Den Eingang zum Spielplatz „Auf dem Kelm“ mit dem beliebtem Streetball-Feld im Hintergrund. © Goldstein (A)
Auf dem Kelm

Lünens Bürgermeister geht im Spielplatz-Streit auf Politik zu

Das Streetball-Feld auf dem Spielplatz „Auf dem Kelm“ in Brambauer ist einigen Anwohnern ein Dorn im Auge. Die Verwaltung will die Anlage zurückbauen, die Politik läuft Sturm dagegen.

Der Streit zwischen Politik und Verwaltung um das bei Kindern und Jugendlichen äußerst beliebte Streetball-Feld auf dem Spielplatz „Auf dem Kelm“ in Brambauer geht munter weiter – der Streetball-Korb bleibt erstmal hängen.

Nach heftigen Protesten gegen den von der Verwaltung wegen Anwohnerbeschwerden geplanten Rückbau der Anlage im Jugendhilfe-Ausschuss am Dienstag (5. März), landete das Thema kurzfristig auch auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag (5. März). Grund war ein Eilantrag der Fraktionen von SPD, CDU, GFL und Bündnis 90/Die Grünen zum „Erhalt des Streetballkorbes“.

In dem Antrag fordern die Fraktionen die Verwaltung auf, den „Streetballkorb (…) nicht wie beabsichtigt abzubauen und die dafür notwendigen Voraussetzungen zu schaffen.“

Außerdem werde darum gebeten, heißt es in dem Antrag weiter, zu überprüfen, ob die Abschaffung der Altersgrenze auf dem dortigen Spielplatz möglich ist. Nach Angaben der Stadt dürfen nämlich nur Kinder bis 12 Jahre solche Anlagen nutzen, was in der Realität aber ganz anders aussehen soll und einigen Anwohnern ein Dorn im Auge ist. Die fühlen sich unter anderem auch in ihrer Nachtruhe gestört.

Kontrollen nach 23 Uhr

Ob das tatsächlich der Fall ist, wird mehrheitlich von der Politik bezweifelt. Denn nach früheren Angaben der Verwaltung ist es bei 247 Spielplatzkontrollen drei Mal vorgekommen, dass sich Jugendliche nach 23 Uhr auf der Anlage aufgehalten haben. Deshalb die Anlage zu schließen, ist für die Politik ein Unding.

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns beteuerte in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag, dass der Verwaltung die Entscheidung zum Rückbau der Anlage, welche die Stadt 2017 für rund 190.000 Euro saniert hatte, sehr schwer gefallen sei. Die rechtmäßigen Anliegerinteressen seien allerdings zu wahren.

Gleichwohl zeigte sich Lünens erster Bürger und Chef der Verwaltung kompromissbereit. Die Angelegenheit wurde nochmal an den Jugendhilfe-Ausschuss verwiesen, über den Eilantrag wurde deshalb nicht mehr abgestimmt.

In der Sitzung am 1. Juni soll dann nach Alternativen zu dem geplanten Rückbau gesucht werden. „Bis dahin“, sagte der Bürgermeister, „bleibt der Korb erstmal hängen.“

Der „streitbare Jurist“ (Kleine-Frauns über Kleine-Frauns) machte aber auch deutlich, dass die Verwaltung eine juristische Auseinandersetzung mit den Anwohnern vermeiden wolle. Klar sei auch, sagte der Bürgermeister, dass am Ende nicht die Politik entscheide, ob der Korb hängen bleibt oder nicht, sondern die Rechtsordnung: „Sollten Anwohnern durch die Anlage unangemessen benachteiligt seien, dann muss der Korb weg.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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