Wer einen Termin für die Covid-19-Impfung haben möchte, hat ab dem 1. Februar 2021 neue Chancen, wie die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe mitteilt. © dpa
Kassenärztliche Vereinigung

Nach Problemen bei der Vergabe: 100.000 neue Impf-Termine freigeschaltet

Zwei weitere Senioren aus Brambauer schildern ihre Erfahrungen mit der Impf-Hotline. Parallel gibt die Kassenärztliche Vereinigung die kurzfristige Freischaltung neuer Termine bekannt.

Siegfried Gramsch ist 80 Jahre alt, hat zwei neue Hüften und eine Prostatakrebs-Erkrankung überstanden. Diese Kombination macht den Mann aus Brambauer zum ersten Anwärter auf einen Impftermin. Theoretisch. Denn praktisch ist eine Impfung nicht möglich: „Seit einer Woche versuche ich, einen Termin im Impfzentrum Unna zu bekommen.“

Dabei schaffte er es mehrmals, bei der Hotline durchzukommen. „Immer werden dann meine Daten aufgenommen, und dann erfahre ich, dass es gar keine freien Termine mehr gibt.“ Auch bei der Online-Vergabe hat der Rentner sein Glück versucht. „Dort sind zunächst freie Termine angezeigt, aber wenn man alles eingegeben hat und den Termin auswählen will, sind alle verschwunden.“

Mit der Erfahrung ist Gramsch nicht allein: Auch Gerlinde Wittler, ebenfalls 80 Jahre alt und aus Brambauer, hat es täglich bei Hotline probiert. „Vergangenen Freitag (29.1., d. Red.) bin ich tatsächlich durchgekommen.“

Man habe ihre Daten aufgenommen und ihr danach mitgeteilt, dass kein Termin frei wäre. „Die nette Dame sagte noch, dass soeben drei Termine frei gewesen wären, die nun wieder verschwunden seien.“ Der Rat der Gesprächspartnerin: „Einfach immer wieder anrufen, auch am Wochenende, wir sind bis 22 Uhr da.“

Kein Impfstoff – keine Termine

Den Rat befolgte Gerlinde Wittler auch und probierte es zu unterschiedlichen Zeiten. „Irgendwann hatte ich dann einen Mann am Telefon, der mir sagte, dass sie generell gar keine Termine vergeben könnten, weil kein Impfstoff mehr da wäre.“ Gerlinde Wittlers Frage, warum man die Leute denn dann überhaupt noch anrufen lasse, habe er auch nicht beantworten können.

Dafür hat mittlerweile die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) reagiert. Wie Heike Achtermann, Stabsbereichsleiterin Kommunikation, auf Anfrage unserer Redaktion erklärte, seien am Wochenende tatsächlich nur 4000 Termine freigeschaltet worden. „Das ist für ganz Westfalen-Lippe natürlich wenig. Aber anders konnten wir an den beiden Tagen nicht kalkulieren.“

Mittlerweile sei klar, dass es neuen Impfstoff geben wird und die Terminvergabe – wie von der KVWL am Freitag (29.1.) angekündigt – in Abhängigkeit der Impfstoffmengen fortgesetzt werden kann. „Wir werden noch heute (1.2., d. Red.) 100.000 neue Termine für Westfalen-Lippe freischalten“, so Heike Achtermann.

Danach soll es weitere Freischaltungen nach dem rollierenden Prinzip geben. „Allerdings nicht mehr in dieser Größenordnung“, erklärt die Sprecherin. Wie viele Termine genau es werden, könne man derzeit nicht sagen. „Das hängt zum einen von der Corona-Entwicklung ab, zum anderen von den Impfstoffen, die wir bekommen können.“

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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