Andreas Ehlandt und weitere Mieter in der Eduard-Petrat-Straße hoffen, dass sich ihre Situation jetzt verbessern wird. © Gerstenmaier
Mieterrechte

Mieter in Lünen-Horstmar bangen seit Oktober um Gas und Wasser

Seit Oktober droht den Mietern der Eduard-Petrat-Straße 21-23 wegen Versäumnissen ihres Vermieters die Abschaltung von Wasser und Gas Jetzt ist eine Lösung in Sicht.

Seit Monaten kommen die Mieter der Eduard-Petrat-Straße 21 und 23 nicht zur Ruhe. Anfang Oktober versiegte plötzlich und unangekündigt das Wasser bei den insgesamt neun Mietern in den beiden Häusern in Horstmar. Einen ganzen Tag lang bis in die Abendstunden hatten die Stadtwerke es ihnen abgestellt.

Wenige Tage später fanden sie einen Brief im Kasten mit der Ankündigung, im November solle erneut abgestellt werden. Und am 7. Dezember erreichte sie die Ankündigung: „Am Donnerstag, 10. Dezember 2020, werden wir die allgemeine Strom- und/oder Trinkwasserversorgung einstellen.“

Und auch wenn es bei der ersten Abstellung blieb und die beiden weiteren Ankündigungen nicht in die Tat umgesetzt wurden, sind die Mieter inzwischen sichtlich ermüdet.

„Das Abstellen und dann die wiederholten Erpressungen sind eine große Farce“, sagt Andreas Ehlandt, Mieter in der Eduard-Petrat-Straße 21. „Das ist einfach ein Schlag in den Nacken. Ich finde die Vorgehensweise unerträglich.“

Vermieter von der Wohnungsbaugesellschaft West ist abgetaucht

Dabei ist die zermürbende Situation keinesfalls selbstverschuldet. Seit unüberschaubar langer Zeit hatte die Wohnungsbaugesellschaft West, vertreten durch Geschäftsführer Sascha Bühren, als Wohnungsinhaber die von den Mietern überwiesenen Nebenkosten nicht mehr weitergeleitet.

Er ist weder für seine Mieter, noch für die Stadtwerke erreichbar. Ein Mitarbeiter der Stadtwerke sei sogar bei seiner Wohnadresse gewesen, berichtet Andreas Ehlandt. Der Briefkasten sei geleert, doch Bühren selbst nicht anzutreffen gewesen.

Im November hatte Andreas Ehlandt die Oktober-Nebenkosten von 1500 Euro aus eigener Tasche bezahlt und behielt dafür die Miete ein. Für die November-Nebenkosten legten sieben der Mieter nun 1000 Euro zusammen und hielten dafür die Mieten ein. Zwei der Mieter haben jedoch Angst vor fristloser Kündigung oder sind mit dem Vorgehen nicht einverstanden und beteiligten sich nicht.

Mieter will eigenen Vertrag mit den Stadtwerken

Einer von ihnen, Leif Maser, hatte nach der erneuten Einstellungsandrohung einen Termin mit Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns erbeten. Er ist der Meinung, dass es zunächst einen ordnungsgemäßen Vertrag zwischen den Mietern und den Stadtwerken geben sollte. Vorher ist er nicht bereit zu zahlen.

Nachdem Kleine-Frauns ihm, nach Masers Angaben, zunächst ein Treffen zugesichert hatte, ließ er kurz darauf entschuldigen. „Seine Mitarbeiterin ließ mir ausrichten, dass die Sache doch jetzt geregelt ist“, erzählt Maser.

„Geregelt“ ist die Angelegenheit insofern, als dass sich Stadtwerke-Geschäftsführer Achim Grunenberg an dem Tag vor der angekündigten Abschaltung telefonisch bei Andreas Ehlandt meldete.

„Er gab mir das Versprechen, dass er uns so schnell wie möglich eine Auflistung zukommen lässt, welcher Mieter wieviel an Nebenkosten an die Stadtwerke zu zahlen hat“, berichtet er. „Dann können wir das besser kalkulieren.“ Außerdem soll es einen Vertrag zwischen den Mietern und den Stadtwerken geben, sodass diese rechtlich abgesichert sind.

Was kommt wohl als nächstes?

Außerdem sei nach Informationen von Andreas Elandt ein Verfahren der Stadtwerke gegen den Wohnungsinhaber vor dem Amtsgericht angelaufen. Ergebnis offen.

Ehlandt selbst ist der weitere Verlauf aber auch fast schon gleichgültig. Zum 31. März wird er mit seiner Frau eine neue Wohnung beziehen. „Ich bin nur noch gespannt, was als nächstes kommt“, sagt er mit Galgenhumor: Ob uns der Fernseher ausgeht oder vielleicht der Müll nicht mehr abgeholt wird?“

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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier

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