Pfarrer Thomas Großeit kam 2011 nach Lünen. Zehn Jahre später versetzt ihn das Bistum nach Dülmen - obwohl er gar nicht wegwill. © Beuckelmann (A)
Pfarrstelle

Pfarrer Thomas Großeit verlässt St. Marien – gegen seinen Willen

Für viele Gemeindemitglieder war es eine Überraschung - und offenbar keine Gute: Pfarrer Thomas Großeit verlässt nach zehn Jahren die Gemeinde St. Marien. Und zwar gegen seinen Willen.

In den Pfarrnachrichten war es bereits verkündet worden, am Wochenende (8. / 9. Mai) erfuhren es dann auch die Besucherinnen und Besucher in den Gottesdiensten: Pfarrer Thomas Großeit wird die katholische Kirchengemeinde St. Marien zum 1. Juli 2021 verlassen. Das Bistum Münster versetzt den Geistlichen in die Pfarrei Heilig Kreuz in Dülmen. Das Besondere dabei: Der Pfarrer möchte gar nicht aus Lünen weg und hat das gegenüber dem Bistum auch deutlich gemacht.

„Ich bin seit zehn Jahren in Lünen und habe hier Wurzeln geschlagen. Eigentlich könnte die Seelsorge jetzt so richtig loslegen“, sagt Thomas Großeit im Gespräch mit unserer Redaktion. Überraschend habe ihn die Entscheidung des Bistums Münster nicht getroffen: „Ich habe vor 14 Monaten bereits erfahren, dass Veränderungen in St. Marien anstehen würden. Seitdem war ich in Sorge um meinen Job.“

Nun wurde aus der Sorge Gewissheit, obwohl der Pfarrer sogar bei Bischof Felix Genn vorsprach, um die Versetzung noch abzuwenden. „Aber so regelt das meine Firma, das wird streng hierarchisch entschieden. Und ich werde erst dann angehört, wenn die Entscheidung bereits getroffen worden ist.“ Bei allem Schmerz über den Abschied blickt Thomas Großeit aber auch nach vorn: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit meinem Kollegen in Dülmen.“

Neuer Pastoralreferent ab 1. August

Für die Gemeindemitglieder sei die Nachricht ein Schock gewesen: „Viele waren vor den Kopf gestoßen“, berichtet Großeit über die Reaktionen nach den Gottesdiensten. Sein Kollege Michael Mombauer, seit Dezember 2018 leitender Pfarrer von St. Marien, sieht die Sache etwas gelassener: „Mir sind bisher keine Reaktionen auf die Nachricht bekannt.“

Auf Mombauer und den verbleibenden Pfarrer Praveen Mummadi kommt nun erst einmal mehr Arbeit zu: „Wir haben aufgrund der Pandemie ohnehin nicht mehr viel Spielraum, was Gottesdienste angeht. Aber wir wollen versuchen, das Angebot aufrecht zu erhalten.“ Neben Mombauer und Mummadi gehören noch Diakon Dr. Hermann Opgen-Rhein und Pastoralreferentin Dorothee Hassels zum Seelsorge-Team, allerdings ist deren Hauptaufgabengebiet das St.-Marienhospital. Mit Christina Eikens steht noch eine weitere Pastoralreferentin zur Verfügung, zudem ergänzt Pastoralreferent Patrick Sumner ab dem 1. August das Team.

Eine Abschiedsfeier für Thomas Großeit wird es aufgrund der Pandemie nicht geben, stattdessen werde der Geistliche die Pfingstgottesdienste dazu nutzen um Lünen Lebewohl zu sagen. Was die Neubesetzung seiner Stelle angeht, ist man laut Michael Mombauer in Gesprächen mit dem Bistum: „Es wird auf jeden Fall einen Nachfolger geben, allerdings kann derzeit niemand sagen, wann das sein wird. Die Personaldecke ist sehr dünn.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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