Pfarrer Thomas Großeit wechselt nach zehn Jahren von St. Marien in Lünen zu Heilig Kreuz in Dülmen. Er wäre gerne in Lünen geblieben. © Beuckelmann (A)
St. Marien

Pfarrer Großeit wechselt nach Dülmen: Anfangs ein „Wanderprediger“

Pfarrer Thomas Großeit wäre gerne in Lünen geblieben. Doch im Bistum Münster gab es andere Vorstellungen: Zum 1. Juli wechselt der Geistliche nach Dülmen - zunächst als „Wanderprediger“.

Zehn Jahre hat Pfarrer Thomas Großeit in der katholischen Gemeinde St. Marien in Lünen gewirkt. Am Donnerstag (1. Juli) beginnt für ihn ein neuer Abschnitt: Der 56-jährige Geistliche tritt seinen Dienst in der Pfarrei Heilig Kreuz in Dülmen an. Diesen Weg hat er sich nicht ausgesucht. Großeit wäre gerne in Lünen geblieben, sagt er. Doch das Bistum Münster hat andere Vorstellungen. Da half auch das persönliche Vorsprechen bei der Bistumsleitung nicht, wie er der Gemeinde im Frühjahr im Pfarrbrief mitgeteilt hat.

Jetzt steht die erste Dienstbesprechung in Dülmen an. Zu der Gemeinde gehören die Bauernschaft Rödder und die Kapelle in Visbeck. Thomas Großeit wird zur Aushilfe auch in Buldern und Hiddingsel tätig sein.

Zunächst wirkt er als „Wanderprediger“, wie er scherzhaft sagt. Denn in seine neue Wohnung in Dülmen kann er erst zum 1. August einziehen. Einen Monat wird er aus Lünen pendeln. Was seine Katze Holly noch genießen kann, denn in Dülmen erwartet sie statt eines Gartens nur einen Balkon.

Abschied mit Zunicken an der Kirchtür

Zu Pfingsten hat sich Thomas Großeit bereits von der Gemeinde St. Marien verabschiedet, seitdem bereitet er sich auf den Umzug vor. Damals war aufgrund der Corona-Pandemie nicht viel möglich. „Der Abschied war skurril, nur ein Zunicken unter der Kirchtür“, erinnert er sich. In diesen Tagen gibt es Abschiedsessen mit denen, die ihm ans Herz gewachsen sind.

Beziehungen in der Seelsorge nennt Großeit, wenn er über Lünen nachdenkt. Er hat Enkel getauft, Großeltern beerdigt und das Ehejubiläum mit den Eltern gefeiert. „Ich habe eine Geschichte mit den Menschen und gespürt, mittendrin im Geschehen zu sein. So etwas dauert einige Zeit. Schade, dass ich sie nicht mehr nutzen kann“, sagt Großeit. Er möchte jetzt mit der gleichen Offenheit in Dülmen starten. Wichtig sei ihm, dass es mit dem Chef stimmt. Der ist in Heilig Kreuz der befreundete Pfarrer Peter Nienhaus aus seinem Weihejahrgang. Gemeinsam habe man zur Priesterweihe auf dem Teppich im Dom zu Münster gelegen. „Ich arbeite ihm zu“, sagt Großeit.

Bei Einbruch Primizkelch gestohlen

In Lünen hat er Schönes und Schmerzliches erlebt. Interessant fand er die Entwicklung der Wallfahrtstätigkeit um St. Marien. Schön sei das Jubiläum „1000 Jahre christliche Kirche in Lünen“ gewesen, bei dem die vier Teilgemeinden St. Marien und die ökumenische Gemeinschaft an einem Strang gezogen hätten. „Ein tolles Erlebnis“, so Großeit.

Schmerzlich hingegen war der Verlust seines Primizkelches nach einem Einbruch in die Kirche St. Gottfried. Er war ein Geschenk seiner Heimatgemeinde gewesen. Die Künstlerin Hildegard Schürk-Frisch hatte ihn eigens gestaltet. „Das ist eine ähnlich schmerzliche Erfahrung als wenn ein Brautpaar seine Trauringe verliert“, sagt Großeit.

Der erste Tauftermin an seiner neuen Wirkungsstätte ist schon vereinbart, Ende Juli kommt dann der Umzugswagen. Großeit bezeichnet sich als Ruhrgebietsmenschen. In Lünen war schon eine Nähe zum Münsterland. Zunächst war Großeit Diakon in Marl, dann Kaplan in Metelen und zehn Jahre leitender Pfarrer in Duisburg-Homberg, bevor er vor zehn Jahren nach Lünen kam und aus gesundheitlichen Gründen in die zweite Reihe trat.

Stelle soll wieder besetzt werden

Großeits Stelle soll in St. Marien wieder besetzt werden, sagt der leitende Pfarrer Michael Mombauer. Wann stehe noch nicht fest. Im Dienst der Großgemeinde St. Marien sind Mombauer mit Pfarrer Praveen Mummadi und Pastoralreferentin Christina Eikens. Zum 1. August soll Pastoralreferent Patrick Sumner in Lünen anfangen.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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