Der Spielplatz "Auf dem Kelm" soll wegen Anwohnerbeschwerden teilweise zurückgebaut werden. © Goldstein
Meinung

Spielplatz-Rückbau in Brambauer ist das falsche Signal

247-mal kontrolliert ein Wachdienst auf einem Spielplatz. Dreimal trifft er nach 23 Uhr Jugendliche an. Deshalb soll der Spielplatz nun zurückgebaut werden. Unser Autor fragt: „Ernsthaft?“

Ja, die rechtliche Grundlage ist eindeutig: Kinder nur bis 12 Jahre, Ruhe nach 20 Uhr, Beschwerden der Anwohner berechtigt, alles klar so weit. Verstehen kann man die Entscheidung der „interdisziplinären Arbeitsgruppe“ trotzdem nicht. Der Spielplatz wurde 2017 saniert, damit ihn mehr Kinder und Jugendliche nutzen. Genau das ist auch passiert – eine Leistung, auf die eine Stadt, die sich immer wieder als familienfreundlich bezeichnet, zurecht stolz sein könnte.

Und ausgerechnet diese Stadt kommt vier Jahre später zu dem Schluss, dass die einzige Methode gegen Kinder- und Jugendlichenlärm der Rückbau der halben Anlage ist? Und sie trifft diese Entscheidung auf der Grundlage von drei Sommerabenden im Corona-Jahr 2020, die als Beleg für die Anwohner-Beschwerden dienen sollen? Was ist denn das für ein Signal?

Der Hinweis, dass die Politik ja die Verhaltensregeln für die Spielplatznutzung ändern könne, klingt fast schon trotzig. Warum hat denn die Arbeitsgruppe nicht diesen Schritt schon längst vorgeschlagen, wenn er doch das Problem lösen könnte? Auch der Hinweis der SPD ist berechtigt: Das Streetwork wäre (und ist nach wie vor) eine Möglichkeit, Jugendliche zu sensibilisieren. Ein Rückbau würde hingegen eher Frust hervorrufen. Ob die Anwohner dann mehr Ruhe hätten?

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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