In Horstmar soll eine neue Kita gebaut werden. © dpa

Neue Kita in Horstmar: Verwaltung überrumpelt Politik bei Standortwahl

Die Politik hat zähneknirschend den Weg für den von der Verwaltung geplanten Neubau einer Kita an der Preußenstraße in Horstmar freigemacht. Bemängelt wurden auch zu geringe Umweltstandards.

Der von der Verwaltung auf Drängen des Sozialdezernats geplante Neubau einer viergruppigen Kindertageseinrichtung (Kita) im Lüner Stadtteil Horstmar soll an der Preußenstraße errichtet werden.

Das hat die Politik fraktionsübergreifend in der jüngsten als Ratssitzung deklarierten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses Ende April beschlossen – und ist damit trotz Bedenken der Empfehlung der Verwaltung gefolgt.

Wie berichtet, standen für den Neubau zwei Flächen zur Verfügung, wobei die Verwaltung das Gelände an der Preußenstraße favorisierte:

„Es gibt nur wenig Argumente, die gegen das rund 2000 Quadratmeter große Grundstück an der Preußenstraße 67 sprechen“, hatte Lünens Technischer Beigeordneter schon Mitte April in einer digitalen Erörterungskonferenz gesagt. Und dass es dafür schon einen Investor gebe.

AWO Pusteblume

In der Beschlussvorlage heißt es dazu: „Geplant ist, die Einrichtung AWO Pusteblume (derzeit Alter Postweg) um zwei Gruppen zu erweitern und den avisierten Neubau als neuen Standort anzubieten (…). Die alte Einrichtung wird bedarfsgerecht weitergeführt und reduziert beziehungsweise aufgegeben, wenn die Bedarfe gedeckt sind.“

Alternativ hierzu gab es den Vorschlag, eine städtische Kita auf der Fläche zwischen Querstraße und Glogauer Straße (2570 Quadratmeter) zu errichten. Aus Sicht der Stadtplanung wurde die Fläche nicht als Standortalternative empfohlen.„Dies begründet sich in der jetzigen positiven städtebaulichen Situation, der Reduzierung des Baumbestandes, dem Zuschnitt und der Verkehrs- und Parksituation“, hatte Reeker seinerzeit weiter gesagt.

Städtische Trägerschaft

Außerdem wäre damit gegen den Grundsatz verstoßen worden, dass neue Kindertageseinrichtungen nicht in städtischer Trägerschaft geführt werden sollen.

Kritik äußerten die Ratsvertreter indes an der Herangehensweise der Verwaltung bei der Standortauswahl.

  • „Der ganze Prozess ist unbefriedigend verlaufen, das ganze Verfahren muss künftig transparenter werden, sagte etwa CDU-Ratsherr Günther Koch.
  • „Das Verfahren lief nicht so gut, der Ablauf der Beratungen muss optimiert werden“, sagte Dr. Johannes Hofnagel, Vorsitzender der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL).
  • „Wir machen das hier mit langen Zähnen mit“, sagte SPD-Ratsherr Martin Püschel.

Baugenehmigung liegt vor

Unabhängig der – aus Sicht des Stadtrates – mangelnden Transparenz bei der Standortauswahl kritisierten die Ratsvertreter vor allem, dass die Kita an der Preußenstraße nur nach herkömmlichen Umweltstandards gebaut werden soll und nicht wie städtische Kitas in Passivhausweise zum Beispiel.

Der Stadtrat gab Reeker mit auf den Weg, hierüber noch einmal mit dem Investor zu reden. Die Verwaltung, sagte Arnold Reeker, könne auf den Investor, der auch schon eine Baugenehmigung hat, nur beratend einwirken.

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Redaktion Lünen
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Torsten Storks

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