Ab sofort beginnt die geschlossene Ortschaft Lünen an der B54 bereits vor der Kreuzung Oststraße. © Goldstein
Geschlossene Ortschaft

Lünen beginnt jetzt 400 Meter früher: Ortsschilder in Wethmar versetzt

Schon häufiger hatten Anwohner die Versetzung der Ortsschilder in Wethmar gefordert. Zuletzt hatte Straßen NRW im Sommer 2020 eine Absage erteilt. Doch die Stadt blieb hartnäckig.

Seit dem 7. Januar beginnt die geschlossene Ortschaft Lünen 400 Meter früher: Die Wirtschaftbetriebe Lünen (WBL) haben im Auftrag der Stadtverwaltung Lünen die Ortseingangsschilder an der B54 (Münsterstraße) nach Osten in Richtung Werne versetzt. Damit liegt jetzt auch unter anderem das Lokal „Das Greif“ offiziell innerorts.

Die Aktion kam insofern überraschend, als dass der Landesbetrieb Straßen NRW im Sommer eine entsprechende Bitte der Stadt Lünen zurückgewiesen hatte. Aufgrund eines Bürgerantrags zur Versetzung der Ortsschilder, der in einen entsprechenden politischen Beschluss mündete, hatte die Stadtverwaltung die Bitte nach Düsseldorf weitergeleitet.

Mit Datum vom 6. August erklärte die Behörde, dass aus Bundes-, Landes- und Kreisstraßen Verkehrsbeschränkungen nur dann möglich wären, wenn „aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung der Sicherheit und Ordnung des Verkehrs erheblich übersteigt“.

Keine Belastung, nur ein Unfall

Die Anwohnerinitiative hatte unter anderem die gestiegene Verkehrsbelastung auf der B54 als Grund für ihren Vorstoß angeführt. Laut Straßen NRW halte dieses Argument jedoch einer Überprüfung nicht Stand: „Die amtliche Verkehrszählung von 2010 hat einen durchschnittlichen Wert von 7586 Kfz in 24 Stunden ermittelt. In der 2015 stattgefundenen Zählung wurde ein Wert von 7767 Kfz in 24 Stunden ermittelt.“

Dieser geringe Anstieg sowie die Tatsache, dass es in den vergangenen drei Jahren an dieser Stelle lediglich einen Verkehrsunfall gegeben habe, machten eine Versetzung der Ortsschilder in den Augen des Landesbetriebs unnötig.

Die Stadtverwaltung in Lünen sah das anders: „Ortstafeln sind nach den Verwaltungsvorschriften der Straßenverkehrsordnung dort aufzustellen, wo für die ortseinwärts Fahrenden sichtbar die geschlossene Bebauung beginnt“, wiederholt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage unserer Redaktion die Argumentation. „Genau das ist aus Sicht der Stadt ab dem Kreuzungsbereich Oststraße gegeben.“

Das Beharren auf diesem Standpunkt habe nun tatsächlich dazu geführt, dass der Landesbetrieb eingelenkt hat und die geschlossene Ortschaft 400 Meter früher beginnt. „Neben dem Sicherheitszugewinn für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sollte durch die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit von 70 auf 50 Kilometer pro Stunde der Straßenlärm spürbar zurückgehen“, nennt Spangardt weitere Vorteile für die Anwohner.

Auf den Ortsschildern steht übrigens „Wethmar“ – sämtliche Schilder in diesem Ortsteil, auf denen vorher „Altlünen“ stand, waren im April 2020 ausgetauscht worden. „An anderen Stellen stehen aber noch welche“, so Spangardt.

Anm. d. Red.: In einer früheren Version dieses Textes hatten wir die Himmelsrichtungen verwechselt und die Schilder statt Osten in Richtung Westen versetzt. Wir haben die Passage korrigiert.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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