Der neue Schießstand der Niederadener Schützen ist fertig und von den Behörden abgenommen. Nun wird das Ende der Corona-Sperren herbeigesehnt, um den Schießstand in Betrieb nehmen zu können. © Stephanie Tatenhorst
Neuer Schießstand

Neuer Schießstand steht: Nur Corona bremst die Niederadener Schützen aus

Die Zeit der Seilzüge ist passé - Digitaltechnik hielt auf dem Schießstand des Niederadener Schützenvereins 1860 Einzug. Die gleiche Technik wie bei Olympia - damit ist man wettbewerbsfähig.

Die Niederadener Schützen sind glücklich – zumindest auf der einen Seite. Dank Fördergeldern des Landes in Höhe von 18.000 Euro konnten sie sich ihren Traum vom neuen digitalen Schießstand erfüllen und mussten aus eigener Tasche nur 13.000 Euro dafür auf den Tisch legen. Und die durch das Corona-Virus auferlegte Zwangspause ermöglichte auch noch einen schnellen und reibungslosen Umbau des Schießstandes im Dorf, denn viele hatten Zeit, um mit anpacken zu können. Alles wurde in Eigenleistung erledigt – nicht nur die Renovierung, auch das IT-Netzwerk wurde selbst gelegt.

Neuer Schießstand ist abgenommen

Nun ist alles fertig, die Behörden nahmen die Anlage ab und zu gern würden die aktiven Sportschützen ihre Waffen anlegen und die neue Anlage ausprobieren – doch die aktuell geltenden Regeln und Verordnungen lassen eine Ausübung des Sportschießens nicht zu. „Wir warten sehnsüchtig darauf, dass wir endlich wieder schießen dürfen“, sagt Sportschütze Thorsten Gobbrecht.

Das Meisterschaftsschießen ist zwar abgesagt, aber der Liga-Betrieb soll nach dem Lockdown weitergehen. „Aber Corona hat auch eine Menge kaputt gemacht“, sagt Vereinsvorsitzender Gerd Garbe mit Blick auf das Vereinsleben, das seit Monaten ruht oder allenfalls auf Sparflamme kocht. Doch der neue Schießstand dürfte so manchen zurück in die Arme des Vereins führen.

Zwei Kameras im Trefferfeld der Schießanlage erfassen genau, an welcher Stelle der Kugeleinschlag erfolgte. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Zehn Schießstände parallel

Zehn Schießstände gibt es nun parallel – und die Treffer werden sowohl Schützen als auch Zuschauern sofort anzeigt. Dank digitaler Technik. Thorsten Gobbrecht erklärt, wie es funktioniert. Kleine Kameras an den Rändern der Trefferzone und ein genau vermessenes Feld lassen es zu, dass der Einschlag des Diabolos sofort erfasst wird und die Stelle vom Computer im Sekundenbruchteil errechnet werden kann. Statt wie früher erst die Scheibe am Seilzug nach vorne zu holen, was vor allem bei Wettkämpfen viel Zeit kostete, muss der Schütze nun lediglich den Kopf drehen und auf den Monitor neben sich schauen. Dort wird ihm sofort die Trefferstelle anzeigt. Je weiter der Einschlag in der Mitte ist, desto besser.

Ralf Weber (links) und Vereinsvorsitzender Gerd Garbe warten gespannt auf den Schuss des Vereinskollegen – und die Anzeige des Treffers auf dem Bildschirm. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Für Zuschauer ist nun alles viel spannender

Auch für Zuschauer und andere Schützen sind Training und Wettkämpfe nun spannender, denn nicht nur der Schütze sieht das Ergebnis auf seinem Monitor – auf einem großen Bildschirm können die Ergebnisse aller Schießstände auf einen Blick verfolgt werden und auch im Thekenbereich im Nebenraum gibt es noch eine Anzeige, die den Schießverlauf in Echtzeit dokumentiert. Dabei ist der Computer so genau, dass er nicht nur die vollen Ringe wertet, sondern auch auf deren Zehntel eingestellt werden kann. Ob es eine 8,1 oder 7,9 war – all das kann künftig erfasst werden.

Während Sportschütze Thorsten Gobbrecht noch durch das Objektiv des Gewehrs schaut, wird der Treffer bereits auf dem Monitor neben ihm angezeigt. Alles geht in einem Bruchteil von Sekunden. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Programmierung ist selbsterklärend

Vor dem ersten Schuss muss der Schießcomputer nur auf das gewünschte Programm eingestellt werden, erklärt Gobbrecht. Name und Wettkampf-Zeit werden eingegeben, und wenige Klicks später geht es los. Für 40 Freihandschüsse hat der Schütze 50 Minuten Zeit, für 30 Schüsse mit aufgelegter Waffe 40 Minuten. Das sind Wettkampfbedingungen, auch wenn die Schnelligkeit bei den abgegebenen Schüssen am Ende keine Rolle spielt.

Die Schnelligkeit, die die neue Technik bietet, kommt den Schützen aber schon zugute: So macht es auch nichts, dass durch den Umbau zwei Schießstände wegfielen und es statt zwölf nur noch zehn Bahnen gibt. Nach 25 Jahren etwas Neues und so modernes zu haben macht den Verlust wieder wett.

Einweihung ist geplant – und ein Reinschnuppern beim Training

Wenn es wieder erlaubt ist, wollen die Niederadener Schützen ihren Schießstand mit einer Aktion einweihen. Genau geplant werden kann die derzeit aber aufgrund der Umstände noch nicht. Und auch zum Trainingsbetrieb ist jeder Interessierte willkommen: Dienstags und donnerstag ist ab 18 Uhr Zeit für die Jugend, ab 19.30 Uhr kommen die Erwachsenen dazu. Interessierte müssen dafür nur eines mitbringen: 1,5 Stunden Zeit.

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