An einer Ampel an der Kurt-Schumacher-Straße ereignete sich der Vorfall. © Vanessa Dunker (A)
Prozess

Lüner vor Gericht: Erst telefoniert und dann den Mittelfinger gezeigt

Da hatte sich ein junger Mann aus Lünen-Horstmar den Falschen ausgesucht, als er erstens während der Fahrt telefonierte und dann dem Mann im Auto neben ihm noch den Mittelfinger zeigte.

Mit einem demonstrativen Kopfschütteln kommentierte ein 60-Jähriger in Lünen das Handy am Ohr des Fahrers im Auto neben ihm und sah dafür den Mittelfinger. Der Verkehrssünder geriet an den Falschen. Die Beleidigung brachte ihn nun vor Gericht.

Der Vorfall ereignete sich am Morgen des 27. Januar vor einer roten Ampel auf der Kurt-Schumacher-Straße. Als der 29-jährige Lüner aus Horstmar den Mittelfinger erhob, ahnte er allerdings nicht, dass es sich bei seinem Nebenmann um einen Polizeibeamten handelte. Und der dachte gar nicht daran, das Ganze auf sich beruhen zu lassen.

Unter Zeitdruck

Verlegen erschien der junge Mann, der zuvor noch nie negativ aufgefallen war, vor dem Amtsgericht und versuchte, sein Verhalten zu begründen. Er habe an dem Morgen unter Stress und Zeitdruck gestanden. Sein Anwalt sprach von einem einmaligen Fehlverhalten und der 29-Jährige selbst gab zu: „Das war nicht richtig.“ Auch nutzte er die Chance, um sich bei dem Betroffenen zu entschuldigen. Der zeigte Größe und erklärte: „Ich nehme die Entschuldigung an, ganz klar.“

Für den Lüner endete der Fall mit einer Verwarnung und das Gericht behielt sich die Verurteilung zu 300 Euro Geldstrafe für ein Jahr vor, setzte sie also quasi zur Bewährung aus. „Besser ist, man ist ein bisschen besonnen. Das ist sowieso in allen Lebenslagen besser“, so der Rat der Richterin.

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