Rund 150 Jahre lang wurde an der Zeche Preußen Kohle gefördert. Auf dem Gelände werden jetzt 79 barrierefreie Wohnungen, aufgeteilt auf sieben Häuser gebaut. © Goldstein
Wohnprojekt

Preußenstraße: Termin für Abriss des alten Zechengebäudes rückt näher

Trotz Corona ist man im Zeitplan: Ende des Jahres möchte der Bauverein die ersten Mieter an der Preußenstraße begrüßen. Mittlerweile steht auch fest, wann das Zechengebäude abgerissen wird.

Im Sommer 2020 begannen die Bauarbeiten für das neue Wohnquartier an der Preußenstraße in Horstmar. Auf der Fläche der ehemaligen Zeche Preußen entstehen 79 neue Wohnungen sowie Ladenlokale.

Dazu hatte der Bauverein als Eigentümer und Bauherr zunächst die Hallen des ehemaligen Stahlhandels an dieser Stelle abreißen lassen. Auch das ehemalige Verwaltungsgebäude der Zeche Preußen soll verschwinden – allerdings nicht vollständig.

Bereits bei der Vorstellung der Pläne für das Wohnquartier hatte Andreas Zaremba im Herbst 2018 erklärt, die Fassade des Gebäudes erhalten und in die neue Bebauung integrieren zu wollen. „Wir haben es hier mit einem historischen Bauwerk zu tun“, bekräftigte der Bauverein-Vorstand nun im Gespräch mit unserer Redaktion diese Pläne und nannte auch einen Termin für den Abriss der übrigen Bausubstanz: „Ende März, Anfang April werden wir damit starten.“

Weil die Front an der Preußenstraße erhalten bleiben soll, gestalten sich die Abrissarbeiten aufwendiger als üblich. Viel mehr ist von dem mehr als 100 Jahre alten Verwaltungsgebäude jedoch nicht zu retten, wie Untersuchungen vor zwei Jahren bereits ergeben hatten: „Die Bausubstanz ist hinüber.“

Umso erfreuter ist der Bauverein, die Erinnerung an die Zeche Preußen – wo zwischen 1873 und 1929 Kohle gefördert wurde – zu erhalten. Dazu dient auch die Erhaltung der Seilscheibe, die vor dem Gebäude steht.

Die Bausubstanz des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Zeche Preußen in Horstmar ist nicht mehr zu retten. Die Fassade soll aber erhalten bleiben.
Die Bausubstanz des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Zeche Preußen in Horstmar ist nicht mehr zu retten. Die Fassade soll aber erhalten bleiben. © Goldstein © Goldstein

Hohe Mieten, geringe Nebenkosten

Ansonsten wird es modern und zeitgemäß auf einem Gelände, das rund 150 Jahre lang der Industrie diente: 79 barrierefreie Wohnungen, aufgeteilt auf sieben Häuser.

Zwei dieser Häuser werden öffentlich gefördert, sodass der Quadratmeterpreis hier bei voraussichtlich 5,35 Euro pro Quadratmeter liegen wird; bei den übrigen Wohnungen werde man kaum unter neun Euro pro Quadratmeter landen können, wie Zaremba im Sommer 2020 prophezeite. Die „Preisexplosion auf dem Wohnungsmarkt“ führt dazu, dass man eher mit zehn Euro rechnen muss.

Für sein Geld bekommt man allerdings auch ein zeitgemäßes Umfeld: So soll ein Trennsystem für Schmutz- und Regenwasser dafür sorgen, dass die Nebenkosten der Wohnungen sinken – womit am Ende auch die Mieter entlastet würden. Für Familien steht eine Spielfläche zur Verfügung, auf der sich die Kinder austoben können.

Die liegt gleich hinter dem Geschäfts- und Dienstleistungsgebäude, in das die Zechenfassade integriert werden soll. Dort sollen nach dem Plänen des Bauvereins eine Apotheke, eine Arztpraxis sowie eine Physiotherapie und eine Tagespflege einziehen.

Die Bauarbeiten beginnen im hinteren Bereich der Fläche und sollen sukzessive in Richtung Preußenstraße weitergehen. Im Frühjahr 2023 soll dann alles fertig sein.

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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