Dabei könnten unvorhergesehene Widrigkeiten auftreten. Daniel Frieling, Leiter der Abteilung Kindertageseinrichtungen der AWO Unterbezirk Unna, ist zuversichtlich, dass sich noch einiges tun werde. Allein im vergangenen Jahr seien 13 Mitarbeiter für die Kindertagespflege qualifiziert worden. Da werde sich noch einiges tun.

Information

Der Name Wunderfitz

Die Kita Wunderfitz befindet sich an der Kreisstraße 116 in Beckinghausen, in der ehemaligen Regenbogenschule. Der Name Wunderfitz kommt aus dem Süddeutschen und bedeutet neugierig sein und die Umwelt erforschen. Dazu möchte die Einrichtung die 110 Kinder anregen.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn

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