Der Angeklagte will sich erst nach der Zeugenvernehmung zu den Vorwürfen äußern. © Martin von Braunschweig
Teenager starb nach Überdosis

Prozess um Drogentod eines Lüners (18): Wichtiger Zeuge verärgert Richter

Im Prozess um den Drogentod eines 18-jährigen Jugendlichen aus Lünen hat ein wichtiger Zeuge für Verärgerung gesorgt. Am nächsten Verhandlungstag muss er sich auf etwas gefasst machen.

Weil der 45-jährige Angeklagte noch immer keine detaillierten Angaben zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft gemacht hat, ist das Dortmunder Landgericht vorerst auf die Vernehmung von Zeugen angewiesen.

Belastet wird der Mann aus Brambauer vor allem von einem Jugendlichen, der Ende 2018 auf dem Schulhof mit einem Joint erwischt worden war und anschließend umfangreich gegen seinen mutmaßlichen Dealer ausgesagt hatte.

Am Montag (20.9.) sollte der Zeuge diese Angaben im Prozess wiederholen und noch weitere Fragen von Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung beantworten.

Als die Protokollführerin jedoch seinen Namen aufrief und ihn bat, in den Saal zu kommen, öffnete sich die Tür nicht. Der Zeuge war gar nicht erschienen.

Verzögerung kostet Geld

Für die Richter ist das besonders ärgerlich, weil der Angeklagte angekündigt hat, sich nach der Vernehmung dieses Zeugen selbst zu den Anklagepunkten zu äußern. Das bedeutet: Ohne die Befragung tritt der Prozess auf der Stelle.

Zum nächsten Verhandlungstag soll der Jugendliche deshalb von der Polizei abgeholt werden. Darüber hinaus drohen ihm ein Ordnungsgeld und der Beschluss, dass er die Gerichtskosten für die Prozessverzögerung übernehmen muss. Da kommen leicht ein paar Hundert Euro zusammen.

Über den Autor

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.