Die Bushaltestelle „Hasenweg“ sorgt bei Bewohnern für Ärger. © Fellner
Parksituation

Knöllchen-Ärger an Bushaltestelle in Brambauer – Anwohner hat Vorschlag

Bewohner einer Straße in Brambauer ärgern sich über eine Bushaltestelle vor ihrer Haustür. Einer von ihnen schrieb der VKU und machte einen Vorschlag. Das Unternehmen stellt sich dagegen.

Eine Bushaltestelle direkt vor der Haustür. Was für manche Menschen ein Segen ist, fühlt sich für einige Bewohner einer Straße in Brambauer eher wie ein Fluch an. Daran wird sich vermutlich auch nichts ändern.

Der Stein des Anstoßes ist die Haltestelle „Hasenweg“. Die befindet sich direkt vor dem Haus von Denis Fellner. Der schrieb deshalb der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU): „Man schreibt uns vor, dass wir beim Parken 15 Meter Abstand zur Haltestelle einhalten sollen. Das macht in Summe 30 Meter, die eventuelle Autos auseinander stehen würden.“

Bus fährt nur stündlich

Das Problem daran schildert Fellner wie folgt: „Die Anwohner unserer Haushälfte haben vier Pkw, unsere Nachbarn drei. In Summe benötigen wir somit sieben Stellplätze, von denen mindestens drei durch die Bushaltestelle blockiert werden.“

Die Linie C6 fährt die Haltestelle vor der Haustür nur ein Mal pro Stunde an. Dennoch gebe es oftmals Diskussionen mit dem Ordnungsamt wegen dort stehender Fahrzeuge, auch wenn die Bewohner lediglich ihre Einkäufe ins Haus tragen würden und der nächste Bus noch länger auf sich warten lasse. „Ich würde das ja verstehen, wenn alle 20 Minuten ein Bus käme“, sagt Denis Fellner. Was er allerdings kritisiert: „Das Ordnungsamt verteilt vor unserer eigenen Haustür Knöllchen.“

Der Bus fährt die Haltestelle nur ein Mal pro Stunde an. © Fellner © Fellner

Die Stadt Lünen verweist auf die Straßenverkehrsordnung. Darin heißt es: „Wer sein Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten hält, der parkt.“ Somit sei auch das Be- und Entladen an Bushaltestellen nicht erlaubt. Dennoch würden die Kolleginnen und Kollegen des Ordnungsamtes erst auf das Fehlverhalten hinweisen. „Sie bitten dann auch um direktes Umsetzen des Fahrzeuges und belassen es bei einer mündlichen Verwarnung“, teilt Stadtsprecher Alexander Dziedeck mit.

Knöllchen bei Uneinsichtigkeit

„Ein Knöllchen gibt es nur, wenn der Fahrzeugführer oder die Fahrzeugführerin uneinsichtig ist“, so Dziedeck weiter. Zwei Verstöße aufgrund der Abstandsregelung seien in diesem Jahr an der Haltestelle „Hasenweg“ geahndet worden.

Das grundsätzliche Vorgehen: „Der Außendienst des Ordnungsamtes macht in der Regel bei der ersten Sichtung einer Ordnungswidrigkeit eine sogenannte Vornotierung und geht dann in diesem Bereich weiter. Sollte auf dem Rückweg das Fahrzeug immer noch an der gleichen Stelle stehen, wird die Ordnungswidrigkeit ins System aufgenommen. Geahndet wird dann das Parken“, so Dziedeck.

Das Park-Problem ließe sich laut Denis Fellner leicht lösen. In seiner Nachricht an die VKU schreibt er: „Circa 50 Meter weiter wäre entsprechender Platz vorhanden, hier stehen keine Gebäude, neben dem Bürgersteig ist eine Freifläche vorhanden.“

Zum Ortstermin geladen – oder doch nicht?

Auf seine Nachricht habe sich die VKU bis heute nicht gemeldet, sagt Fellner. Die Pressestelle des Verkehrsunternehmens stellt das anders dar: „Der Beschwerdeführer wurde von der VKU kurzfristig für den 22. Juli zu einem Ortstermin mit Vertretern der Stadt Lünen und der VKU eingeladen. Der Ortstermin fand statt, der Beschwerdeführer war nicht anwesend.“

Denis Fellner zeigt sich von dieser Aussage überrascht: „Es hat niemand Kontakt mit mir aufgenommen.“ Er sei sogar den gesamten Tag im Homeoffice gewesen. „Dann hätten die ja wenigstens klingeln können.“

Die VKU hat den Termin nach eigenen Angaben dennoch durchgeführt. Das Ergebnis: „Eine Verlegung der Haltestelle ist nicht möglich. Auch ein Standort an einer Grünfläche, etwa 50 Meter entfernt, kann für eine Haltestelle nicht genutzt werden.“ Durch die dort baulich vorhandene Fahrbahnverengung sei dieser Standort aus verkehrstechnischer Sicht nicht zulässig.

So scheint das Problem für die Anwohner künftig weiter zu bestehen – für einen Bus, der lediglich ein Mal pro Stunde fährt.

Über den Autor
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1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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Dennis Görlich

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